Am Dorfeingang von Guarda (Bild Tourismus Engadin Scuol Samnaun Val Müstair)

Winterwanderung Susch-Guarda-Ftan-Scuol-Sent

Endlos Winterwandern im Unterengadin

  • Susch

  • Lavin

  • Guarda

  • Ardez

  • Ftan

  • Scuol

  • Sent


REGION: Graubünden
MARSCHZEIT: 9 h 35 min
AUFSTIEG: 940 m
TIEFSTER PUNKT: 1235 m
VERPFLEGUNG: Diverse Gaststätten am Weg
ANREISE: Mit der Bahn nach Susch
MERKMALE: Auch/nur im Winter
Schwierigkeit: W2 Winterwandern
Streckenlänge: 28 km
Abstieg: 940 m
Höchster Punkt: 1797 m
Ideale Jahreszeit: Dezember bis März
Rückreise: Ab Sent mit dem Postauto bis Scuol, dann mit der Bahn
   

Die winterliche Via Engiadina dürfte einer der längsten Winterwanderwege der Schweiz sein. Der Höhenweg verbindet die Unterengadiner Dörfer von Susch bis Sent. Die Gesamtstrecke wird zweckmässigerweise in drei bis vier Tagesetappen aufgeteilt.

Schöne, kompakte Dörfer mit behäbigen alten Engadinerhäusern säumen die Via Engiadina. Schon der Ausgangspunkt Susch wartet mit einem markanten Baudenkmal auf: Der Wohnturm des einheimischen Adelsgeschlechts der Planta stammt aus dem 13. Jahrhundert. Vermutlich im 17. Jahrhundert wurde er mit einem barocken Zwiebeldach gedeckt.
Im Sommer verläuft die Via Engiadina auf dem Abschnitt von Susch bis Lavin am steilen Sonnenhang links des Inns. Wegen der Lawinengefahr wird der Wanderweg im Winter auf die andere Seite des Flusses verlegt. Im Schattenhang wird zunächst nach God Surpunt aufgestiegen, danach geht es in leichtem Auf und Ab hinüber nach Plan Sauaidas. Von dort gelangt man auf einem weiterhin angenehm breiten Weg in mässigem Abstieg zum Inn und hinüber nach Lavin. Nach der Durchquerung des Dorfs geht es in sanftem Aufstieg talauswärts. Unterwegs geniesst man schöne Blicke hinüber zum Dorf Guarda. Auch hier ist das Gebiet teilweise lawinengefährdet. Darauf weist ein alter, gemauerter Unterstand hin, der früher Passanten Schutz bot, wenn die Schneemassen zu Tal donnerten. Den Weg sollte man auf keinen Fall verlassen. Die Strecke kann bei Bedarf gesperrt werden.
Durch ein enges Waldtobel geht es an der alten Mühle von Resgia vorbei. In den 1860er-Jahren wurde im Unterengadin eine neue Talstrasse gebaut. Höher am Hang liegende Dörfer verloren dadurch den Anschluss an die Entwicklung. Insbesondere Guarda wurde links liegen gelassen. Letztlich war das ein Glücksfall. Das Ortsbild wird von viel alter, hervorragend erhaltener Bausubstanz mit zahlreichen dekorativen Sgraffiti geprägt. Das Dorf wurde deshalb 1975 mit dem Wakker-Preis des Schweizer Heimatschutzes ausgezeichnet. Die Autorin Selina Chönz verwendete verschiedene Schauplätze im Dorf für ihr Kinderbuch «Schellenursli».
Praktisch ebenen Wegs geht es auf einem Strässchen hinüber zum Weiler Bos-cha, von dort ansehnlich steil hinauf zur Alp Munt. Für die Mühen des Aufstiegs gibt es reiche Entschädigung in Form einer herrlichen Aussicht auf das Inntal und zur verschneiten Gipfelkette der Münstertaler Alpen auf der gegenüberliegenden Talseite.
Sanft und gleichmässig geht es danach abwärts nach Ardez. Wer die Wanderung noch nicht beenden will, braucht nicht ganz bis ins Dorf abzusteigen. In leichtem Aufstieg gelangt man zur Ruine Chanoua. Die malerischen Mauerüberreste stammen von einer Taverne, die bereits im 9. Jh. urkundlich erwähnt wurde. Das Gasthaus, das auch über einen grossen Warenumschlagplatz verfügte, lag an der damaligen Verbindungsstrasse von Como ins Tirol.
Teilweise auf separatem Wanderweg-Trassee, später dann auf einer (nur wenig befahrenen) Strasse geht es ins Tobel des Tasnan-Bachs. Von dort steigt man auf dem nicht asphaltierten Strässchen Richtung Ftan hoch. Es ist nicht notwendig, bis ins Dorfzentrum auf der Strasse zu bleiben. Stattdessen kann auf einen Fussweg ausgewichen werden, der via Muglin nach Ftan Grond führt.
Quer durch das Siedlungsgebiet gelangt man nach Ftan Pitschen, wo der Winterwanderweg nach Scuol beginnt. Vorerst ebenen Wegs geht es weiter talauswärts. Unterwegs öffnen sich schöne Ausblicke zum weiten Talboden. Allmählich neigt sich der Weg talwärts. In der Tiefe zeigt sich die elegante Betonbrücke, die sich über den Inn spannt.
Bei Pkt. 1482 verzweigt sich der Winterwanderweg. Geradeaus geht es in weiterhin sanftem Abstieg durch etliche Kehren nach Scuol hinunter. Rechts steht eine Abkürzung zur Verfügung, die durchwegs auf der östlichen Seite des Bergbahn- und Skilifttrassees direkt zum Bahnhof Scuol führt. Der Weg ist relativ schmal und kann daher nicht maschinell präpariert werden; vereiste Passagen werden jeweils mit Sägemehl entschärft. Als letztes Teilstück der winterlichen Via Engiadina steht noch der Weg nach Sent bevor.
Für die Via Engiadina Winter schlage ich folgende vier Etappen vor. Unter dem jeweiligen Link werden die technischen Angaben zu den einzelnen Etappen aufgeführt.
I) Susch-Lavin
II) Lavin-Ardez
III) Ardez-Scuol
IV) Scuol-Sent