Wie gefährlich ist Wandern?

Im Alpsteingebiet sind diesen Sommer mehrere Bergwanderer abgestürzt. "20 Minuten" wollte wissen, ob dabei Leichtsinn oder ungenügender Infastrukturunterhalt im Spiel war. Meine Meinung: Weder noch. Wer in der Natur unterwegs ist, setzt sich gewissen Risiken aus - die aber beim Wandern im Unterschied zu anderen Aktivitäten relativ klein sind. Bei einer ungünstigen Konstellation kann es aber trotz sorgfältiger Planung und angemessener Ausrüstung zu einer fatalen Entwicklung kommen. Zum Interview.

Ein Panorama für Milliardäre

Was wie ein Objekt aus einem alpinen Freizeitpark aussieht, ist in Wirklichkeit Teil einer stillgelegten Bergbahn: Die wellenartige Konstruktion war eine Besonderheit der Gondelbahn von Schönried auf das Rellerli und diente der seitlichen Auslenkung des Trassees.

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Taumeln und Torkeln an der Trift

«Allergattig Volch» trifft man an der Trift. Die Hängebrücke ist dank Instagram weltweit bekannt geworden und zieht Publikum an, das sich in den Clubs von Barcelona und Berlin sichtlich wohler fühlt als auf den steinigen Pfaden in Berner Oberländer Steilhängen. Es ist zuweilen ein mitleiderregendes Taumeln und Torkeln, von dem man ungewollt Zeuge wird. Angsthormone erfüllen die Luft, man wünscht diesen bemitleidenswerten Followern wenigstens anständige Turnschuhe an die Füsse. Beim Brückenkopf trennt sich die Spreu vom Weizen. Die besonders Forschen wagen ein paar Schritte auf dem schwankenden Steg, die übrigen sehnen sich bereits in die Seilbahn zurück. Berggewohnte Gäste, von denen ebenfalls einige unterwegs sind, nehmen den Ketteliweg zur Windegghütte in Angriff. Nomen est omen: Die Route führt sehr steil und zuweilen auch exponiert aufwärts und ist mit zahlreichen Ketten ausgestattet.

Da lachen sogar die Mäuse

Eine der längsten und ergiebigsten Winterwanderungen im Wallis führt von Vercorin nach Grimentz. Kurz vor dem Ziel begegnete mir ein kurioses Objekt: Auf einer Garage stand ein alter, von der Sonne dunkel gegerbter Holzstadel, stilecht ausgestattet, sogar die Mäuseplatten (mit denen früher Mäuse von den Vorräten ferngehalten wurden) fehlten nicht. In der Geologie spricht man bei einem solchen Phänomen von einer Überschiebung: Das Ältere hat sich über das Jüngere geschoben. Über den lächerlich-sinnlosen Anblick kugeln sich vielleicht sogar die Mäuse.

Fern vom Creux d'Instagram

Auch wenn der Creux du Croue eine imposante Senke ist – mit dem weit bekannteren und viel mächtigeren Schlund des Creux du Van kann er es kaum aufnehmen. In einer Hinsicht vermag der grosse Neuenburger Bruder seinem Waadtländer Pendant allerdings nicht das Wasser zu reichen: Während einem dort oft Dutzende Instagram-Jünger auf den Füssen herumtrampeln, die von gnadenlosen Influencern getrieben sind und blindwütig durch die Gegend followen, lässt sich hier unverfälschter und einsamer Naturgenuss finden.

Gras ennet dem Grat

Wasserscheiden bilden oft auch politische Grenzen – zwischen Gemeinden, Bezirken, Kantonen, ja Nationen. Doch es gibt Ausnahmen. Die Urner etwa verstanden es trefflich, ihre Weidegründe über den Klausen- oder auch den Surenenpass hinweg bis weit in die Täler ihrer Nachbarn auszuweiten. Einen ähnlichen Fall scheint es im Berner Oberland zu geben: Das Dorf Oberried ...

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Hallo? Hallo!?!

Wald, nichts als Wald gibt es im Valle Morobbia bei Bellinzona. Dazwischen hat es ein paar kleine Maiensässe. Eines davon heisst Monti di Verona. Es besteht aus drei, vier Gebäuden, die als Ferienhäuschen genutzt werden. Und dann gibt es dort noch eine Telefonkabine, leer, ohne Anschluss, berührend in ihrer Zwecklosigkeit. Das kuriose Objekt gibt es auf einer Rundwanderung ab Giubiasco zu entdecken.

Klang der Stille im Wald

Die Massnahmen zur Einschränkung der Pandemie haben vieles langsam und ruhig werden lassen. Am eindrücklichsten ist die Stille draussen in der Natur. Keine Flugzeuge dröhnen, kaum Autos und Motorräder sind zu hören. Dafür kann man dem Zwitschern der Vögel, dem Summen unzähliger Insekten und dem Gurgeln der Bäche lauschen. Eine kleine Impression aus dem Taanwald bei Rüeggisberg.

Paranoia in Visp

Im Wallis fürchtet man sich neustens vor Wanderern. Als ich kürzlich die Route Visp-Brig rekognoszierte, fotografierte ich wie gewohnt den Wegweiser am Ausgangspunkt. Fünf Minuten später fuhr die Polizei vor und bat um meinen Ausweis. Es habe «in letzter Zeit» etliche Einbrüche gegeben und jemand habe befürchtet, ich würde potenzielle Ziele fotografieren...