Vom Goldauer Bergsturzgebiet lässt sich die Ebene des Lauerzersees gut überblicken.

Wanderung Sattel-Wildspitz-Goldau

Wilde Landschaft am Wildspitz

  • Sattel

  • Halsegg

  • Wildspitz

  • Gnipen

  • Goldau


REGION: Zentralschweiz
MARSCHZEIT: 5 h 20 min
AUFSTIEG: 900 m
TIEFSTER PUNKT: 505 m
VERPFLEGUNG: Bergrestaurant Wildspitz
ANREISE: Mit der Bahn nach Sattel-Aegeri
MERKMALE: Höhenweg / Aussichtsberg
Schwierigkeit: T3 Bergwandern
Streckenlänge: 11,7 km
Abstieg: 1160 m
Höchster Punkt: 1580 m
Ideale Jahreszeit: Mitte April bis Mitte November
Rückreise: Ab Arth-Goldau mit der Bahn
   

Der Wildspitz an der Grenze zwischen Zug und Schwyz bietet ein grossartiges Panorama. Die abwechslungsreiche Bergwanderung auf den Voralpengipfel lässt sich gut mit einer weiteren Attraktion kombinieren: Im Abstieg wird das Goldauer Bergsturzgebiet durchquert. Ausserhalb des Siedlungsgebiets fast durchwegs Naturwege.

Die erste und die letzte Viertelstunde einer Wanderung sind selten attraktiv. So verhält es sich auch bei der Tour zum Wildspitz: Vom Bahnhof Sattel-Aegeri geht es entlang der Kantonsstrasse und danach auf Quartierstrassen durch das Gebiet Riedmatt. Bei den letzten Häusern lässt man Asphalt und Lärm endlich hinter sich. Abwechslungsweise über Weideland und durch Waldgebiete geht es nun zügig aufwärts zur Halsegg. Die gleichnamige Alpwirtschaft liegt am östlichen Ende des Rossbergs. Der Gebirgskamm trennt den Talkessel, der sich zwischen Arth-Goldau und Schwyz erstreckt, von der Hochebene von Ägeri.
Deutlich weniger steil geht es nun auf dem breiten Rücken in westlicher Richtung voran. Ein kurzes, allerdings kaum ausgesetztes Teilstück ist hangseits mit einem Seil gesichert. Bei einem ersten Holzkreuz geniesst man bereits eine sehr schöne Rundsicht: Die Rigi und die beiden Mythen umgeben die weite Ebene des Lauerzersees, dahinter ragen die Gipfel der Urner Alpen in den Himmel. Wenige Schritte entfernt ermöglicht ein gedeckter Unterstand, das Panorama auch bei windigen Verhältnissen unbeschwert auszukosten.
In leichtem Auf und Ab geht es über den Sattel bei Pkt. 1520 zum höchsten Punkt der Route, der zugleich die höchste Erhebung des Kantons Zug ist. Der Wildspitz bietet eine umfassende Aussicht in alle Himmelsrichtungen – von der Jurakette über das Mittelland und den Säntis bis zu den Berner Hochalpen. Die Bergwirtschaft unterhalb des Gipfels darf zwar nicht direkt mit dem Auto angefahren werden, doch vom Zuger Alpli im Norden bzw. von Obheg im Süden dauert der Aufstieg nur noch eine halbe Stunde. Der Wildspitz zieht entsprechend viele Ausflügler an, so dass es auf dieser Wanderung vorübergehend wesentlich weniger einsam ist als vorher und nachher.
Die nächste halbe Stunde ist eine genussvolle Höhenwanderung über den breiten Kamm des Rossbergs. Voraus liegt der Rigi-Gipfel mit seiner markanten Antennenanlage. Der Gnipen ist der westliche Kulminationspunkt der Tour. Auf der Nordseite neigt sich die Anhöhe sanft gegen den Zugersee. Die Südseite hingegen fällt mit einer scharfen Kante in die Tiefe ab. Hier befindet sich die Anrissstelle des Bergsturzes vom 2. September 1806. Damals donnerte ein Felspaket von rund 35 Millionen Kubikmetern talwärts, verschüttete im Talboden eine Fläche von mehr als sechs Quadratkilometern und riss 457 Menschen in den Tod.
Für den Abstieg nach Goldau stehen zwei Varianten zur Auswahl. Die Standardroute ist der Schwyzer Höhenweg (SchweizMobil-Route 63); er führt ausserhalb des Bergsturzgebiets über Spitzibüel talwärts, erlaubt aber immerhin aus der Distanz einige Einblicke in die von mächtigen Nagelfluhblöcken geprägte Wildnis. Interessanter, aber technisch anspruchsvoller ist der Abstieg, der in direkter Linie mitten durch das Bergsturzgebiet abwärtsführt.
Abgesehen von einer kurzen Passage am oberen Rand einer Fluh weist auch diese Route keine ausgesetzten Abschnitte auf. Der Weg ist jedoch teilweise sehr schmal, so dass man bedacht auf jeden Schritt achten muss; zwischendurch gibt es teilweise hohe Tritte sowie freigelegte Wurzeln und andere Stolperfallen. Das macht den Abstieg beschwerlich und langwierig. Entschädigt wird man jedoch durch eine grandiose Landschaft. Über die kantigen Felsblöcke und die spärlichen Bäume hinweg geniesst man immer wieder malerische Ausblicke zum Lauerzersee und zu den beiden Mythen.
Von der Wegkreuzung Schuttwald an verläuft der Abstieg deutlich weniger steil, das Trassee ist nun auch wesentlich breiter. Östlich des Tierparks Arth-Goldau mündet der Waldpfad in die Kantonsstrasse. Die letzte Viertelstunde der Tour ist dann wieder wie die erste: Auf dem Trottoir geht es einer vielbefahrenen Strasse entlang zum Routenziel, dem Bahnhof Arth-Goldau.