Das Panorama bei Wittenfären: Zwischen der Schrattenfluh (links) und dem Rücken des Hohgant zeigen sich die Gipfel der Berner Hochalpen.

Winterwanderung Marbach-Bumbach

Rund um die Marbachegg

  • Marbach

  • Nesslenboden

  • Wittenfären

  • Bumbach


REGION: Zentralschweiz
MARSCHZEIT: 4 h
AUFSTIEG: 460 m
TIEFSTER PUNKT: 873 m
VERPFLEGUNG: Restaurant Alpenrose, Bumbach
ANREISE: Mit dem Postauto nach Marbach/Dorf
MERKMALE: Auch/nur im Winter
Schwierigkeit: W1 Winterwandern
Streckenlänge: 9,6 km
Abstieg: 400 m
Höchster Punkt: 1330 m
Ideale Jahreszeit: Dezember bis März
Rückreise: Ab Bumbach/Alpenrose mit dem Postauto
   

Im Grenzgebiet von Entlebuch und Emmental liegt die Marbachegg. Der aussichtsreiche Hügelrücken ist mit einer Seilbahn erschlossen und mit Skipisten ausgestattet. Winterwanderwege führen von beiden Talseiten hinauf. Werden sie kombiniert, dann ergibt sich eine kontrastreiche Wanderung abseits des Pistenrummels.

Eine Gondelbahn, zwei Skilifte: Das Skigebiet Marbachegg ganz im Südwesten des Kantons Luzern weist eine überschaubare Grösse auf. Die Wintersport-Infrastruktur umfasst neben Skipisten auch Schneeschuhtrails sowie einen Winterwanderweg. Entgegen der Kartenskizze der Bergbahn liegt dessen Ausgangspunkt allerdings nicht bei der Talstation, sondern einen halben Kilometer weiter nördlich bei der Postautohaltestelle Marbach/Dorf. Er verläuft fast bis ganz oben durchwegs auf einer Strasse, die sporadisch von Anwohnern befahren wird. Die Strecke wird nicht schwarz geräumt, und weil sie mehrheitlich in Schattenhängen verläuft, bleibt die Schneeschicht auf der Fahrbahn auch nach längeren sonnigen Perioden gut erhalten.
Zunächst praktisch ebenen Wegs, später dann in gleichmässigem Aufstieg geht es ins Tal des Steiglebachs. Über die Cholweid gelangt man zum Nesslenboden. Während der Schneeschuhtrail hier rechts abzweigt, behält die Winterwanderroute die Richtung bei und führt auf der Strasse weiter. Allmählich rückt die Schrattenfluh ins Blickfeld – die Kette ihrer verschneiten Felsbuckel sieht wie der geschuppte Rücken eines gewaltigen Drachens aus. Die kurvenreiche Aufstiegsstrecke bietet reiche perspektivische Abwechslung, auch wenn die Aussicht vorerst noch vielerorts durch Bäume eingeschränkt wird.
Einen markanten Wendepunkt erreicht man auf rund 1300 m Höhe: An einer Weggabelung steht eine schöne alte Holzscheune, dahinter öffnet sich die Sicht nach Süden zum Hohgant und zur Augstmatthornkette. Mit diesem kolossalen Panorama vor Augen gelangt man in kaum merklichem Aufstieg zum Gehöft Wittenfären – zweifellos der schönste Abschnitt der Wanderung.
Hier wird im Prinzip auch der höchste Punkt der Tour erreicht. Zunächst recht steil auf einem Alpweg, vom Bauerngut Unter Lochsitli an dann mit etwas geringerem Gefälle auf einem Strässchen gelangt man via Wäldli nach Unterlochseite. Einige Gehminuten später verlässt die signalisierte Winterwanderroute die Strasse und führt zunächst über verschneites Weideland, später dann auf einem Zubringersträsschen zur Postautohaltestelle beim Restaurant Alpenrose in Bumbach.
Wer die Wanderung mit einigen zusätzlichen Höhenmetern und noch etwas mehr Aussicht ergänzen möchte, steigt von Wittenfären noch nicht gleich ins Emmental ab, sondern setzt die Höhenwanderung zum Gehöft Ober Lochsitli fort und steigt von dort zur Marbachegg hoch. Der letzte Teil des Aufstiegs ist ziemlich steil; am Schluss wird zudem der Pistenraum durchquert – was wie in vielen anderen Skigebieten zu einem unklaren Routenverlauf führt und entsprechend heikle Kreuzungsmanöver auslösen kann. Von der Terrasse des Bergrestaurants Marbachegg erblickt man bei klarer Sicht die Berner Hochalpenkette mit Schreckhorn, Finsteraarhorn, Eiger und Mönch. Talwärts gelangt man entweder mit der Gondelbahn nach Marbach – oder man kehrt auf gleicher Route nach Wittenfären zurück und steigt von dort nach Bumbach ab.