Auf dem Weg nach Tiefenbach: Die Passstrasse gehört den Fussgängern.

Winterwanderung Realp-Tiefenbach

Furka autofrei

  • Realp

  • Tiefenbach

  • Realp


REGION: Zentralschweiz
MARSCHZEIT: 4 h 30 min
AUFSTIEG: 570 m
TIEFSTER PUNKT: 1536 m
VERPFLEGUNG: Hotel Tiefenbach
ANREISE: Mit der Bahn nach Realp
MERKMALE: Rundwanderung / Auch/nur im Winter
Schwierigkeit: W1 Winterwandern
Streckenlänge: 14,4 km
Abstieg: 570 m
Höchster Punkt: 2104 m
Ideale Jahreszeit: Dezember bis März
Rückreise: Ab Realp mit der Bahn
   

Auf vielen Schweizer Alpenpässen ist es im Winter still. Jedenfalls gibt es dort keinen motorisierten Verkehr. Eifriger Betrieb herrscht dagegen an der Furkapassstrasse. Sobald es Schnee hat, wird sie auf der Urner Seite bis zum Alpweiler Tiefenbach gepfadet und steht dann Wanderern und Schlittlern zur Verfügung.

Wanderer mögen Passstrassen nicht besonders – selbst wenn der Wanderweg abseits des Asphalts verläuft. Wer an der Grimsel, am Nufenen oder am Susten an einem sonnigen Sommertag die Stille und Abgeschiedenheit der Bergwelt geniessen möchte, wird das stumpfsinnige permanente Motorengeheul als nervtötende Beeinträchtigung erleben.
Es gibt jedoch eine Passstrasse, für die sich auch und besonders die Wanderer begeistern können, jedenfalls im Winter. Dann ist die Strecke nämlich für Autos und Motorräder gesperrt, für Wanderer und Schlittler aber offen. Die Rede ist von den ersten sieben Kilometern der Passstrasse vom Urserental zur Furka. Wenn Schnee liegt, dann wird dieser Abschnitt täglich maschinell präpariert. Zuständig dafür sind die Wirtsleute des Restaurants Tiefenbach, das auf halbem Weg zwischen Realp und der Furka-Passhöhe liegt.
Die Wanderung beginnt bei der Kirche von Realp, die einige Schritte nördlich des Bahnhofs liegt. Auf der Dorfstrasse marschiert man taleinwärts bis zum grossen Parkplatz am Ende des Dorfs, wo ein Verbotsschild verkündet, dass hier für Autos Endstation ist. Zu Fuss geht es jedoch problemlos weiter (es sei denn, die Strecke muss ausnahmsweise wegen Lawinengefahr gesperrt werden – entsprechende Abklärungen nimmt man vorgängig am besten beim Berghotel Tiefenbach vor).
Ab hier wandert man auf der mit grossen Randsteinen gesäumten Passstrasse. Damit geht es gleichzeitig auch aufwärts, aber gemächlich und schön konstant. Für einen Winterwanderweg ist das maschinell gepfadete Trassee ausserordentlich breit. Nicht minder grosszügig ist die prachtvolle Aussicht ins hintere Urserental sowie der Sonnenschein. Während sich in Realp im Hochwinter die ersten Sonnenstrahlen erst gegen Mittag einstellen, gibt es am südexponierten Hang oberhalb des Dorfs schon frühzeitig am Vormittag reichlich Licht und Wärme.
In zahlreichen Kurven schlängelt sich die Passstrasse langsam den Hang hoch. In der obersten Kehre liegt der Alpstafel Galenstock mit dem gleichnamigen, im Winter geschlossenen Berghotel. Die letzten anderthalb Kilometer bis nach Tiefenbach weisen nur noch eine geringe Steigung auf und führen auf praktisch gerader Strecke ins Tal der jungen Furkareuss.
Den höchsten Punkt der Wanderung erreicht man im Weiler Tiefenbach, der aus dem Berghotel, einer schmucken Kapelle und einigen Alphütten besteht. Wenn die Schneebedingungen günstig sind, dann lässt sich die Tour zwar bis zur Furka-Passhöhe fortsetzen. Dafür werden jedoch Schneeschuhe benötigt; zudem sollte man vorgängig bei den Tiefenbach-Wirtsleuten Erkundigungen über die Lawinensituation einholen.
Die Rückkehr ins Tal verläuft auf der Aufstiegsroute. Allerdings braucht man dabei nicht unbedingt zu Fuss zu gehen, sondern kann im Berghotel einfach einen Schlitten mieten und mit diesem dann talwärts brausen. Weil die Strasse kein drastisches Gefälle aufweist, ist das ein massvolles und unproblematisches Vergnügen.