See- und Alpensicht in der Moorlandschaft Roblosen

Wanderung Einsiedeln - St. Meinrad - Einsiedeln

Auf Moor- und Uferwegen zur Schwarzen Madonna

  • Einsiedeln

  • Galgenchappeli

  • St. Meinrad

  • Egg

  • Einsiedeln


REGION: Zentralschweiz
MARSCHZEIT: 4 h 45 min
AUFSTIEG: 470 m
TIEFSTER PUNKT: 838 m
VERPFLEGUNG: Gasthaus St. Meinrad
ANREISE: Mit der Bahn nach Einsiedeln
MERKMALE: Rundwanderung / Am Wasser
Schwierigkeit: T1 Wandern
Streckenlänge: 17,7 km
Abstieg: 470 m
Höchster Punkt: 975 m
Ideale Jahreszeit: Mitte April bis Ende November
Rückreise: Ab Einsiedeln mit der Bahn
   

Eine Rundwanderung auf der Hochebene von Einsiedeln führt durch eindrückliche Moorlandschaften, dem Ufer des Sihlsees entlang sowie zu einer der bedeutendsten Sakralbauten der Schweiz. Praktisch die Hälfte der Route verläuft auf Hartbelag.

Den Schweizer Bauern haben wir nicht nur Milch, Gemüse und Obst zu verdanken, sondern leider auch absonderliche Asphaltpisten, die ab und zu einmal von einem Traktor befahren werden, sonst aber hauptsächlich dazu dienen, das Wandervergnügen zu beeinträchtigen. Ein unschönes Beispiel findet sich auf der Wanderstrecke vom Bahnhof Einsiedeln über das Galgenchäppeli nach Hinterhorben – sie ist Teil der Schweiz-Mobil-Hauptroute Via Jacobi, die immerhin zugleich auch ein europäischer Fernwanderweg ist, und verläuft auf einer Länge von vollen 5 km durchwegs auf Hartbelag.
Warum wird ein solches Ärgernis hier dennoch empfohlen? Der Abschnitt ist unvermeidlicher Teil einer ansonsten lohnenden und abwechslungsreichen Rundwanderung, die gleich mehrere Glanzpunkte miteinander verbindet. Der erste davon ist die schöne Aussicht, die man nach den ersten vierzig Wanderminuten von der Schutzhütte beim Galgenchäppeli auf den Sihlsee und zu den beiden Mythen geniesst.
Nach Hinterhorben fällt die Route auf einem kurzen Abschnitt steil zum Wald ab und verläuft danach auf wunderbar stillen Wiesen- und Waldwegen zum Gehöft Meieren. Auf der nahen Tüfelsbrugg wird die Sihl überquert, darauf geht es, erneut auf Hartbelag, nach St. Meinrad am Etzelpass hinauf. Die gleichnamige Kapelle erinnert an den Benediktinermönch Meinrad, der im Jahre 835 im Finstern Wald (wie die Gegend damals hiess) eine Klause mit Kapelle gründete. Auf ihn geht somit das international bekannte Kloster und natürlich auch der Ortsname Einsiedeln zurück.
In Jureten zweigt die Wanderroute vom Strässchen ab und führt über Weideland und durch Waldgebiet nach Egg hinunter. Anschliessend geht es gleich wieder aufwärts nach Hirzenstein. Hier taucht man in eine ganz andere, zauberhafte Welt ein: Die Moorlandschaft Roblosen ist geprägt von Flach- und Hochmooren; die weite Fläche des Sihlsees liegt im malerischen Hintergrund, der von der Gipfelkette der Schwyzer und Urner Alpen gekrönt wird.
Beim Strandbad erreicht man den See und wandert nun auf dem Uferweg direkt dem Wasser entlang. Über Guggus (der Name weist auf die Aussicht hin, die man von diesem «Ausguck» geniesst) gelangt man zum Birchli, wo der Weg das Seeufer verlässt und in mässigem Anstieg den Hang hinaufführt. Oben auf der Hügelkuppe öffnet sich unvermittelt die Sicht auf das Kloster Einsiedeln. Die grosszügig dimensionierte Anlage gilt als eines der Hauptwerke abendländischer Barockarchitektur. Der Wanderweg führt an den Klosterstallungen vorbei zurück zum Bahnhof Einsiedeln.
Einen Besuch der zwar mit viel barockem Pomp, aber ohne Rokoko-Kitsch ausgestatteten und in eindrücklicher Ästhetik gestalteten Klosterkirche sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Im Zentrum des Bauwerks steht die Gnadenkapelle mit der Schwarzen Madonna, einem der bedeutendsten europäischen Pilgerziele.