
Wanderung Zumholz - Tafers
Durch das Reich der Maggenberger
Wanderzeit: 4 h 35 min
Schwierigkeitsgrad: T1 Wandern *
Saison: Ganzjährig begehbar
Ein grosser Teil des Hinterlands der Stadt Freiburg stand einst unter der Ägide der Herren von Maggenberg. Das Adelsgeschlecht ist längst ausgestorben, doch eine markante Ruine und ein stattliches Schloss zeugen noch immer von ihm. Eine reizvolle Wanderung über aussichtsreiches Wiesenland und durch malerische Auenwälder verbindet die beiden Bauten. 70% der Strecke verlaufen auf Naturbelag.
Detaillierte Routenbeschreibung
Eines der mächtigsten Adelsgeschlechter auf dem Gebiet des heutigen Kantons Freiburg waren im 12. und 13. Jahrhundert die Herren von Maggenberg. Ihre Herrschaft erstreckte sich über weite Teile der Gegend zwischen Saane und Sense. Seinen Stammsitz hatte das Rittergeschlecht im Raum Tafers: Auf einem Hügel oberhalb des Dorfs stand die Burg Nieder Maggenberg. Bereits im 13. Jahrhundert wurde sie zerstört (und dann im 16. Jahrhundert durch einen unweit davon errichteten Herrensitz ersetzt).
Darauf liessen die Herren von Maggenberg ein neues Schloss erbauen. Hoch über der Senseschlucht und damit an einem erhöhten und besser gesicherten Standort ragte die Burg Ober Maggenberg auf. Doch auch ihr war kein langes Bestehen beschieden: Der Überlieferung nach wurde sie im Zuge der Schlacht von Sempach (1386) zerstört. Zu jener Zeit war das Geschlecht bereits erloschen: Nach einem raschen wirtschaftlichen Niedergang der Familie war ihr letzter Vertreter 1370 verstorben.
In den folgenden Jahrhunderten wurde die Ruine von den Bewohnern der umliegenden Dörfer als Steinbruch genutzt. Heute ist von der ausgedehnten Anlage (im Historischen Lexikon der Schweiz wird sie als überrissen eingestuft und als Folge siedlungspolitischer Fehlplanung bezeichnet) praktisch nur noch der Bergfried erhalten. Mit seinen bis zu zwei Metern dicken Grundmauern weist das Bauwerk Dimensionen auf, die auch heute beeindrucken.
Die Strecke von Ober Maggenberg nach Nieder Maggenberg lässt sich gut zu Fuss bewältigen. Die Wanderung verläuft durch voralpine Hügellandschaft; zu einem schönen Teil wird dabei offenes und entsprechend aussichtsreiches Gelände durchquert. Zwischendurch passiert man mehrmals kleine Waldgebiete. Aufgrund der vorwiegend landwirtschaftlichen Nutzung des Gebiets lassen sich Passagen auf Asphalt nicht vermeiden; die meisten haben aber glücklicherweise eine überschaubare Länge.
Ausgangspunkt ist das der Gemeinde Plaffeien zugehörige Dorf Zumholz. Auf einem Strässchen steigt man zum nördlichen Dorfrand ab. Sanft aufsteigend geht es auf Schottersträsschen und Naturwegen via Brand zum Weiler Ober Maggenberg. Ein zehnminütiger Abstecher führt von dort zur gleichnamigen Ruine. Auf dem Weg nach Hergarten beschreibt der signalisierte Wanderweg danach einen kleinen Umweg gegen die Senseschlucht hin; zwischen den Bäumen öffnen sich eindrückliche Tiefblicke in den bewaldeten Graben.
Das Siedlungsgebiet von Alterswil wird an seinem nördlichen Rand umgangen. Unweit des Sportplatzes stehen entlang des Wanderwegs mehrere Sitzbänke bereit. Hier lässt sich bei prächtiger Sicht auf das Dorf und zur Kaiseregg rasten. Über Beniwil und Poffetsmüli geht es an den Galterenbach, wo man auf einen besonders reizvollen Abschnitt der Wanderung einschwenkt: Dem grösstenteils unverbauten Bach entlang marschiert man durch Auenwald, zwischendurch auch über grasbewachsene Lichtungen. Via Pulvermüli geht es, weiterhin dem Wasserlauf folgend, weiter Richtung Ameismüli. Kurz bevor man das entsprechend benamste Gehöft erreicht, steigt man zur Strasse auf, die zum Schloss Nieder Maggenberg führt. Von dort gelangt man nach kurzer Zeit zum Ziel der Tour, dem Dorfzentrum von Tafers.











