
Wanderung Ried - Bitsch (Aletschregion)
Suonen-Tour im Westzipfel des Aletschgebiets
Wanderzeit: 2 h 30 min
Schwierigkeitsgrad: T2 Bergwandern *
Saison: Mai - November
Wenig Anstrengung erfordert die Wanderung von Ried-Mörel via Flesche nach Bitsch, und gleichwohl bietet sie vielfältige Wandererlebnisse: Mit bescheidenen Aufstiegen, aussichtsreichen Passagen ebenen Wegs und einem längeren, aber sehr abwechslungsreichen Abstieg eignet sie sich gut auch für Kinder. Die Tour verläuft zu 85% auf Naturbelag.
Detaillierte Routenbeschreibung
Die Aletschregion ist ein vielbesuchtes Wandergebiet. Abseits von Hotspots wie der Riederalp, der Bettmeralp, dem Eggishorn und dem Märjelensee gibt es dort aber auch andere reizvolle Ecken, die weniger bekannt und deshalb stiller sind. Dazu gehören etwa die Höhenwege entlang der beiden Suonen Riederi und Bitscheri im westlichsten Zipfel der Destination.
Ausgangspunkt dieser Tour ist Ried-Mörel. Das Dorf liegt an der Mittelstation der westlichen von zwei Gondelbahnen, die Mörel mit der Riederalp verbinden. Abwechslungsweise auf Dorfsträsschen und über Weideland geht es mässig steil aufwärts nach Summerseili, wo man die Riederi-Suone erreicht. Der Bewässerungsgraben wurde bereits im Spätmittelalter angelegt, um die sonnenexponierten Hänge rund um das Dorf mit Schmelzwasser des Aletschgletschers zu versorgen. Heute ist die Wasserleite allerdings nicht mehr in Betrieb. Der Pfad, der ihr folgt, verläuft ebenen Wegs dem Hang entlang und bietet prächtige Ausblicke auf die Region Brig und ins Simplongebiet. Mehrere Holzbänke entlang der Strecke laden dazu ein, die Aussicht zu geniessen.
Gut eine halbe Stunde dauert diese unbeschwerte Höhenwanderung, dann gelangt man zu einer Wegverzweigung. Geradeaus ginge es der stillgelegten Suone entlang weiter in die Massaschlucht. Stattdessen schlägt man den talwärts signalisierten Pfad ein. Es handelt sich um einen gut erhaltenen historischen Verkehrsweg, der in vielen Kehren kunstvoll in den Hang gelegt und streckenweise mit grossen Steinplatten gepflästert ist. Er führt hinunter zur Bitscheri, einer weiteren Suone. Im Unterschied zur Riederi wird diese auch heute noch genutzt.
Im Prinzip könnte man dem munter daherplätschernden Wasserlauf gleich direkt folgen; eine Informationstafel warnt jedoch eindringlich davor, denn der Suonenweg durchquert ein Tobel mit erheblicher Steinschlaggefahr. Daher empfiehlt es sich, noch ein paar Dutzend Höhenmeter weiter abzusteigen. Bei der nächsten Abzweigung schwenkt man gleich wieder auf einen hangaufwärts führenden Kiesweg ein, der zurück zur Bitscheri führt, ohne sich der heiklen Passage zu nähern.
Der Suone entlang geht es zunächst leicht aufsteigend, später dann mit etwas mehr Gefälle nach Flesche. Der von dort talwärts führende Pfad ist zwar im Gelände nicht markiert; auf der Landeskarte jedoch als Wanderweg verzeichnet (Stand Herbst 2025). Er führt über Schafweiden an einem lauschigen Tümpel vorbei zu einem nicht minder idyllischen Seelein und von dort über eine weitere Weide, auf der Lamas grasen, hinunter zum Weiler Eiche. Von dort geht es, teilweise auf Asphalt, ins Dorf Wasen und schliesslich nach Bitsch im Talgrund der jungen Rhone.











