
Wanderung Bellwald - Biel VS
Herbstgold am Gommer Höhenweg
Wanderzeit: 2 h 40 min
Schwierigkeitsgrad: T2 Bergwandern *
Saison: Mai - November
Lärchenwälder prägen die Landschaft des Goms. Im Herbst verfärbt sich ihr Nadelkleid in leuchtendes Gold. Eine Wanderung auf dem Gommer Höhenweg von Bellwald nach Biel VS bietet den idealen Rahmen, um diese Farbenpracht zu erleben. Die Tour verläuft zu 80% auf Naturbelag.
Detaillierte Routenbeschreibung
Der Gommer Höhenweg verbindet die beiden weit auseinander liegenden Oberwalliser Bergdörfer Bellwald und Oberwald. Auf dem westlichsten Teilstück des Höhenwegs verläuft die hier vorgestellte leichte Wanderung. Ausgangspunkt ist Bellwald, das auf einer Aussichtsterrasse hoch über dem Rhonetal liegt. Im alten Ortskern drängen sich traditionelle Walliser Holzhäuser dicht aneinander. Darum herum gibt es auch etliche weniger schöne Neubauten – das Dorf ist ein gesuchter Ferienort.
Von der Seilbahn-Bergstation geht es auf Asphaltstrecken und geschotterten Fusswegen zum Sportplatz, wo der Gommer Höhenweg beginnt. Ein Strässchen führt aus dem Dorf. Schon bald geht die Asphaltpiste in ein Natursträsschen über, das ohne nennenswerte Höhendifferenzen dem Hang entlang verläuft. Das Weideland, das man durchquert, ist berg- und talseits von einem Gürtel von Lärchen umgeben. Darüber ragen die Gipfel des Nufenen- und des Furkagebiets auf. Nach der Durchquerung des Wildbachgrabens Nessuschlüecht signalisiert ein grosser Holzwegweiser den kurzen Abstecher zu einer Kapelle, die sich hinter einem einsamen Holzhäuschen verbirgt. Das winzige Kirchlein ist der heiligen Apollonia geweiht.
Der Höhenweg verengt sich nun zu einem schmalen Pfad, der sich leicht gegen den Talboden des Rotten (der jungen Rhone) senkt, dabei aber weiterhin an erhöhter und entsprechend aussichtsreicher Lage verläuft. Weit im Nordosten zeigt sich nun der Gipfel des Galenstocks, dessen leuchtend weisse Kuppe sehr schön zu den Lärchen und Fichten im Vordergrund kontrastiert.
Die Lärchenbestände im Goms wurden früher gezielt angelegt, damit man die Flächen als Waldweiden nutzen konnte. Diese Bewirtschaftungsform hat eine lange Tradition und wird in der Gegend auch heute noch praktiziert. Während Fichten aufgrund ihrer dichten Kronen den Boden fast komplett beschatten, so dass dort kaum mehr Vegetation gedeiht, lassen die zart-luftigen Äste der Lärchen reichlich Licht durch, so dass darunter Gras wachsen kann. Die Ausscheidungen und die Huftritte des Viehs fördern zudem die Bodenqualität und begünstigen damit den Graswuchs. Doch die Symbiose hat ihren Preis, denn die weidenden Tiere knabbern gerne auch von den nachwachsenden Lärchensprösslingen. Der Jungwuchs muss deshalb mit forstlichen Massnahmen unterstützt werden, damit der Wald vital bleibt und seine Funktion als Lawinenschutz erfüllen kann.
Der Gommer Höhenweg verläuft mehrheitlich an sonniger Hanglage, doch zwischendurch gibt es einzelne landschaftliche Intermezzi. Eines davon erlebt man im Gebiet Willere. Der Weg senkt sich dort in den bewaldeten und entsprechend dunklen Graben des Wildbachs Schwarze Brunne. Anschliessend geht es erneut auf Weideland weiter, wo eine einsame Holzbank zu aussichtsreicher Rast einlädt. Etwas später wird das Tobel des Wilerbachs durchquert, danach steigt der Weg für eine Weile sanft, aber anhaltend.
Bei der nächsten Wegverzweigung – der Ort ist namenlos, aber auf der Landeskarte mit Punkt 1539 bezeichnet – verlässt man den Gommer Höhenweg und beginnt mit dem Abstieg zum Rotten-Talboden. Dieser führt zunächst nach Äbmete. Unterhalb des Weilers lohnt es sich, den signalisierten Wanderweg vorübergehend zu verlassen, um einen kurzen Abstecher zum Chastebiel zu unternehmen. Die Anhöhe erlaubt eine gute Übersicht über das Tal, weshalb man dort im Mittelalter ein Kastell errichtete. Mit dem Bau einer Kapelle wurde der aussichtsreiche Ort später zu einem Pilgerziel. Das Kirchlein wurde allerdings im Jahre 1837 bei einem Erdbeben zerstört. Aus seinen Überresten baute man in den 1960er-Jahren eine Freilichtkapelle. Von der westlichen Hangkante geniesst man einen prachtvollen Ausblick auf das Rhonetal, über dem in der Ferne das Weisshorn wie eine schneeglänzende Krone aufragt.
Über grüne Flurwege geht es nach Selkingen, dessen nördlichen Dorfrand man streift. Nach einem kurzen Aufstieg erreicht man die zierliche Antoniuskapelle, die hoch über dem Talboden mitten im Weideland steht. Etwas oberhalb des Kirchleins geht es auf ein Strässchen, das zum nahen Walibach führt. Von dort gelangt man ins Dorf Biel und zu dessen Bahnhof hinunter.











