Im Aufstieg von Schwarenbach zum Seestutz

Winterwanderung Sunnbüel-Gemmipass

Mit der Badehose durch den Schnee

  • Sunnbüel

  • Schwarenbach

  • Daubensee

  • Gemmipass


REGION: Berner Oberland / Wallis
MARSCHZEIT: 3 h 20 min
AUFSTIEG: 550 m
TIEFSTER PUNKT: 1871 m
VERPFLEGUNG: Berghotel Schwarenbach
ANREISE: Mit der Seilbahn ab Kandersteg/Eggeschwand nach Sunnbüel
MERKMALE: Auch/nur im Winter / Passwanderung
Schwierigkeit: W2 Winterwandern
Streckenlänge: 8,6 km
Abstieg: 140 m
Höchster Punkt: 2341 m
Ideale Jahreszeit: Dezember bis März
Rückreise: Ab Gemmipass mit der Seilbahn nach Leukerbad
   

Der Gemmi-Weg von Kandersteg nach Leukerbad ist der einzige Passübergang der Schweiz, den man auch im Winter beschreiten kann. Er führt auf verschneiten Säumerwegen durch eine hochalpine Wildnis. Am Ziel sprudeln die ergiebigsten Thermalquellen der Schweiz.

Unüberwindlich scheint der Gebirgskamm, der Kandersteg im Süden umgibt. Doch schon in alten Zeiten gelangten die Menschen über diese natürliche Grenze hinweg. Dafür benutzten sie zwei hochalpine Übergänge – den Lötschenpass und die Gemmi. Auf dem Weg mussten sie enorme Risiken und Strapazen in Kauf nehmen. Die Überquerung des Lötschenpasses galt wegen Steinschlag und Lawinen als lebensgefährlich. Und um den Passweg über die Gemmi zu erreichen, musste zuerst ein fast 1000 m hoher Steilhang hinter dem Dorf überwunden werden.
Heute gelangt man wesentlich bequemer hinauf nach Sunnbüel: Von Kandersteg fährt eine Luftseilbahn zum Ausgangspunkt der winterlichen Passwanderung. Die Talstation erreicht man vom Bahnhof mit dem Ortsbus. Die Passroute ist mit pinkfarbigen Tafeln signalisiert, und weil der Weg täglich mit einem Pistenfahrzeug präpariert wird, kann man die Route ohnehin nicht verfehlen.
Vor einem eindrücklichen Hochgebirgs-Panorama wandert man anfänglich ebenen Wegs, dann in leichtem Abstieg der Sonne entgegen. Im Osten ragt das mächtige Altels-Massiv in die Höhe, gegen Süden hin zeigt sich die Rinderhorngruppe. Auf der weiten Ebene der Spittelmatte ziehen Langläufer neben dem Winterwanderweg ihre Runden. Taleinwärts, da, wo sich der Wanderweg in der Weite verliert, gibt es nichts als Schnee und Stille.
Beim Arvenwäldchen am Ende der Spittelmatte erreicht man Walliser Boden. Ein steiler Aufstieg führt zum Berghotel Schwarenbach und durch die Flanke des Felshorns zum Seestutz, wo sich eine ausgedehnte weisse Ebene öffnet: Unter einer dicken Eis- und Schneedecke liegt hier der Daubensee. Der Winterwanderweg verläuft teilweise der Uferlinie entlang, teilweise aber auch quer über den zugefrorenen See bis zur Talstation der Daubensee-Bahn. Wer den letzten Anstieg zur Gemmi-Passhöhe scheut, kann ihn mit der Luftseilbahn überbrücken. Auf dem Gemmipass weitet sich das Panorama schlagartig. Über dem Talkessel von Leukerbad erstreckt sich eine ganze Perlenkette von majestätischen Hochalpengipfeln. Darunter ist auch der bekannteste Walliser Berg, das Matterhorn, auszumachen.
Der Abstieg über die nahezu senkrechten, von Lawinenzügen durchfurchten Steilhänge ins Dala-Tal erfolgt im Winter zwangsläufig mit der Seilbahn. Sie bringt einen zügig in den grössten Thermalkur- und Badeort der Alpen. Aus mehreren Quellen strömen hier täglich gegen 4 Millionen Liter Wasser, das nicht nur reich an Kalzium, Schwefel und Eisen ist, sondern noch dazu eine Temperatur von 51 Grad aufweist. Kurgäste und Rehabilitationspatienten wissen seine positive Wirkung zu schätzen. Auch bei ermüdeten Passwanderern, die vorsorglich Badesachen in den Rucksack gepackt haben, vermag es seine belebenden Kräfte zu entfalten.