Am Bisse du Montorge

Wanderung Arbaz-Sion

Durch Rebberge und an Suonen

  • Arbaz

  • Drône

  • Lac du Mont d'Orge

  • Pont-de-la-Morge


REGION: Wallis
MARSCHZEIT: 3 h 40 min
AUFSTIEG: 160 m
TIEFSTER PUNKT: 502 m
VERPFLEGUNG: Relais du Mont d’Orge, Sion
ANREISE: Mit dem Postauto nach Arbaz/Poste
MERKMALE: Themenweg / Familientauglich / Höhenweg
Schwierigkeit: T1 Wandern
Streckenlänge: 13,7 km
Abstieg: 800 m
Höchster Punkt: 1222 m
Ideale Jahreszeit: Anfang Mai bis Mitte November
Rückreise: Ab Pont-de-la-Morge/Centre mit dem Postauto
   

Reiche Kontraste bei minimaler Anstrengung bietet diese Höhenwanderung am Sonnenhang des Rhonetals: Die Route führt fast durchwegs leicht abwärts. Während der erste Teil mehrheitlich durch stillen Bergwald führt, verläuft der zweite Teil entlang von Suonen durch Rebhänge mit tollen Ausblicken zum Talboden und zu den umliegenden Bergen. Ausserhalb des Siedlungsgebiets kaum Hartbelag.

Wer sich beim Wandern nicht verausgaben mag, sondern lieber gemütlich voranschreitet, kommt bei dieser Wanderung voll auf seine Kosten: Drei Viertel der Route verlaufen entweder flach oder in sanftem Abstieg. Nur zu Beginn geht es zunächst etwas aufwärts und danach auf steinigem Waldpfad mässig steil abwärts.
Das Dörfchen Arbaz ist rasch durchquert: Von der Bushaltestelle im Zentrum geht es in sanftem Aufstieg zum Gebiet Planeige, wo sich eine weitere Busstation befindet. Am Tennisplatz vorüber gelangt man in den Wald, wo die Steigung endet, ebenso der Hartbelag. Ein Kiessträsschen führt in sanftem Auf und Ab zur Wegkreuzung Planeige und zu einem angrenzenden, üppig ausgestatteten Picknickplatz.
Dahinter wird der Pfad schmal und senkt sich mit mässigem Gefälle zum Wildwassergraben des Drahin. Hier wechseln das Terrain und der Wegcharakter komplett. Der Wald lichtet sich, der Pfad säumt nun einen Bisse, wie die künstlich angelegten Wasserläufe im französischsprachigen Teil des Wallis genannt werden (im deutschsprachigen Oberwallis nennt man sie Suonen). Munter plätschert das Wasser vor sich hin; ebenso wie der Bewässerungsgraben weist auch der Weg nur ein geringes Gefälle auf.
Dem Bisse de Tsampé entlang geht es zur Waldweide Pras Bacon und danach in offenes Gelände, wo sich die Sicht weitet. Hecken und Büsche säumen das Weideland, darüber hinweg erblickt man auf der anderen Talseite die Berge rund um die Seitentäler Val d'Anniviers, Val d'Hérens und Val d'Hérémence. Vor dieser grossartigen landschaftlichen Kulisse steigt man, anfänglich weiterhin dem Bisse de Tsampé entlang, nach Drône ab und gelangt dort auf der Ruelle du Boulanger zu den Rebhängen unterhalb des Dorfs. Im Weinberg setzt sich der Abstieg zunächst auf einem Strässchen fort, danach zweigt ein steiles, steiniges Weglein zum Bisse de Lentine ab, danach geht es flach dem Wasserlauf entlang weiter.
Der Weg dem Bisse de Lentine entlang ist als Themenpfad ausgestaltet; Informationstafeln säumen die Strecke und vermitteln Wissenswertes über die Flora, Fauna und Geologie der Gegend und natürlich über den Weinbau, dem in diesem Teil des Wallis traditionell grosse Bedeutung zukommt. Wunderbar ist es, dem Wasserlauf entlang an den unzähligen Weinstöcken vorbeizumarschieren. Im Hochsommer sollte man die Route allerdings eher meiden, weil dann die Sonne unbarmherzig sengt. Am schönsten ist die Wanderung im Oktober, wenn sich das Rebenlaub allmählich verfärbt.
Nach langem, ausgiebigem Wandergenuss auf natürlichen Pfaden gibt es einen kurzen Stilbruch. Die Route durchquert den Rand der zur Gemeinde Savièse gehörenden Ortsteile Ormône und Diolly – auf Strässchen geht es durch Wohnquartiere, bis man die lärmige und unansehnliche Hauptstrasse bei La Muraz erreicht. Doch fünf Gehminuten später ist man schon im Naturschutzgebiet Montorge (oder Mont d'Orge, wie es auf der Landeskarte fälschlicherweise heisst), und sofort kehrt wieder Stille ein. Das Seelein mitten im Schutzgebiet bietet zahlreichen Wasservögeln Lebensraum.
Erneut schwenkt die Wanderroute auf einen Suonenweg ein, der durch Rebberge führt. Diesmal ist es der Bisse du Montorge, dem man ebenen Wegs folgt. Die Perspektive ist jetzt nicht mehr ganz so prachtvoll wie zuvor, denn der Blick fällt nun auf den dicht bebauten Talboden der Rhone. Gleichwohl bietet auch dieser Abschnitt eine wunderbare Aussicht über die langen Reihen von Rebstöcken hinweg zu den Alpengipfeln des Unterwallis. Nach einem kurzen, sanften Abstieg erreicht man Pont-de-la-Morge.