Über dem Rhonetal erhebt sich der Gipfelkranz der Walliser Hochalpen.

Winterwanderung Montana/Cry d'Er

Auf Augenhöhe mit Viertausendern

  • Cry d'Er

  • Chetseron

  • Merbé

  • L'Arnouva

  • Montana


REGION: Wallis
MARSCHZEIT: 2 h 30 min
AUFSTIEG: 30 m
TIEFSTER PUNKT: 1473 m
VERPFLEGUNG: Bergrestaurant Chetzeron
ANREISE: Mit der Gondelbahn ab Crans-s.-S./téléphérique nach Cry-d’Er
MERKMALE: Auch/nur im Winter / Aussichtsberg
Schwierigkeit: W1 Winterwandern
Streckenlänge: 7,4 km
Abstieg: 810 m
Höchster Punkt: 2257 m
Ideale Jahreszeit: Dezember bis März
Rückreise: Ab Cry-d’Er mit der Gondelbahn nachCrans-s.-S./téléphérique
   

Eine grossartige Aussicht auf die höchsten Gipfel der Schweiz geniesst man auf der winterlichen Wanderung quer durch das Skigebiet von Crans-Montana. Die Route führt streckenweise der Piste entlang; etliche Passagen verlaufen aber abseits des Rummels.

In architektonischer Hinsicht bietet Crans-Montana einen zwiespältigen Anblick. Der Gesamteindruck wird schon von weitem durch riesige Betonchalets beherrscht, die wie gnadenlos mit Silikon aufgespritzte Gartenhäuschen aussehen. Dazwischen begegnet man aber auch städtebaulichen Preziosen, die als wertvolle Zeugen der Architektur der Moderne gelten.
Die Tourismusregion auf der sonnigen Hochebene am Südhang der Plaine Morte hat im 20. Jahrhundert eine ungestüme Entwicklung erlebt, die sich nicht zuletzt in der Bebauung niederschlug. Das zeigt sich unter anderem bei den Bergbahnen. Jahrzehntelang war an den Hängen eine Vielzahl von Gesellschaften tätig, die mehr oder weniger planlos ihre Lifte und Bahnen ins Gelände stellten. Manche der Anlagen wurden im Laufe der Zeit ersatzlos stillgelegt, ohne dass die Erschliessung des Skigebiets gelitten hätte. Allerdings führten solche Umgestaltungen zu mitunter kuriosen Erscheinungen.
Einer davon begegnet man auf der Alp Chetseron. Der gediegene, mit dunklen Natursteinen verkleidete Bau ist von weitem sichtbar. Fast könnte man aufgrund seiner Gestalt meinen, er berge trotz seiner abgeschiedenen Lage Büros oder Wohnungen. Doch weit gefehlt. Das Gebäude diente früher als Bergbahnstation und wurde nach dem Abbruch der Bahn umgebaut. Jetzt sind darin ein schickes Restaurant und im Obergeschoss luxuriöse Zimmer und Suiten untergebracht.
Das markante Bauwerk liegt am Winterwanderweg, der vom Wintersportknotenpunkt Cry d'Er hinunter nach Montana führt. Just das erste Teilstück der Route bringt allerdings nur begrenzten Genuss. Bereits den Einstieg muss man geradezu detektivisch aussperbern. Er ist zwar mit pinkfarbigen Wegweisern lupenrein ausgeschildert, doch inmitten all der Skicracks und Pistenhäschen, die sich hier an sonnigen Hochsaisontagen tummeln, gehen diese völlig unter.
Am einfachsten begibt man sich ans westliche Ende der beiden Gondelbahnstationen und folgt dort dem Trassee des längeren der beiden Skilifte. Die Winterwanderroute führt praktisch in gerader Linie nach Chetseron. Einen eigentlichen «Weg» sucht man allerdings vergebens. Stattdessen muss man sich damit begnügen, dem Pistenrand entlangzumarschieren. Das ist hier weder gefährlich noch unangenehm, denn die Piste ist breit und flach und gilt daher unter Skifahrern als eher langweilig.
Von Chetseron geht es auf einem breiten Alpweg zuerst ausserhalb des Pistenraums, später dann erneut neben der Piste etwas steiler abwärts nach Merbé. Danach führt der Abstieg über verschneite Alpweiden nach L'Arnouva und weiter ins Dorfzentrum von Montana.