Doch, das ist ein Wanderweg: An der Niwärch-Suone (links) hat man zwischendurch viel Luft unter den Sohlen. Später wird es dann gemütlicher.

Wanderung Baltschiedertal

Zu den «Wasserleiten» im Baltschiedertal

  • Ausserberg

  • Niwärch

  • Ze Steinu

  • Eggen

  • Eggerberg


REGION: Wallis
MARSCHZEIT: 3 h 50 min
AUFSTIEG: 450 m
TIEFSTER PUNKT: 844 m
VERPFLEGUNG: Picknick aus dem Rucksack
ANREISE: Mit der Bahn nach Ausserberg
MERKMALE: Am Wasser / Höhenweg
Schwierigkeit: T3 Bergwandern
Streckenlänge: 12,5 km
Abstieg: 530 m
Höchster Punkt: 1295 m
Ideale Jahreszeit: Anfang Mai bis Ende Oktober
Rückreise: Ab Eggerberg mit der Bahn
   

Das Wallis ist geprägt von alten, meist noch heute funktionstüchtigen Bewässerungskanälen. Besonders reizvolle Beispiele bietet das Baltschiedertal. Spektakuläre Tiefblicke zur Rhoneebene und lauschige Abschnitte entlang der Suonen wechseln sich ab. Kurios, aber wichtig: Wer nicht schwindelfrei ist, muss sich für diese Wanderung mit einer Taschenlampe ausrüsten. Kaum Hartbelag.

Gnadenlos brennt die Sonne im Sommer auf das Wallis. Nicht von ungefähr heissen die Südhänge oberhalb Visp «Sonnige Halden». Kaum ein Grashalm vermöchte hier zu gedeihen, wenn nicht der Mensch seit dem Mittelalter Gletscherwasser aus den Seitentälern auf die Hänge leiten würde. Eine ausgeklügelte Technik und kühne Bauten prägen das System der «Wasserleiten» oder «Suonen», wie sie auf Walliserdeutsch heissen. Der Wasserbezug war in alter Zeit eine Angelegenheit um Leben und Tod. Er wurde deshalb genaustens reglementiert. Verstösse wurden hart geahndet – mitunter bis hin zur Todesstrafe, die vollzogen wurde, indem der Delinquent ausgerechnet die gefährlichsten Unterhaltsarbeiten an den Bewässerungsanlagen ausführen musste.
Ein Aufstieg von gut 300 Metern bildet den Auftakt zur Suonenwanderung ins Baltschiedertal im Gebiet des Unesco-Welterbes Jungfrau-Aletsch. Von der Bahnstation Ausserberg gelangt man der Strasse entlang ins Dorf, von dort führt ein steiniger Pfad über Weideland und durch kurze bewaldete Abschnitte zum heute nicht mehr bewohnten Weiler Niwärch. Auf den nun folgenden acht Kilometern verläuft die Wanderung praktisch ebenen Wegs. Lauschige Birkenwäldchen wechseln ab mit prächtigen Föhrenbeständen. Dazwischen öffnen sich schöne Ausblicke ins Rhonetal.
Beim Standort «Stolleneingang» gilt es, sich zu entscheiden: Trittsichere und schwindelfreie Wanderer folgen weiterhin der Niwärch-Suone, die von hier an streckenweise stark exponiert verläuft und manchenorts senkrechten Felswänden entlang angelegt ist. Wem das zu heikel ist, benützt einen rund 1,5 km Tunnel, um in den Talhintergrund vorzustossen. Der Stollen ist nicht beleuchtet, für die Begehung ist somit eine Taschenlampe unabdingbar.
Unterhalb von Ze Steinu wird der Baltschiederbach überquert. Die Route verläuft nun auf einem hinreissend schönen Weg, der spektakuläre Einblicke in traditionelle Wasserbaukunst und in eine intakte Naturlandschaft bietet. Der Gorperi-Suon entlang erreicht man das Dörfchen Eggen. In steilem Abstieg geht es schliesslich zur Bahnstation Eggerberg hinunter.