Ausblick von den Monti di Verona ins Valle Morobbia

Wanderung Giubiasco - Monti di Verona

Verona zwischen Polenta und Tiramisu

  • Giubiasco

  • Pianezzo

  • Monti di Verona

  • Camorino/Ponte Veccio

  • Giubiasco


REGION: Tessin
MARSCHZEIT: 3 h 10 min
AUFSTIEG: 540 m
TIEFSTER PUNKT: 230 m
VERPFLEGUNG: Diverse Gaststätten in Giubiasco
ANREISE: Mit der Bahn nach Giubiasco
MERKMALE: Rundwanderung / Themenweg / Familientauglich
Schwierigkeit: T2 Bergwandern
Streckenlänge: 8,1 km
Abstieg: 540 m
Höchster Punkt: 618 m
Ideale Jahreszeit: Mitte April bis Ende Oktober
Rückreise: Ab Giubiasco mit der Bahn
   

Von Bellinzona ist es weit bis Verona. Das Maiensäss Monti di Verona hingegen liegt nur einen Katzensprung oberhalb von Giubiasco, einem Vorort der Tessiner Kantonshauptstadt. Es eignet sich damit ideal für einen kleinen Abstecher im Verlauf eines Tagesausflugs in den Südkanton – sozusagen als Gang zwischen Mittagessen und Dessert. Ausserhalb der Ortschaften durchwegs Naturbelag.

Sie ist viel weniger renommiert, doch fast reizvoller als ihre Namensvetterin in Locarno: Die Piazza Grande in Giubiasco ist eine riesige, unüberbaute Fläche mitten im Siedlungsgebiet des Vororts von Bellinzona. Leer bedeutet keineswegs unbelebt – im Gegenteil: Im Zentrum des gewaltigen Platzes steht ein grosser Park mit angrenzendem Spielplatz, darum herum gibt es Restaurants und Läden. Fünf Minuten sind es vom Bahnhof bis zu diesem städtebaulichen Juwel, das zugleich der Ausgangspunkt einer interessanten Kurzwanderung ins nahe Valle Morobbia ist.
Auf der Strada Vecchia, einem alten, gepflästerten Strässchen, wandert man über Lôro nach Pianezza hinauf, steigt dort bei der Postautohaltestelle Paese die kurze Treppe «Salita alla Casa Parrocchiale» hinunter und zweigt gleich nochmals nach rechts ab (die Wanderroute ist hier nicht signalisiert). Durch die Via Nucleo Vecchio gelangt man zum Dorfbrunnen und auf nunmehr wieder signalisiertem Wanderweg in den Wald.
Ein teilweise etwas ausgesetzter Weg führt in leichtem Abstieg durch den Steilhang zur schönen alten Steinbogenbrücke, die sich über das Flüsschen Morobbia spannt. In zahlreichen Zickzack-Kehren geht es auf der gegenüberliegenden Talseite stark ansteigend hinauf zum Maiensäss Monti di Verona.
Der Aufstieg endet dort, wo die Route in den Bergweg mündet, der auf der Südseite der Morobbia von Giubiasco nach Stagno und weiter ins Valle Morobbia hineinführt. Diesem Pfad folgt man nun talauswärts. Wer Entdeckerlust verspürt, unternimmt zuvor noch einen kleinen Abstecher ins nahe Valle Scertara. Nach wenigen Dutzend Schritte ebenen Wegs entdeckt man kurz nach dem gleichnamigen Bergbach ein geheimnisvolles Loch im Boden. Es handelt sich um den Eingang zu einem Stollen, der Teil des Wasserkraftsystems im Valle Morobbia ist. In den 1960er-Jahren wurde er als Zugangsstollen ausgebrochen, führt aber kein Wasser. Betreten auf eigene Gefahr – eine Taschenlampe ist unverzichtbar.
In leichtem Abstieg geht es durch Buchenwälder und später durch Kastanienselven talauswärts. Einige Informationstafeln säumen die Route; als Stationen des Themenwegs «La via dell’ acqua» vermitteln sie Zahlen und Fakten über die Nutzung der Wasserkraft im Tal. Weiter unten mündet die Route in einen weiteren Lehrpfad: Bei den «Fortini della fame» dreht sich alles um die fünf sogenannten Hungertürme des Dorfs Camorino, das heute ebenfalls Teil der Stadt Bellinzona ist. Die Bauwerke waren Teil einer Befestigungslinie, die Mitte des 19. Jahrhunderts zum Schutz vor einem österreichischen Überfall errichtet wurde – just zu einer Zeit, da mehrere Missernten die Versorgung der Bevölkerung gefährdeten, so dass der als Arbeitsbeschaffungsmassnahme angeordnete Bau der Festungen willkommene Abhilfe brachte. Der markanteste dieser Türme heisst Al Pian di Bur; die Wanderung führt direkt an ihm vorbei. Von der Lichtung, auf der er steht, geniesst man eine schöne Aussicht auf den östlichen Teil der Magadinoebene.
Weiter unten verläuft die gelb signalisierte Wanderroute für den Abstieg vom Weinbaugebiet Montagna zum Talboden praktisch durchwegs auf Asphalt. Reizvoller ist die Variante, welche die braunen Kulturweg-Schilder der «Fortini della fame» bieten: Sie ist zwar etwas steiler, führt aber mehrheitlich über schöne alte, mit Steinen gepflästerte Wege. Vom Ponte Veccio im Talboden von Camorino sind es nur noch wenige hundert Schritte zurück zur Piazza Grande von Giubiasco.