In einem namenlosen Seelein oberhalb Lielp spiegelt sich der Basòdino.

Wanderung Robiei - Lago Nero

Weisse und schwarze Seen am Cristallina

  • Robiei

  • Lago Bianco

  • Lago Nero

  • Lielp

  • Robiei


REGION: Tessin
MARSCHZEIT: 4 h 10 min
AUFSTIEG: 750 m
TIEFSTER PUNKT: 1846 m
VERPFLEGUNG: Albergo e Ristorante Robiei, Robiei
ANREISE: Mit der Seilbahn ab San Carlo (Bavona)/Funivia nach Robiei
MERKMALE: Rundwanderung / Am Wasser / Höhenweg
Schwierigkeit: T3 Bergwandern
Streckenlänge: 9,2 km
Abstieg: 750 m
Höchster Punkt: 2458 m
Ideale Jahreszeit: Anfang Juli bis Mitte Oktober
Rückreise: Ab Robiei mit der Seilbahn nach San Carlo (Bavona)/Funivia
   

Die Rundwanderung von der Seilbahn-Bergstation Robiei zum Lago Nero führt durch eine wilde Gebirgslandschaft. Entsprechend rau sind auch die Bergwege, auf denen die Route verläuft. Besonders anspruchsvoll ist der Abstieg nach Lielp. Bei nassem Boden wird die Passage mit Vorteil in umgekehrter Richtung begangen. Im ersten Teil ca. 2 km auf Hartbelag, sonst fast durchwegs Naturwege.

Die Gegend rund um den 2912 Meter hohen Cristallina-Gipfel gilt als Wasserschloss der Südschweiz: Jeder dritte Regentropfen, der im Laufe des Jahres über dem Tessin niedergeht, fällt hier zu Boden. Damit ist ein beachtliches Energiepotenzial verbunden, das seit den 1950er-Jahren mittels mehrerer Stauseen, Druckstollen und Kraftwerken genutzt wird.
Von oben zeigt sich die Landschaft als bunter Flickenteppich von Alpweiden, Wasserflächen und kahlen Felsgebieten. Sie ist zwar unübersehbar vom Menschen beeinflusst, doch zugleich hat sie ihren urwüchsigen Charakter bewahren können. Neben einigen künstlich aufgestauten Seen prägen zahlreiche natürliche Seen, Seelein und Tümpel ihr Gesicht.
Von der Bergstation der Seilbahn, die durch den oberen Teil des Bavona-Tals nach Robiei fährt, erreicht man in wenigen Minuten den Stausee Lago di Robiei; wenn man den kleinen Umweg über das nördliche Ende der Staumauer einlegt, erspart man sich einige hundert Meter Hartbelag. Nach der Überquerung der Mauerkrone und dem kurzen Aufstieg zu einem kleinen Felssattel mündet die Wanderroute allerdings auch hier in die Werkstrasse, die zum Lago Bianco führt.
Hier zweigt ein schmaler Pfad Richtung Cristallinahütte und Lago Nero ab. Anfänglich geht es über zahlreiche hohe Stufen und Felsbänder zuweilen sehr steil aufwärts. Immer wieder öffnen sich prachtvolle Ausblicke zur vergletscherten Nordflanke des Basòdino auf der gegenüberliegenden Talseite. Später wird das Terrain deutlich sanfter und die Steigung nimmt ab. Mit seiner dunklen Oberfläche hebt sich der Lago Nero (Schwarzsee) deutlich vom Lago Bianco (dem weissen See) ab. Malerisch liegt er am Fusse der Cima delle Donne, eines Vorgipfels des Cristallina. In der weiten Mulde herrscht wohltuende Stille: Abgesehen von vereinzelten Murmeltierpfiffen ist hier kaum ein Geräusch zu vernehmen.
Die schroffe Topografie verunmöglicht einen direkten Abstieg zurück nach Robiei. Stattdessen führt ein herrlich aussichtsreicher Höhenweg in einem weiten Bogen rund um das wilde, äusserst abschüssige Hochtal Valletta. Die Passage ist nicht viel länger als einen Kilometer, erfordert jedoch viel Zeit und Konzentration: Mehrmals gilt es Geröllfelder mit grobem Blockschutt zu queren.
Der Abstieg nach Lielp beginnt sehr steil. Auch hier erschweren grobe Steine und ein teilweise nur der Spur nach zu erkennendes Trassee ein rasches Vorankommen. Das Teilstück bewegt sich an der Klassifikationsgrenze zwischen T3 und T4 (in früheren Jahren war es denn auch als Alpinwanderweg signalisiert). Geübten und trittsicheren Berggängern dürfte es jedoch keine grösseren Schwierigkeiten bereiten. Einziger Vorbehalt: Wenn der Boden nass ist, fällt es wesentlich einfacher, die Strecke im Aufstieg zu begehen – die Runde sollte in diesem Fall in umgekehrter Richtung ausgeführt werden.
An den beiden Steinhütten der Alp Lielp vorüber geht es in leichtem Auf und Ab talauswärts. Der Abstieg zur Capanna Basòdino weist nochmals einige steile Abschnitte auf und führt zudem durch teilweise ausgesetztes Gelände; hangseits geben Stahlseile Halt und Sicherheit. Von der Hütte kehrt man auf einem leicht aufsteigenden Werksträsschen zurück zur Seilbahnstation Robiei.