Urwüchsige Flusslandschaft bei Someo

Wanderung Someo-Maggia

Werden und Vergehen an der Maggia

  • Someo

  • Giumaglio

  • Lodano

  • Maggia


REGION: Tessin
MARSCHZEIT: 2 h 15 min
AUFSTIEG: 160 m
TIEFSTER PUNKT: 313 m
VERPFLEGUNG: Picknick an der Maggia
ANREISE: Mit dem Bus nach Someo
MERKMALE: Themenweg / Familientauglich / Am Wasser
Schwierigkeit: T1 Wandern
Streckenlänge: 8 km
Abstieg: 200 m
Höchster Punkt: 386 m
Ideale Jahreszeit: Mitte April bis Ende Oktober
Rückreise: Ab Maggia mit dem Bus
   

Eine der spektakulärsten Auenlandschaften der Schweiz ist der Talboden der Maggia. Besonders schön und zugleich bestens geeignet für eine Wanderung ist der Abschnitt zwischen Someo und Maggia. Am Ende der Route ca. 1 km auf Hartbelag, sonst ausserhalb des Siedlungsgebiets durchwegs Naturwege.

Vor der Wanderung ein Espresso gefällig? Someo ist ein kleines, aber hübsches Dörfchen, man hat es rasch durchschritten. Die Osteria mit Bar liegt nur ein paar Schritte oberhalb der Bushaltestelle. Die Wanderroute durch den Auenwald der Maggia fängt auf der gegenüberliegenden Seite der Hauptstrasse an.
Die Flusslandschaft zeigt sich als überaus abwechslungsreiches Mosaik: Ausgedehnte Steinwüsten, lauschige Wäldchen und der in mehrere Arme geteilte Wasserlauf fügen sich zu einem kontrastreichen Ganzen zusammen. Es ist ein ewiger Wechsel zwischen Zerstörung und Regeneration: Auenwälder werden immer wieder überflutet – und sind gerade dadurch besonders wertvolle Lebensräume.
Das Gleichgewicht von Dynamik und Beständigkeit ist allerdings subtil. An vielen anderen Flussläufen der Schweiz haben wasserbauliche Massnahmen wie Dämme und Schutzmauern dem Auenwald den Garaus gemacht. Zwar wurde auch die Maggia durch den Bau von Stauseen in ihrem Einzugsgebiet tiefgreifend beeinflusst. Gleichwohl konnte sich das wertvolle Ökosystem der Auen im Talboden praktisch ungeschmälert erhalten, da hier auf Begradigungen und andere zerstörerische Eingriffe verzichtet wurde.
Der intakte Charakter dieser grossartigen Naturlandschaft kommt nicht nur der Tier- und Pflanzenwelt zugute. Auch der Mensch profitiert: Im Sommer gibt es im unverbauten Flussbett eine Fülle von sonnigen Badeplätzchen und zahlreiche Wasserbecken, die sich zum Schwimmen eignen.
Zum Einstieg empfiehlt sich ein Besuch des Lehrpfads «Il fiume Maggia». Der kurze Parcours führt auf Holzstegen durch den Wald und ist mit einer Reihe von Tafeln bestückt, auf denen in kurzen Texten über die vielfältige Flora und Fauna sowie über das Zusammenspiel von Wasserhaushalt und Ökologie informiert wird.
Solcherart mit Wissenswertem versehen, ist man gerüstet für das Eintauchen in die einzigartige Flusslandschaft des Maggiatals. Der Gebirgsfluss hat hier in jahrtausendelanger Erosions- und Ablagerungsarbeit ein mehrere hundert Meter breites Kiesbett geschaffen, in dem vielerorts Bäume Fuss gefasst haben, während an anderen Stellen das stete Wirken des Wassers die Bewaldung immer wieder unterband.
Die Tour beginnt mit einem Paukenschlag: 340 Meter lang ist die Hängebrücke, die sich quer über die Auenlandschaft hinweg spannt. Der Gitterboden befindet sich nur wenige Meter über Grund, doch das Bauwerk kommt beträchtlich in Schwingung, so dass an ein rasches Vorankommen nicht zu denken ist. Der Uferweg auf der westlichen Seite des Flussbetts verläuft abwechslungsweise nahe am Wasser und über Wurzeln und Steinplatten durch den Auenwald. Weiler und Einzelgebäude im Gebiet Da l’Ovi säumen die Strecke.
Auf der Höhe von Giumaglio gelangt man an einer weiteren, nicht minder langen Hängebrücke vorüber. Das Flussbett weist hier eine bunte Vielfalt an Badeplätzen auf: Da gibt es Zonen mit knapp knietiefem Wasser, in denen auch Kinder gefahrlos baden können, sodann grosse Becken, die für intensives Schwimmen geeignet sind, sowie seichte Gebiete mit entsprechend warmem Wasser, die sich bestens zum Planschen und Spielen eignen.
Durch den Weiler Ronchi gelangt man an schönen alten Rebhängen vorüber nach Lodano. Das Dörfchen umfasst neben einer Osteria und einer Pfarrkirche eine ganze Reihe von Kapellen. Von jetzt an verläuft die Wanderung deutlich oberhalb des Flussbetts mehrheitlich im Wald. Zwischendurch geniesst man schöne Ausblicke zur gegenüberliegenden Talseite, wo alsbald mit dem Dorf Maggia das Routenziel ins Blickfeld rückt. Auf einer futuristisch geformten, bogenförmig angelegten und nur an einem einzigen Pfeiler aufgehängten Hängebrücke wird der Fluss nochmals überquert. Auch hier stehen in unmittelbarer Nähe des Wanderwegs lauschige Kiesstrände und Badeplätze bereit.