Zahlreiche Sakralbauten säumen die Route, darunter die neoklassizistische Pfarrkirche in Mendrisio.

Wanderung Morbio-Mendrisio

Durch Schluchten und Rebberge

  • Morbio Superiore

  • Mendrisio

  • Castel S. Pietro

  • Morbio Inferiore


REGION: Tessin
MARSCHZEIT: 3 h 45 min
AUFSTIEG: 440 m
TIEFSTER PUNKT: 268 m
VERPFLEGUNG: Diverse Gaststätten in Mendrisio
ANREISE: Mit dem Bus nach Morbio Superiore/Posta
MERKMALE: Themenweg / Auch/nur im Winter
Schwierigkeit: T2 Bergwandern
Streckenlänge: 12,3 km
Abstieg: 600 m
Höchster Punkt: 504 m
Ideale Jahreszeit: Ganzjährig begehbar
Rückreise: Ab Morbio Inferiore/Polenta mit dem Bus
   

Eine überraschende landschaftliche Vielfalt bietet diese Wanderung im Mendrisiotto. Ein grosser Teil der Route verläuft auf dem weinkundlichen Lehrpfad «Itinerario tra i vigneti», der eigentlich in Mendrisio beginnt und endet. Startet man jedoch in Morbio, dann kann man auch die spektakulären Gole della Breggia durchqueren. Nachteilig ist der mit rund 60 % hohe Anteil an Hartbelagsstrecken.

Auf seinem Weg vom Muggiotal zum Comersee hat der Fluss Breggia zwischen den Dörfern Castel San Pietro und Morbio Superiore eine rund anderthalb Kilometer lange Kaskade von mehreren Schluchten in den felsigen Grund gegraben. Dadurch ist entlang des Wasserlaufs auf natürliche Weise ein geologischer Querschnitt freigelegt worden, der sich über eine Zeitspanne von rund 80 Millionen Jahren erstreckt.
Die Zone ist nicht nur für Fachleute interessant, sondern vermag auch Laien anzusprechen: Unmittelbar aufeinandertreffende, unterschiedlich eingefärbte Gestein legen ebenso wie zahlreiche Fossilien Zeugnis von einer bewegten geologischen Vergangenheit ab. An verschiedenen Standorten informieren Tafeln über die geologischen Eigenheiten des Gebiets.
Besonders reizvoll sind diese «Gole di Breggia» natürlich während der Vegetationszeit. Doch auch im Winter, wenn kein Laub die Sicht verdeckt, lohnt sich ein Besuch der Schluchten. Weil manche Wege und Brücken dann allerdings vereist sein können, empfiehlt es sich, die Route mit Bedacht zu wählen.
Eine unproblematische Durchquerung der Schlucht ist ab Morbio Superiore auf dem Punt da Canaa möglich. Von der alten Steinbrücke hat man einen guten Blick auf bizarr geformte, schräg aufgereihte Kalkschichten im Flussbett. Auf der anderen Seite der Breggia führt ein Zickzackweg in sanftem Aufstieg nach Castel San Pietro. Danach heisst es für eine Weile mit Asphalt vorlieb zu nehmen. Erst unterhalb der Kirche Sant' Antonino in Obino schwenkt die Wanderroute wieder auf einen Naturweg ein.
Ohne nennenswerte Höhendifferenzen gelangt man an Rebhängen vorbei und durch Waldgebiet nach Salorino. Hier folgt ein weiterer, diesmal noch etwas längerer Abschnitt auf Hartbelag. Nach dem Abstieg in die Ebene streift man kurz die Altstadt von Mendrisio, wendet sich dann aber gleich wieder nach Süden und schlägt die Wanderroute Richtung Corteglia ein. Nach kurzem Aufstieg erreicht man eine herrlich aussichtsreiche Anhöhe mit langen Reihen von Weinstöcken.
Nach dem kurzen Intermezzo auf Kieswegen folgt leider nochmals eine längere Hartbelagsstrecke. Sie führt über Loverciano zurück nach Castel San Pietro. Nach einem kurzen Abstecher zur Chiesa rossa (die «rote Kirche» liegt an exponierter Aussichtslage hoch über dem Tal der Breggia) steigt man auf dem Richtung Balerna signalisierten Wanderweg erneut in die Breggia-Schlucht ab. Dieser Abschnitt der Wanderung weist Schwierigkeitsgrad T2 (Bergwanderweg) auf, während die gesamte übrige Route als normaler Wanderweg/T1 klassifiziert ist.
Am Ende des engen Einschnitts erwartet einen eine aussergewöhnliche Sehenswürdigkeit: Eine monumentale Industrieruine zeugt davon, dass hier jahrzehntelang Zement produziert wurde. 2003 stellte die Firma Saceba die Fabrikation ein. Der Breggia entlang wandert man weiter talauswärts, quert den Fluss unmittelbar beim südlichen Ende des Strassentunnels und gelangt so auf direktem Weg zur nächstgelegenen Bushaltestelle Morbio Inferiore/Polenta.