Im Aufstieg nach San Martino: Ausblick auf das Mendrisiotto und zu den Gipfeln des Piemont

Wanderung Vacallo-Bruzella

Vom Sonnenhang ins Tal der Stille

  • Vacallo

  • Sagno

  • Morbio Superiore

  • Caneggio

  • Bruzella


REGION: Tessin
MARSCHZEIT: 3 h 15 min
AUFSTIEG: 610 m
TIEFSTER PUNKT: 357 m
VERPFLEGUNG: Picknick aus dem Rucksack
ANREISE: Mit dem Bus nach Vacallo/Piazza
MERKMALE: Auch/nur im Winter
Schwierigkeit: T1 Wandern
Streckenlänge: 9 km
Abstieg: 370 m
Höchster Punkt: 740 m
Ideale Jahreszeit: Ganzjährig begehbar
Rückreise: Ab Bruzella/Paese mit dem Postauto
   

Im südlichsten Zipfel der Schweiz fällt nur selten Schnee, und nie bleibt er lange liegen. Die wunderbar aussichtsreiche Wanderung vom Sonnenhang oberhalb von Chiasso ins Muggiotal lässt sich deshalb sowohl im zeitigen Frühling als auch im Spätherbst, ja sogar mitten im Winter problemlos ausführen. Verschiedene Abschnitte auf Hartbelag summieren sich auf knapp die Hälfte der Gesamtstrecke.

Wandern in der Region Chiasso? Wer beim Namen der südlichsten Stadt der Schweiz nur an Shoppingtempel, Autobahnen und Grenzbahnhöfe denkt, lässt das touristische Potenzial der Gegend ausser Acht. Kaum lässt man den von Verkehrsströmen durchfurchten Talboden hinter sich, so wechselt das Gesicht der Landschaft komplett. Beispielhaft zeigt sich das am Dorf Vacallo, das sich an sonniger Südlage in den Hang schmiegt. Neben eher unansehnlichen Neubauten, die den heutigen Charakter als Vorort widerspiegeln, gibt es auch eine Reihe von gut erhaltenen alten Steinhäusern und weiteren interessanten Bauwerken. Dazu zählen mehrere Sakralbauten, darunter die schmucke Pfarrkirche Santi Simone e Giuda.
Die Piazza vor der Kirche ist Ausgangspunkt der lohnenden und abwechslungsreichen Wanderung hinüber ins Muggiotal. Zunächst auf Asphalt, später auf steingepflästerten Waldwegen steigt man zum Dörfchen Sagno hoch. Das Panorama dort ist beachtlich. Es reicht von den Piemonteser Alpen im Westen bis zur Comersee-Gegend; vom See erspäht man im Osten zumindest einen Zipfel.
In leichtem Anstieg geht es weiter zur bewaldeten Kuppe von San Martino. Unterhalb des Kirchleins befindet sich ein gut ausgebauter Picknickplatz mit Holztischen, Sitzbänken und einer befestigten Feuerstelle. Grosse Lücken zwischen den Baumreihen erlauben schöne Tiefblicke. Die Sicht öffnet sich hier nun auch zum Valle di Muggio, dem Ziel der Wanderung.
In mehreren Serpentinen windet sich ein schmaler Fusspfad in die Tiefe. Da die Sonne hier im Winter kaum hinkommt, kann das Trassee mitunter vereisen. Doch weil das Gefälle gering ist, stellt dies geübte Wanderer vor keine grossen Probleme. Durch eine Kastanienselve gelangt man am Ortsteil Lattecaldo vorüber auf einem Strässchen nach Morbio Superiore. Am oberen Dorfrand schwenkt man gleich wieder auf einen Forstweg ein. Dieser führt in leichtem Aufstieg nach Caneggio. Praktisch ebenen Wegs gelangt man schliesslich nach Bruzella.