
Wanderung Sammelplatz - Bühler - Speicher
Durch Wiese und Wald im Appenzellerland
Wanderzeit: 3 h 50 min
Schwierigkeitsgrad: T1 Wandern *
Saison: Mai - November
Immer wieder auf und ab geht es auf dieser Wanderung vom Kanton Appenzell Innerrhoden ins Gebiet des «Halbbruders» Ausserrhoden. Unterwegs öffnen sich abwechslungsweise prachtvolle Ausblicke zum Alpstein, zur Hundwiler Höhi und zum Bodensee. Bei rund 70% der Strecke handelt es sich um Naturbelag.
Detaillierte Routenbeschreibung
Der Sammelplatz war einst der Ort, an dem die Appenzeller zusammenkamen, um für einen Kriegseinsatz auszurücken. Hier versammelten sie sich beispielsweise im Juni 1405, um sich für den Kampf gegen ein zahlenmässig übermächtiges habsburgisches Heer zu rüsten; die nachfolgende Konfrontation ging als Schlacht am Stoss in die Geschichte ein und endete mit einer verheerenden österreichischen Niederlage.
Bei der heutigen Bahnstation Sammelplatz, wo die Wanderung Richtung Bühler beginnt, erinnert nichts mehr an die einstigen kriegerischen Geschehnisse. Die Hauptstrasse wird überquert, über Wiesenland geht es in nördlicher Richtung zunächst aufwärts, dann mehr oder weniger ebenen Wegs nach Saul. Dieses erste Teilstück der Tour verläuft auf dem Themenweg «Pfeff ond Lischt», der mit verschiedenen Spielgelegenheiten für Kinder ausgestattet ist, darunter eine grosse Wippe sowie eine Chügelibahn (Murmelbahn).
Der Flurname Saul geht nicht etwa auf den biblischen König der Israeliten zurück, sondern ist verwandt mit dem Wort Suhle. Damit wurde früher ein sumpfiges Gebiet bezeichnet – oder auch eine «Kotlache, worin sich das Wild zu wälzen pflegt». Längst ist der Ort trockengelegt und wird für den Ackerbau genutzt. Von der Sitzbank oberhalb des Wegweisers geniesst man eine prächtige Aussicht zum Alpstein.
Statt des direkten Wegs nach Bühler wählt man hier die westwärts abgehende Route, die in Richtung Steigbach signalisiert ist. Sie führt über Weideland und durch lockeren Waldbestand zu einem Felssporn mit einem grossen Holzkruzifix. Von da an geht es eine Weile abwärts. Ungefähr ab Steigershus verläuft die Wanderroute auf den nun folgenden 2,5 Kilometer auf Asphalt. Via Leimensteig und über den Rotbach (wo mit dem Flüsschen zugleich die Grenze zwischen den beiden Appenzeller Halbkantonen überschritten wird) gelangt man zum Bahnhof Steigbach und in den zur Gemeinde Bühler gehörenden Dorfteil Steig. Am Waldrand oberhalb des Siedlungsgebiets endet der Hartbelag, nun geht es auf Schottersträsschen und Wiesenpfaden aufwärts – zwar nicht übermässig steil, aber anhaltend. Hier ist man auf dem Themenweg «Rond om Bühler» unterwegs. An verschiedenen Stationen vermitteln Informationstafeln Wissenswertes über Geschichte, Brauchtum und wirtschaftliche Entwicklung des seit Jahrhunderten von der Industrie geprägten Dorfs.
Über die Wissegg gelangt man zur Hohen Buche. Unterwegs laden mehrere umzäunte Aussichtsbänke mit freier Sicht zur Hundwiler Höhi sowie eine Feuerstelle im Wald zur Rast ein. Wer lieber einkehrt, hat dazu im Restaurant oberhalb des Bauernhofs Hohe Buche Gelegenheit.
Wunderbar aussichtsreich ist der Abstieg zur Neppenegg: Die Sicht geht über saftig grünes, hügeliges Wiesenland und dunkelgrüne Tannenwälder bis zum blau schimmernden Bodensee. Auf Weideland geht es weiter abwärts ins Siedlungsgebiet von Speicher. Schon bald gelangt man zum Bahnhof und erreicht damit das Ziel der Wanderung.











