
Wanderung Heiden - Walzenhausen
Der Witzweg – für Lach- und Beinmuskeln
Wanderzeit: 2 h 20 min
Schwierigkeitsgrad: T1 Wandern *
Saison: April - November
Die Appenzeller gelten seit Jahrhunderten als ausnehmend schlagfertig und lustig. Einen Einblick ins Humorrepertoire der Region gibt der Witzwanderweg zwischen Heiden und Walzenhausen. Kaum zum Scherzen ist allerdings dessen hoher Hartbelagsanteil: Nur gut die Hälfte der Strecke verläuft auf Naturwegen.
Detaillierte Routenbeschreibung
Der Appenzeller Witz zählt gemäss offizieller Lesart zu den lebendigen Traditionen der Schweiz. Seine Wurzeln reichen weit in die Vergangenheit zurück. In seinem Reisebericht «Schilderung der Gebirgsvölker der Schweiz» stellte der Arzt und Naturforscher Johann Gottfried Ebel Ende des 18. Jahrhunderts die Einwohnerinnen und Einwohner der beiden Appenzell als witzige und fröhliche Menschen dar und gab auch gleich einige Kostproben an Witzen zum Besten.
Zum Image der gewitzten Appenzeller trägt auch der Appenzeller Witzweg bei. Er wurde 1993 realisiert und zählt damit zu den ältesten Themenwegen der Schweiz. Initiiert wurde er von Ruedi Rohner und Peter Eggenberger; beide waren als Lehrer tätig und widmeten sich viele Jahre lang der Erkundung und Pflege des Appenzeller Dialekts.
Rund 40 Tafeln mit Witzen säumen die Strecke. Dazu gehört etwa der hier: «Als der Lehrer fragt, was das eidgenössische Bundesgericht sei, ruft Hansli ‹Geschnetzeltes mit Rösti›». An manchen Standorten stehen auch Audiostationen, an denen man mit Smartphone und QR-Code Witze anhören kann.
Ausgangspunkt des Witzwegs ist die Bergstation der zwischen Rorschach und Heiden verkehrenden Zahnradbahn. Ein kurzer Abstieg führt ins Tobel des Gstaldenbachs, danach geht es über Wiesen- und Weideland nach Wolfhalden. Am Ortsmuseum etwas oberhalb der Kirche vorbei gelangt man in den Klusbach-Wald und zur Wegverzweigung Klus. Ein längerer Abschnitt auf Asphalt führt leicht aufsteigend nach Sonder und sanft absteigend nach Höhe, wo eine breite Liegebank aus Holz zum Ausruhen vor prächtigem Panorama einlädt: Weit geht die Sicht auf den östlichen Bodensee bis nach Bregenz und zum Inselstädchen Lindau.
Eine weitere Rastmöglichkeit folgt schon wenige Minuten später mit dem im Wald liegenden Grillplatz Eichenbach. Über Weideland und durch kleine Gehölze geht es via Hostet nach Walzenhausen. Von dort gelangt man mit einer eigentümlichen Bergbahn hinunter nach Rheineck im St. Galler Rheintal: Die Strecke wurde ursprünglich mit einer Standseilbahn betrieben, in den 1950er-Jahren aber zu einer schnurgerade verlaufenden Zahnradbahn umgebaut. Die Linie wird nur mit einem einzigen Triebwagen bedient, der im Pendelbetrieb verkehrt.











