Das Berggasthaus Schäfler im Licht der sommerlichen Morgensonne

Wanderung Lehmen-Schäfler-Wasserauen

Direttissima zum Schäfler

  • Lehmen

  • Schäfler

  • Äscher

  • Wasserauen


REGION: Ostschweiz
MARSCHZEIT: 5 h
AUFSTIEG: 990 m
TIEFSTER PUNKT: 867 m
VERPFLEGUNG: Berggasthaus Schäfler
ANREISE: Mit dem Rufbus nach Lehmen/Triebern
MERKMALE: Aussichtsberg
Schwierigkeit: T2 Bergwandern
Streckenlänge: 10,8 km
Abstieg: 1090 m
Höchster Punkt: 1925 m
Ideale Jahreszeit: Anfang Juni bis Mitte Oktober
Rückreise: Ab Wasserauen mit der Bahn
   

Mehr als zwei Dutzend Berggasthäuser gibt es im Alpsteingebiet. Eines davon steht an einzigartiger Lage, nämlich zuoberst auf der Kuppe eines hohen Berges: Das Berggasthaus Schäfler ist der Kulminationspunkt einer sehr abwechslungsreichen und interessanten Bergwanderung. Am Schluss der Route etwas Hartbelag, sonst durchwegs Naturwege.

Die Lage ist traumhaft – und zugleich völlig unmöglich: Der Schäfler, eine Felsspitze in der zum Säntisgipfel aufsteigenden nördlichsten der drei Alpsteinketten, fällt beidseits des Grats steil ab – und trotzdem steht zuoberst ein Haus. Man sieht es von weit her, und entsprechend ist auch die Aussicht, die man dort oben geniesst: Sie reicht über den Bodensee hinweg bis weit nach Süddeutschland sowie im Osten ins Vorarlbergische. Auf der Gegenseite fällt der Blick nahezu senkrecht in die Tiefe zum Seealpsee. Entsprechend reichlich ist die Besonnung: Im Hochsommer gleisst die Terrasse des Berghauses vom frühen Morgen bis am späten Abend im Sonnenlicht.
Üblicherweise passiert man den Schäfler, wenn man auf dem Bergwanderweg von der Ebenalp zum Säntis aufsteigt. Man kann ihn aber auch direkt von Norden her in Angriff nehmen. Ausgangspunkt ist das Berggasthaus Lehmen, erreichbar mit dem Rufbus ab Weissbad (vorgängige Reservation erforderlich).
Das Ziel hat man gleich beim Start vor Augen: Es ist das Haus weit oben am Grat. Der Aufstieg ist kontinuierlich steil, bietet aber keine Schwierigkeiten und weist auch keinerlei ausgesetzte Passagen auf. Er verläuft zunächst hauptsächlich in Waldgebiet. Von der Wegkreuzung Neuenalp an geht es dann über zunehmend aussichtsreiches Weideland aufwärts. Beim Alphüttchen Filder wendet sich die Route in einem scharfen Bogen nach Osten. An nahezu senkrechten Felstürmen und messerscharfen Gratkanten vorbei gewinnt man zügig weiter an Höhe.
Wer oben ankommt, macht eine überraschende Entdeckung: Das Berggasthaus Schäfler steht nicht auf schmalem Grat, sondern ruht auf einer erstaunlich breiten Kuppe. Das zu Beginn des Ersten Weltkriegs errichtete Haus bietet einfachen Hotelstandard. Duschen gibt es freilich nicht, denn weil das Gebäude zuoberst auf dem Berg steht, ist Wasser hier Mangelware. Einzig eine mit Regenwasser gefüllte Zisterne steht für die Versorgung mit Trink- und Spülwasser zur Verfügung.
Für den Abstieg nach Wasserauen gibt es mehrere Möglichkeiten. Die kürzeste Variante führt in einer Stunde zur Bergstation der Ebenalp-Bahn. Relativ lang, aber sehr aussichtsreich, doch nur für trittsichere und schwindelfreie Berggänger geeignet ist die Route via Altenalpsattel und Mesmer. Ebenfalls viel Aussicht bietet die mittlere Variante: Sie führt via Chlus zum Äscher und von dort zur Wegverzweigung Kobel oberhalb des Seealpsees und schliesslich nach Wasserauen. Der letzte Teil des Abstiegs verläuft teilweise auf einer Asphaltstrasse, die allerdings kaum Verkehr aufweist.