Beim Plattenbödeli

Winterwanderung Brülisau-Plattenbödeli

Winterruhe auf dem Ruhsitz

  • Brülisau

  • Ruhsitz

  • Plattenbödeli

  • Brülisau


REGION: Ostschweiz
MARSCHZEIT: 3 h 30 min
AUFSTIEG: 460 m
TIEFSTER PUNKT: 922 m
VERPFLEGUNG: Berggasthäuser Ruhesitz/Plattenbödeli
ANREISE: Mit dem Postauto nach Brülisau/Kastenbahn
MERKMALE: Rundwanderung / Auch/nur im Winter
Schwierigkeit: W2 Winterwandern
Streckenlänge: 8,6 km
Abstieg: 460 m
Höchster Punkt: 1317 m
Ideale Jahreszeit: Dezember bis März
Rückreise: Ab Brülisau/Kastenbahn mit dem Postauto
   

Abenteuerlich gezackte Berge und schroffe Flühe prägen das Gesicht des Alpsteins. Das Massiv ist damit nicht gerade prädestiniert für Winterwanderungen. Eine unproblematische Ausnahme ist der Plattenbödeli-Rundweg. Er beginnt und endet in Brülisau, weist zwar ansehnliche Auf- und Abstiege auf, führt aber dazwischen durch eine wunderbar weite und stille Landschaft.

Rundwanderungen kann man prinzipiell in zwei Richtungen beschreiten, doch meist gibt es eine vorteilhaftere Variante. Bei der Rundtour von Brülisau zum Plattenbödeli ist dies der Uhrzeigersinn, denn dadurch kommt man deutlich besser in den Genuss der grandiosen Landschaft des Alpsteins. Es gibt freilich ein Argument für die Gegenrichtung – dazu später mehr.
Vom Ausgangspunkt bei der Talstation der Kastenbahn geht man zunächst einige Schritte zurück zum zentralen Wegweiser bei der Kirche, danach auf einem Strässchen vorerst ebenen Wegs Richtung Horstbach-Tobel. Nun beginnt der Weg zu steigen.
Aus drei sich aneinanderschmiegenden, langen Felszügen ist der Alpstein geformt. Den östlichsten Ausläufer der mittleren Kette hat man während des Aufstiegs zur rechten Hand vor Augen, im Hintergrund sieht man zu Beginn auch die grosse Antenne auf dem Säntis-Gipfel.
Die mit violetten Stangen markierte Winterwanderroute führt anfänglich dem Waldrand entlang, dann quer über verschneites Weideland bergan. Beim Ruhsitz ist der grösste Teil der Steigung bewältigt. Auf halber Höhe zwischen Berg und Tal geniesst man hier eine grandiose Aussicht zu den schroffen Felsformationen des Alpsteins. Der eigenartige Flurname hat übrigens eine andere Bedeutung, als man auf Anhieb annehmen würde: Er stammt von «Risi» ab, einer alten, im Alpenraum noch immer verbreiteten Bezeichnung für eine Erosionsrinne im Gebirge. Gleichwohl darf man sich an diesem prachtvoll gelegenen Ort für eine Weile an die Devise «sitzen und ruhen» halten. Das Berggasthaus Ruhesitz ist im Winter jeweils von Donnerstag bis Sonntag geöffnet.
Nun folgt der schönste Teil der Route. Vor einem grossartigen Panorama wandert man in sanftem Auf und Ab meist über offenes Gelände, zuweilen auch durch Bergwald. Im Norden weitet sich die Sicht bis zum Bodenseeraum; bald rückt auch der Altmann, der zweithöchste Gipfel des Alpsteins, ins Blickfeld.
Beim Berggasthaus Plattenbödeli (im Januar und Februar jeweils am Wochenende geöffnet) ändert sich der Charakter der Route deutlich. Sonne, Weite und Aussicht lässt man für eine Weile hinter sich. Auf der mässig, aber anhaltend steilen, maschinell präparierten Waldstrasse gelangt man durch das Brüeltobel hinunter nach Pfannenstil. Von dort geht es ebenen Wegs zurück zum Ausgangspunkt Brülisau.
Der Abstieg lässt sich auch mit Schlitten ausführen. In diesem Fall empfiehlt sich, die Tour in umgekehrter Richtung zu unternehmen. Im Berggasthaus Ruhesitz können Schlitten für die Abfahrt nach Brülisau gemietet werden.