Auf dem Weg von Buus nach Maisprach

Wanderung Wintersingen-Maisprach

Fronten und Fabriken aus alter Zeit

  • Wintersingen

  • Buus

  • Maisprach


REGION: Nordwestschweiz
MARSCHZEIT: 2 h 40 min
AUFSTIEG: 270 m
TIEFSTER PUNKT: 370 m
VERPFLEGUNG: Restaurant Rössli, Buus
ANREISE: Mit dem Bus nach Wintersingen/Dorf
MERKMALE: Familientauglich / Auch/nur im Winter
Schwierigkeit: T1 Wandern
Streckenlänge: 9,7 km
Abstieg: 330 m
Höchster Punkt: 574 m
Ideale Jahreszeit: Ganzjährig begehbar
Rückreise: Ab Maisprach/Dorf mit dem Bus
   

Im Baselbiet lässt sich das ganze Jahr wandern. Die Wanderung von Wintersingen nach Maisprach ist jedoch zur Zeit der Obstbaumblüte im April besonders schön. Die Route führt über Hügel, durch Wälder und Rebberge. Rund die Hälfte der Strecke verläuft auf Hartbelag, der Rest auf Schottersträsschen, weshalb sie durchgehend mit geländegängigen Kinderwagen begangen werden kann.

Maisprach ist heute als Teil der Agglomeration Basel ein verschlafenes Nest. Das war vor 200 Jahren ganz anders. Damals herrschten dort quirlige Zustände sowohl auf politischem als auch auf wirtschaftlichem Gebiet. Nach der französischen Revolution hatte die Landbevölkerung des damaligen Grosskantons Basel die Luft der Freiheit geschnuppert und verlangte Gleichstellung mit den Stadtbürgern. Die Auseinandersetzungen führten schliesslich zur Teilung des Standes in zwei Halbkantone.
Bis es soweit war, tobten zuweilen heftige Konflikte. Besonders geladen war die Atmosphäre in den beiden benachbarten Dörfern Buus, das sich von Basel lossagte, und Maisprach, das der Stadt die Treue hielt. Die Loyalität war freilich nicht breit abgestützt, sondern war den Umtrieben eines einzelnen Dorfeinwohners zu verdanken: Der wohlhabende Müller Johann Jacob Wirz, der als Ratsherr eng mit der städtischen Bourgeoisie verbunden war, verlangte von seinen Mitbürgern ultimativ, sich ebenso treu zu verhalten. Bürgerkriegsartige Scharmützel zwischen den Nachbardörfern waren die Folge.
Im 19. Jahrhundert erlebte Maisprach jedoch auch in wirtschaftlicher Hinsicht bewegte Zeiten. Das war einerseits dem Boom der Seidenbandweberei zu verdanken. Wie in anderen Baselbieter Dörfern fassten Posamenter-Manufakturen auch hier Fuss. Ferner entstand im Dorf auch ein Fabrikationsbetrieb zur Herstellung von reibungsarmen Uhrenlagern aus Edelsteinen. Diese sogenannten Uhrensteine wurden in den Ateliers im nahen Jura verbaut. Die Produktion ist längst stillgelegt, doch das Gebäude, das heute als Wohnhaus genutzt wird, steht noch immer.
Der markante Riegelbau ist gleichsam der architektonische Schlusspunkt einer leichten Ganzjahres-Wanderung durch das Baselbiet. Die vorliegende Route folgt zu einem grossen Teil, aber nicht durchgehend dem zwischen Wintersingen und Maisprach angelegten, mit weissen Tafeln signalisierten Oberbaselbieter Rebenweg.
Der Start dürfte nicht ganz einfach sein, wenn man Kinder dabeihat, denn gleich beim Ausgangspunkt Wintersingen lockt ein grosser Spielplatz. Zunächst auf Quartier-, später auf Flursträsschen geht es aufwärts. Am Staufenhof vorüber gelangt man zur Wegverzweigung Stockacher. Der links abgehende Weg würde gleich direkt nach Maisprach führen. Es lohnt sich aber, einen zusätzlichen Schwenker via Buus vorzunehmen. Er führt ins Dörfchen hinab; oberhalb des Kirchleins steht ein Rastplatz mit Feuerstelle bereit.
Durch einen Rebberg geht es anschliessend nochmals sanft aufwärts. Bei schöner Sicht ins Tälchen des Buuserbachs wandert man über Wiesland und später erneut an Rebhängen vorüber. Schliesslich gelangt man in leichtem Abstieg via Schönenberg nach Maisprach. Die einstige Uhrensteinfabrik ist schon von weitem zu erkennen.