
Wanderung Wald ZH - Bachtel - Hinwil
Höhen und Tiefen am Bachtel
Wanderzeit: 3 h 30 min
Schwierigkeitsgrad: T1 Wandern *
Saison: April - November
Üppige Weite und beklemmende Enge gibt es am Bachtel gleichermassen. Der Aussichtsturm auf dem Berg im Zürcher Oberland bietet ein kolossales Panorama. Der Weg hinauf führt am Bachtelspalt vorbei, einem schmalen, tiefen Schlitz im Boden. Die Tour verläuft zu rund 65% auf Naturbelag.
Detaillierte Routenbeschreibung
Kinder und schlanke Erwachsene sind hier eindeutig im Vorteil: Die senkrechten Felswände, die den rund acht Meter tiefen und etwa 50 Meter langen Bachtelspalt formen, lassen jedenfalls sehr wenig Spielraum. An seiner schmalsten Stelle ist der Riss im Südosthang des Bachtels nicht einmal 40 Zentimeter breit. Für eine normal gebaute erwachsene Person reicht das gerade, um sich seitlich hindurchzuzwängen. Bei spürbar höherem Bodymass-Index ist das Durchkommen deshalb stark erschwert (oder gar mit Schürfungen verbunden). So oder so gilt: Insbesondere bei nassem Wetter resultieren unweigerlich schmutzige Kleider, da man beidseits in enge Tuchfühlung mit den Nagelfluhwänden kommt.
Der ungewöhnliche Schauplatz ist nach geologischen Massstäben noch sehr jung: Er entstand 1939 aufgrund einer Rutschung im Gelände. Der Einschnitt liegt am Wanderweg, der von Südosten auf den Gipfel des Zürcher Oberländer Aussichtsbergs Bachtel führt. Wählt man als Ausgangspunkt das Dorf Wald, dann verläuft der Aufstieg, nachdem man die Quartierstrassen im Ortskern hinter sich gelassen hat, fast durchwegs auf Naturwegen über Wiesenland und in Waldgebieten. Im offenen Gelände erhält man aus wechselnder Perspektive wiederholt schöne Ausblicke zum Speer, zum Glärnisch und zu den Zentralschweizer Alpen.
Nach einer kurzen Passage ebenen Wegs gelangt man erneut in den Wald und erreicht einen kleinen Rastplatz mit Feuerstelle. Dort beginnt der rund siebenminütige Abstecher zum Bachtelspalt. Es empfiehlt sich, die Runde im Gegenuhrzeigersinn in Angriff zu nehmen. Auf diese Weise steigt man zunächst in südöstlicher Richtung auf einem steilen (und bei nassem Wetter entsprechend rutschigen) Waldweglein ab, traversiert dann den Hang nach Nordwesten und betritt den Felsriss danach von seinem nördlichen Ende her.
Die Spalte ist ein spektakulärer Schauplatz, gewährt sie doch sozusagen einen Blick ins Innere der Erde, ohne dass man sich in eine finstere Höhle begeben muss. Beim Einstieg präsentiert sich der Riss in grosszügiger Breite, wird dann aber immer schmaler, gleichzeitig steigt das Terrain zusehends an und wird just an der engsten Stelle ordentlich steil. Ein Seil hilft dabei, die kurze Kletterpartie am Ende des Spalts problemlos zu bewältigen.
Auf der Zusatzkarte weiter unten ist die Runde durch den Bachtelspalt eingezeichnet. Das kleine Abenteuer muss man übrigens nicht zwingend auf sich nehmen. Wer es sich nicht zutraut, verzichtet einfach auf die kleine Runde und setzt beim Rastplatz die Tour zum Gipfel des Bachtels fort. Der noch verbleibende Teil des Aufstiegs verläuft zum grössten Teil im Wald. Eine Ausnahme bildet die Querung der Bachtelweid, wo Sitzbänke dazu einladen, die Alpensicht über den Zürichsee hinweg zu geniessen.
Mit der Bachtel-Kuppe erreicht man den höchsten Punkt der Wanderung. Wer noch etwas höher hinaus will, steigt auf die Aussichtsplattform des Sendeturms. 30 Meter über dem Boden bietet sich dort eine grossartige Rundsicht über die umliegenden Baumwipfel hinweg. Der Rastplatz am Fuss des Turms ist gut ausgestattet mit Tischen, Bänken, einer Feuerstelle und einem Brunnen.
Die Tour auf den Bachtel lässt sich mit einem Abstieg via Horn nach Hinwil gut abrunden. Die naheliegende, weil direkte Verbindung führt über Wernetshausen. Hier gibt es zwei längere Abschnitte auf Hartbelag. Etwas länger, in landschaftlicher Hinsicht aber deutlich attraktiver ist der Umweg über Girenbad. Zwar muss man auch dort zunächst eine rund 1 km lange Asphaltstrecke hinnehmen, danach aber geht es ins malerische Wildbachtobel. Der Wasserlauf plätschert durch ein weitgehend unverbautes Bett talwärts, bildet hübsche Schnellen und einige kleine Becken, in denen man zwar nicht ausgiebig schwimmen, sich aber an heissen Sommertagen zumindest abkühlen kann. An mehreren schattigen Plätzchen stehen zudem Feuerstellen bereit.











