Ein Horizont ohne Ende: Wer vom Schauenberg ins Zürcher Oberland blickt, sieht Hügelreihe an Hügelreihe.

Wanderung Elgg-Schauenberg-Turbenthal

Durch kühle Tobel zum Schauenberg

  • Elgg

  • Schauenberg

  • Schnurrberg

  • Turbenthal


REGION: Mittelland
MARSCHZEIT: 3 h 35 min
AUFSTIEG: 450 m
TIEFSTER PUNKT: 505 m
VERPFLEGUNG: Alpwirtschaft Schnurrberg
ANREISE: Mit der Bahn nach Elgg
MERKMALE: Familientauglich / Aussichtsberg
Schwierigkeit: T1 Wandern
Streckenlänge: 12 km
Abstieg: 400 m
Höchster Punkt: 876 m
Ideale Jahreszeit: Anfang März bis Mitte Dezember
Rückreise: Ab Turbenthal mit der Bahn
   

Eine herausragende Rundsicht bietet der Schauenberg im Osten des Kantons Zürich. Auf einer Wanderung durch die Tobellandschaft des Tösstals ist er sowohl der höchste Punkt als auch der landschaftliche Höhepunkt. Ausserhalb des Siedlungsgebiets wenig Hartbelag.

Eigentlich ist die Anhöhe nur ein Hügel, doch ihren Namen hat sie trotzdem redlich verdient, und zwar im doppelten Sinn: Der Schauenberg überragt seine Umgebung so klar und deutlich wie ein richtiger Berg. Und wer oben steht, wird zunächst vor allem – schauen. Die Rundsicht vom nicht einmal 900 Meter hohen «Gipfel» ist grossartig: Wie grüne Wellenkämme breiten sich die Hügelreihen des Zürcher Oberlands bis fast an den Horizont aus; überragt werden sie von der Kette von Voralpen- und Alpengipfel, die vom Säntis bis zum Pilatus reiche.
Schon in prähistorischer Zeit bestand an dieser einzigartig übersichtlichen Lage eine Wehranlage. Ihr folgte im Mittelalter eine befestigte Burg, die allerdings schon frühzeitig wieder geschleift wurde. Heute ist davon nur noch eine Ruine übriggeblieben.
Auf den Schauenberg führen verschiedene Wege. Sehr lohnend ist eine Überschreitung in Nord-Süd-Richtung. Auf beiden Seiten verläuft die Wanderung streckenweise durch Tobel. Die engen, zumeist bewaldeten Tälchen sind für die Gegend typisch. Entstanden sind sie nach der letzten Eiszeit, als das Schmelzwasser tiefe Gräben in den weichen Gesteinsgrund zog.
Vom Bahnhof Elgg geht es dem westlichen Rand des alten Dorfkerns entlang zum Farenbachtobel, wo die Route zu steigen beginnt. Dem Farenbach entlang gelangt man an einem überraschend stattlichen Wasserfall vorüber zur Guwilmühle, von dort über den Weiler Scheunberg zum Bergbauernhof Schauenberg und nach einem kurzen, aber steilen letzten Aufstieg auf das Schauenberg-Plateau mit der Burgruine hinauf.
Der Aufstieg verläuft zu einem grossen Teil im Wald, so dass man auch im Hochsommer bei angenehmen Verhältnissen wandern kann. Eine Informationstafel bei den gemauerten Überresten der einstigen Burg orientiert über die Besiedlungsgeschichte des befestigten Standorts. Eine solide Feuerstelle erlaubt Bräteln an aussichtsreicher Lage.
Der Abstieg über den bewaldeten Kamm auf der Südseite des Schauenbergs beginnt jäh und steil, doch bereits bei der Wegverzweigung Tannenweid nimmt das Gefälle deutlich ab. Ein breites Waldsträsschen zieht sich in verschlungener Linie durch eine wildromantische, abenteuerlich geformte Tobellandschaft. «Im gmeinen Tobel», so heisst das Gebiet. Beim Bauernweiler Neugrüt öffnet sich die Sicht auf Hügel und Wälder, die an das Emmental erinnern. Vollends gebirgig wird die Wanderung beim Schnurrberg, jedenfalls in sprachlicher Hinsicht: Das Gasthaus am Weg heisst tatsächlich «Alpwirtschaft Schnurrberg». Danach steht ein letztes Tobel auf dem Programm – jenes des Chamibachs, das stellenweise recht abschüssige Flanken aufweist. Vom Friedhof am Dorfeingang gelangt man durch Wohnquartiere zum Bahnhof Turbenthal.