Urbanes Landschaftsjuwel: Der Kocherpark im Stadtzentrum von Bern

Wanderung Niederwangen-Bern

Mit dem Stadtbach in die Bundesstadt

  • Niederwangen

  • Bümpliz

  • Bern/Bärenpark


REGION: Mittelland
MARSCHZEIT: 2 h 45 min
AUFSTIEG: 70 m
TIEFSTER PUNKT: 500 m
VERPFLEGUNG: Verschiedene Gaststätten in Bern
ANREISE: Mit der Bahn nach Niederwangen
MERKMALE: Familientauglich / Auch/nur im Winter / Am Wasser
Schwierigkeit: T1 Wandern
Streckenlänge: 10,2 km
Abstieg: 130 m
Höchster Punkt: 586 m
Ideale Jahreszeit: Ganzjährig begehbar
Rückreise: Ab Bern/Bärenpark mit dem Bus
   

In verschiedenen europäischen Hauptstädten lässt sich das Stadtgebiet auf signalisierten Wanderwegen durchstreifen. In Bern gibt es so etwas zwar nicht. Gleichwohl lässt sich natürlich auch die Bundesstadt problemlos zu Fuss erkunden. Eine gute Richtschnur ist dabei der Stadtbach. Als Stadtwanderung verläuft die Route überwiegend auf Hartbelag.

Der Stadtbach durchfliesst Bern von Westen nach Osten und mündet nahe der Untertorbrücke in die Aare. Der Wasserlauf wurde schon im Mittelalter umgeleitet, so dass er das Gebiet der heutigen Altstadt der Länge nach quert. Dabei ging es jedoch nicht darum, die Stadtbewohner mit Trinkwasser zu versorgen. Vielmehr diente der Stadtbach der Entsorgung von Abfällen und Fäkalien. Mit anderen Worten: Schon vor Jahrhunderten nutzte man ihn als Vorläufer der modernen Kanalisation.
Von seinem Quellgebiet bei Neuenegg fliesst der Stadtbach der Autobahn entlang durch das Wangental und erreicht in dem zur Gemeinde König gehörenden Ortsteil Niederwangen den ersten Ausläufer des Stadtgebiets. Von der Bahnstation führt eine Rampe zur Überführung, auf der man die Autobahn überquert. Danach erinnert die Umgebung vorübergehend an ein ländliches Dorf mit Schulhaus und alten Wohngebäuden, wird aber rasch wieder gesichtslos urban: Baumärkte und die glitzernden Boutiquen von Autohändlern stehen wie grosse Bauklötze in der Landschaft.
Den Stadtbach muss man in diesem architektonischen Wirrwarr ein wenig suchen, doch hat man ihn einmal entdeckt, dann offenbart er sich in aller Deutlichkeit als grünes Idyll. Zwischen Schilf, hohem Gras und Sträuchern ziehen Enten schnatternd über das Wasser. Nicht lange allerdings währt die natürliche Freiheit des Bachs. Schon bald wird er in ein hart verbautes Bett gezwängt. Bis zu seiner Einmündung in die Aare nahe der Untertorbrücke beim Bärenpark verläuft er abwechslungsweise unterirdisch, eingedohlt unter Metallgittern und frei fliessend an der Oberfläche.
Der hier empfohlene Routenverlauf folgt dem Wasserlauf des Stadtbachs, wo es sinnvoll und möglich ist. Westlich des Bahnhofs Bern fliesst er auf einer längeren Strecke unterirdisch unterhalb der Gleise. Hier und an manchen anderen Stellen ist es zweckmässig, auf eine andere Linie zu schwenken. Auf diese Weise lässt sich ein anderer reizvoller Aspekt der Bundesstadt erleben. Bern ist nämlich eine ausgesprochen baumreiche Stadt mit verschiedenen schönen Pärken. Mehrere davon säumen die Route, so etwa der Inselpark, der Kocherpark und die Kleine Schanze. Auch weniger attraktive Seiten der Stadt Bern werden gestreift, etwa das Konglomerat von Strassenviadukten, Asphaltflächen und Eisenbahnlinien, das etwas hochtrabend «Europaplatz» genannt wird, oder die ewigen Baustellen auf dem Areal des Insel-Spitals.
Ihren Höhepunkt erreicht die Stadtwanderung am Schluss: Die Route durchquert die Altstadt der einst mächtigen Republik Bern. Unter dem Zytglogge-Turm hindurch geht es via Kramgasse und Gerechtigkeitsgasse Richtung Aare; in der Mittelachse der beiden Gassen entdeckt man erneut den Stadtbach. Er fliesst auf dieser Strecke teilweise offen. Zuunterst ist er gar Teil eines Kunstobjekts: Ein wenige Meter langer Abschnitt ist so angelegt, dass das Wasser scheinbar aufwärts fliesst. Auf der Untertorbrücke wird die Aare überquert; ein kurzer Aufstieg führt danach zur Bushaltestelle Bärenpark.