Noch ein Fluss oder schon ein Strom? Egal, bei Altreu ist die Aare einfach grossartig.

Wanderung Selzach-Altreu

Ihre Majestät, die Aare

  • Selzach

  • Allmend

  • Bettlach

  • Altreu

  • Selzach


REGION: Mittelland
MARSCHZEIT: 3 h 30 min
AUFSTIEG: 240 m
TIEFSTER PUNKT: 427 m
VERPFLEGUNG: Restaurant Zum Grünen Aff, Altreu
ANREISE: Mit der Bahn nach Selzach
MERKMALE: Rundwanderung / Auch/nur im Winter / Am Wasser
Schwierigkeit: T1 Wandern
Streckenlänge: 12,6 km
Abstieg: 240 m
Höchster Punkt: 646 m
Ideale Jahreszeit: Ganzjährig begehbar
Rückreise: Ab Selzach mit der Bahn
   

Auf der leichten Rundwanderung am Jura-Südfuss erkundet man die Aare von fern und nah. Die Route folgt streckenweise dem Selzacherbach und dem Giglerbach, zwei Seitengewässern der Aare. Die Siedlungsgebiete von Bettlach und Selzach werden der Länge nach durchquert; zusätzlich gibt es auch ausserorts einige Abschnitte auf Asphalt. Der Hartbelagsanteil summiert sich dadurch auf rund zwei Drittel der Gesamtstrecke.

Die Aare durchläuft im Kanton Bern eine erstaunliche Karriere: Vom ungestümen Gletscherbach wandelt sie sich schrittweise zu einem behäbigen Strom. Die letzte Phase dieser Metamorphose durchläuft sie im Bielersee. Nachdem sie ihr künstlich begradigtes Bett zwischen Nidau und Büren durchflossen hat, tritt sie als breites Silberband in Erscheinung.
Einen sehr schönen Ausblick auf diese träge dahinströmende Majestät geniesst man von leicht erhöhter Warte am Jurasüdfuss aus. Die Allmend oberhalb von Bettlach ist ein geeigneter Standort dafür. Man erreicht sie, indem man vom Bahnhof Selzach das Dorf Richtung Norden durchquert. Das braucht einen etwas langen Atem, denn zunächst sieht man nicht viel mehr als Strassen, Trottoirs und Wohnhäuser. Darüber ragen immerhin die von Buchenwäldern gesäumten Kalkflühe der vordersten Jurakette empor. Zwischendurch ist auch etwas Wasser zu sehen: Der Selzacherbach fliesst von den Jurahöhen der Aare entgegen.
Nach und nach wird die Umgebung ländlicher, geschnittene Hecken und gepützelte Rasenflächen weichen Weideland mit Obstbäumen, und schon bald öffnet sich die Sicht ins weite Aaretal. Am Vögelihof vorüber geht es in leichtem Anstieg zum Wald hinauf und zur Wegverzweigung Lehmannskreuz. Jetzt man hat die Höhe erreicht, auf der es nun praktisch ebenen Wegs Richtung Westen vorangeht. Eine kurze Weile bleibt man noch im Wald, doch kurz nach dem Rast- und Spielplatz Dählwiteli lässt das Kiessträsschen die Bäume hinter sich und führt dem Waldrand entlang über die Bettlacher Allmend.
In vorerst sanftem Abstieg erreicht man die Wegkreuzung «Höhenweg», wo der Giglerbach überschritten wird. Etwas steiler und in mehr oder weniger direkter Linie geht es dem Wasserlauf entlang nach Bettlach. Doch ehe man die fast schnurgerade Passage durch das Dorf einschlägt, sollte man sich noch kurz Zeit nehmen für die Besichtigung der katholischen Dorfkirche St. Klemenz. Das Bauwerk aus den späten 1960er-Jahren ist der Stilrichtung des Brutalismus zuzurechnen: Massive Sichtbetonkonstruktionen prägen ihr Gesicht. Man muss das nicht schön finden, aber eindrücklich ist es alleweil.
Ausserhalb des Dorfs und jenseits der Bahnlinie führt die Wanderung erneut dem heckengesäumten Giglerbach entlang, leider fast bis zu dessen Mündung in die Aare durchwegs auf Hartbelag. Die offizielle Wanderroute folgt dem Lauf der Aare nur ein kurzes Stück und schwenkt dann querfeldein nach Altreu hinüber. Vorher aber gibt es etliche Möglichkeiten, in nächster Nähe des Wassers zu rasten: Eine ganze Kette von Picknickplätzen mit Feuerstellen säumt das Ufer.
Man kann aber auch ganz einfach weiterhin dem Fluss entlang marschieren. Diesem Zweck dient ein schöner Fussweg, der zwar nach und nach schmaler wird, aber durchwegs problemlos begehbar ist. Er führt in einem weiten Bogen nach Altreu hinüber. Dort mündet die Wanderroute wieder auf eine Strasse. Auf dieser kehrt man zurück zum Ausgangspunkt der Rundtour, dem Bahnhof Selzach.