Panorama im Aufstieg zur Stafelalp: Thunersee und Stockental, dahinter die Alpenkette

Wanderung Wattenwil-Stafelalp-Wattenwil

Wilde Wasser und eine Alp im Hügelland

  • Wattenwil

  • Stafelalp

  • Weiermoos

  • Bluemisteibrügg

  • Wattenwil


REGION: Mittelland
MARSCHZEIT: 3 h 30 min
AUFSTIEG: 480 m
TIEFSTER PUNKT: 594 m
VERPFLEGUNG: Verschiedene Gaststätten in Wattenwil
ANREISE: Mit dem Bus nach Wattenwil/Bären
MERKMALE: Rundwanderung
Schwierigkeit: T1 Wandern
Streckenlänge: 12,2 km
Abstieg: 480 m
Höchster Punkt: 1059 m
Ideale Jahreszeit: Mitte April bis Mitte November
Rückreise: Ab Wattenwil/Bären mit dem Bus
   

Mit diesem Aare-Zufluss ist nicht zu spassen: Wenn die Gürbe von einem heftigen Gantrischgewitter angefeuert wird, dann mutiert sie zum zerstörerischen Wildbach. In ruhigen Zeiten hingegen ist sie ein geradezu liebliches Bächlein, das Wanderer und Badefreudige gleichermassen anspricht. Kaum Hartbelag.

Nur sanft gewellt ist die Landschaft, die sich vom Thunersee bis nach Wattenwil erstreckt. Doch dahinter geht es aufwärts. Am Fuss von Gantrisch und Nüneneflue entspringen mehrere Bergbäche, die sich in einem kilometerweiten Trichter zur jungen Gürbe bündeln. Bei schönem Wetter plätschert das Flüsschen harmlos und idyllisch talwärts. Doch nach schweren Gewittern, wie sie im Gantrischgebiet immer wieder vorkommen, kann die Gürbe zu einem gewaltigen Wildbach anschwellen, der viel Geschiebe führt und über die Ufer tritt.
Immer wieder sind bei solchen Ereignissen schwere Schäden entstanden. Aus diesem Grund wurde das Bachbett von der Ebene bis unterhalb des Gurnigelpasses mit zahlreichen Sperren verbaut. Der bauliche Eingriff hatte eine angenehme Nebenwirkung: Im unteren Teil des Abschnitts sind mehrere Wasserbecken entstanden, die an heissen Tagen zum erfrischenden Badevergnügen einladen.
Den Zugang bietet eine Rundwanderung ab Wattenwil. Die Tour beginnt mit einem kurzen, zaghaften Aufstieg an der Kirche vorbei zum oberen Dorfrand. Schon bald lässt man das Siedlungsgebiet hinter sich, durchstreift auf einer längeren horizontalen Traverse Wiesen und Wälder und geniesst die Aussicht in die weite, grüne Ebene.
Danach beginnt der Weg zu steigen. Jetzt weitet sich die Sicht zusehends: Niederhorn und Niesen flankieren den Thunersee, darüber ragen Eiger, Mönch und Jungfrau in den Himmel. In weiten Kehren windet sich der Weg über steile Grashänge in die Höhe, bis man die Stafelalp erreicht. Alphütten sucht man hier zwar vergeblich, doch dafür gibt es eine Hütte mit gedecktem Vorplatz und mit einer Feuerstelle, so dass man selbst bei Regenwetter eine trockene Rast einlegen kann. Die Stafelalp liegt nicht einmal auf 1000 Metern über Meer; punkto Aussicht ist sie jedoch mancher «richtigen» Alp absolut ebenbürtig.
Nun folgt ein längerer Abschnitt im Wald. Eine Kiesstrasse führt zunächst ebenen Wegs, danach sanft absteigend nach Weiermoos, wo man alsbald Wasser rauschen hört. Die Wanderroute mündet hier in den Wildwasserweg, der vom Gurnigel zur Ebene hinunterführt. In ihrem Unterlauf zeigt die Gürbe ein eigenartiges Gesicht: Sie ist gleichzeitig sowohl wild als auch verbaut (und zwar ziemlich heftig). Mit viel Beton, Eisen und Felsblöcken ist es gelungen, das üppige Gefälle zu brechen. Doch zwischen den zahlreichen Schwellen entfaltet das Wildwasser ein kapriziöses und reizvolles Eigenleben. Vom gleichmässigen Sprudeln und Plätschern des Bachs wird die Stille der Natur nicht etwa beeinträchtigt, sondern entschieden verdeutlicht.
Bei der Bluemisteibrücke quert der Wanderweg die Kantonsstrasse. Hier nimmt das Flussbett ein anderes Gesicht an. Das Gelände weist jetzt nur noch wenig Gefälle auf; das Wasser fliesst durch ein weites, steiniges Bett, das seitlich von dichtem Auenwald gesäumt wird. Je nach Wetterverhältnissen gibt es kleine Tümpel, grössere Becken und sogar munter sprudelnde Seitenarme, an denen sich wunderbar spielen, planschen und auch baden lässt. Danach folgt der Wanderweg der Gürbe talauswärts. An der stattlichen Holzbrücke im Längmoos vorüber gelangt man zurück nach Wattenwil.