Beim Inseli, zwischen Selzach und Nennigkofen

Wanderung Altreu - Wangen a.A.

Aare (13): Auf Uferwegen durchs Solothurnerland

  • Altreu

  • Solothurn

  • Attisholz

  • Flumenthal

  • Wangen a.A.


REGION: Mittelland
MARSCHZEIT: 5 h 15 min
AUFSTIEG: 40 m
TIEFSTER PUNKT: 418 m
VERPFLEGUNG: Verschiedene Gaststätten in Solothurn
ANREISE: Mit dem Schiff oder mit dem Bus nach Altreu
MERKMALE: Auch/nur im Winter
Schwierigkeit: T1 Wandern
Streckenlänge: 22,7 km
Abstieg: 40 m
Höchster Punkt: 430 m
Ideale Jahreszeit: Ganzjährig begehbar
Rückreise: Ab Wangen a.A. mit der Bahn
   

In ihrem Lauf durchfliesst die Aare auf zwei Abschnitten auch den Kanton Solothurn. Der erste davon führt unter anderem durch die Kantonshauptstadt und verläuft auf einem grossen Teil der Strecke über lauschige Uferwege. 1 km Hartbelag vor Solothurn, sonst ausserhalb des Siedlungsgebiets praktisch durchwegs Naturbelag.

Mit lautem Schnabelklappern empfangen die Störche von Altreu Ausflügler und Wanderer. Rund 40 Brutpaare leben auf den Dächern und Bäumen des Dorfs – ein Zehntel des gesamten Storchenbestands in der Schweiz. Von einer internationalen Naturschutzorganisation wurde es deshalb in den Rang eines «europäischen Storchendorfs» erhoben.
Von der Schiffländte entfernt sich der Uferweg zuerst einige Dutzend Meter von der Aare. Schon bald aber führt der Kiesweg zurück ans Wasser. Die Wanderung dem Fluss entlang ist hier ausgesprochen reizvoll: Links die ausgedehnten Landwirtschaftsflächen der Selzacher Witi mit der Jurakette im Hintergrund, rechts lockeres Ufergehölz, zwischen dem immer wieder die sanft dahinströmende Aare schimmert.
Breit wie ein See zeigt sich der Fluss im Bereich des Inselis. Eine Tafel am Weg verrät, dass an dieser Stelle tatsächlich einst ein See lag, und zwar nicht nur hier: Der Solothurnersee, der am Ende der letzten Eiszeit entstanden war, reichte einst 100 km weit nach Südwesten bis ins waadtländische La Sarraz. Bieler-, Murten- und auch der doch recht stattliche Neuenburgersee sind eigentlich bloss die kümmerlichen Überreste des einstigen Monstertümpels.
In der weiten Schlaufe unterhalb des Inselis wirkt die Aare noch heute kaum wie ein Fluss. Sie ist enorm breit und hat kaum Zug, sondern fliesst, wie die Schilfbestände am Ufer bestätigen, mit eleganter Trägheit dahin. Ganz anders zeigt sich die Wanderroute im Bereich des Campingplatzes und des Solothurner Freibads: Hier verläuft sie flussfern auf einer asphaltierten Strasse. Beim Eingang in die Kantonshauptstadt geht es jedoch gleich wieder ans Wasser. Wer Solothurn auf der südlichen Seite der Aare durchquert, geniesst von hohen Mauern einen schönen Blick über den Fluss hinweg auf die gegenüberliegende Altstadt mit der Kathedrale.
Am Industriegebiet von Zuchwil vorüber erreicht man die Einmündung der Emme in die Aare. Sie wird mit einem gut viertelstündigen Umweg emmeaufwärts umgangen. Wenig später quert man die Aare und streift das Gelände der ehemaligen Zellulosefabrik Attisholz. Die nun folgenden zwei Wanderstunden folgen dem Flusslauf ausserhalb des Siedlungsgebiets. Dabei werden auch einige schöne renaturierte Uferabschnitte durchquert.
Bei Flumenthal, kurz bevor man wieder den Kanton Bern erreicht, laden einige schöne Badeplätze zu einer Abkühlung ein. An der Stelle, wo die Siggern in die Aare mündet, ist ein Delta von Steinblöcken entstanden, das die Flussströmung auf kuriose Weise umlenkt: Am Ufer fliesst das Wasser mit sanftem Zug aufwärts, in der Mitte etwas entschiedener talwärts, so dass man sich wie in einem Karussell treiben lassen kann.
Gerade an einem solch idyllischen Schauplatz sind die Sound-Booster besonders irritierend, die auch sonst vielerorts an und auf der Aare zu hören sind und mit denen die Flusslandschaft mit irgendwie deplatzierten Klängen beschallt wird. Wissen die bedauernswerten Benutzer womöglich nicht so recht, was sie mit dem Fluss anfangen sollen? Erfüllt die stille Atmosphäre, die er verbreitet, sie gar mit Furcht?
Schon bald rückt die gedeckte Holzbrücke von Wangen ins Blickfeld, die sich mit mächtiger Spannweite über den breiten Fluss spannt. Über das prachtvolle Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert hinweg erreicht man die Altstadt und den Bahnhof von Wangen.