
Wanderung Porrentruy - Courchavon - Mormont
Im Land der Damasson-Pflaume
Wanderzeit: 3 h 50 min
Schwierigkeitsgrad: T1 Wandern *
Saison: Ganzjährig begehbar
In der jurassischen Tiefebene der Ajoie gedeiht seit Jahrhunderten eine besondere Frucht. Die Damasson-Pflaumenbäumchen sind zwar mittlerweile selten geworden, doch in der Umgebung von Mormont werden sie noch immer gepflegt. Auf einer Rundwanderung ab Porrentruy lässt sich die Gegend erkunden. 70% der Tour verlaufen auf Naturbelag.
Detaillierte Routenbeschreibung
Die kleinen roten Damasson-Pflaumen sind eine Spezialität der Ajoie, der nordwestlichen Ecke des Kantons Jura. Zur Zeit der Kreuzzüge sollen sie von heimkehrenden Kreuzrittern mitgebracht worden sein. Ob die Legende zutrifft, mag zweifelhaft sein. Immerhin aber, so sagen Sprachwissenschaftler, gehe der Name der hocharomatischen Früchte auf die syrische Hauptstadt Damaskus zurück; in anderen Regionen der Schweiz sind sie als Zuckerpflaumen bekannt.
Der Anbau und die Pflege der Bäume sind aufwendig: Sie haben einen ungestümen Charakter und lassen sich nur mit Mühe kultivieren; die Früchte sind erst dann reif, wenn sie von den Zweigen fallen. Sie lassen sich deshalb nicht einfach pflücken, sondern müssen mühselig vom Boden aufgelesen oder in Netzen gesammelt werden. Danach werden sie zu Konfitüre, Kompott, Kuchen und Sorbet verarbeitet. Am bekanntesten aber ist der Schnaps, der daraus gebrannt wird. Die Rarität namens Damassine wird nicht nur pur genossen, sondern findet auch in Desserts Verwendung.
Auf dem Damassiner-Weg zwischen den beiden Dörfern Courchavon und Mormont lässt sich Näheres über die delikate Frucht und die daraus gewonnene Spirituose erfahren. Der Themenweg führt durch Wälder und Obstgärten, in denen die Pflaumenbäume wachsen. Ein Teil der Strecke verläuft auf gelb markierten Wanderwegen und lässt sich daher gut in eine Rundwanderung einbinden. Ausgangspunkt ist der Bahnhof des regionalen Zentrums Porrentruy. Die Silhouette des Städtchens wird vom markanten Schloss geprägt. Dieses geht auf eine Burg aus dem 13. Jahrhundert zurück; vom frühen 16. bis Ende des 18. Jahrhunderts diente es als Residenz der Basler Fürstbischöfe. An seinem Fuss erstreckt sich die Altstadt mit prachtvollen Bürgerhäusern aus der Barockzeit und monumentalen Brunnen.
Es empfiehlt sich, die Stadtbesichtigung für den Schluss der Rundtour vorzusehen, da man sonst unnötige Umwege auf sich nehmen muss. Die Wanderung führt nämlich zunächst von der Stadt weg auf die Ostseite des Bahnhofs, von wo es entlang von Quartiersträsschen zur Kapelle Lorette geht. Dort lässt man das Siedlungsgebiet hinter sich und wandert, dem Wasserlauf des Flüsschens Allaine folgend, an Wiesen vorbei durch die Ebene. Nach einer Weile zieht sich der Weg durch einen prächtigen, in den Fels gehauenen Hohlweg sanft aufwärts, um sich dann wieder gegen Courchavon zu senken. Über dem Dörfchen ragt prominent ein gotischer Glockenturm auf; die zugehörige Kirche wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen und durch eine neue Pfarrkirche im Dorf ersetzt; diese birgt eine ungewöhnlich schöne, aus Holz geschnitzte Madonnenfigur aus dem 13. Jahrhundert.
Am oberen Dorfrand von Courchavon erreicht man den Chemin de Damas. Der Lehrpfad thematisiert den Anbau der raren Pflaume und den daraus gewonnenen Schnaps. Er ist als Rundweg ab Mormont angelegt. Während die erste Hälfte der Runde ausserhalb des Wanderwegnetzes via Burgruine Châtelvouhay nach Courchavon hinunterführt, erfolgt die Rückkehr nach Mormont auf dem offiziellen Wanderweg. Dieses Teilstück nimmt man nun unter die Füsse. Der im Wald aufsteigende Weg führt an einem grossen, bemoosten Brunnenbecken vorbei, das von frischem, kaltem Wasser gespeist wird.
Touristisch vermarktet wird die Damasson-Pflaume und der Damassine-Schnaps auf dem Bauernhof La Bergerie im Dorfzentrum von Mormont; etwas unterhalb des Dorfs gibt es auch einen Obstgarten, in dem die Pflaumen angebaut werden. Bis ans Dorfende und noch ein Stück weiter muss man auf Asphalt marschieren, danach geht es in den Wald und dort auf einem schönen Naturpfad weiter. Abwechslungsweise ebenen Wegs und leicht absteigend ist man nun eine Weile mehrheitlich unter Bäumen unterwegs, bis man das Siedlungsgebiet von Porrentruy erreicht. Am Schloss vorbei steigt man zum Flüsschen Allaine ab, wo einige lauschige Plätzchen zu einer letzten Rast einladen, und gelangt danach zurück zum Bahnhof.
Hinweis: Auf der unteren Karte ist der Verlauf des Damassiner-Wegs mit Ausgangs-/Zielpunkt Bahnhof Courchavon vermerkt.











