
Wanderung Coeuve - Damphreux - Beurnevésin - Bonfol - Vendlincourt
Ajoie – am äussersten Ende des Juras
Wanderzeit: 3 h 40 min
Schwierigkeitsgrad: T1 Wandern *
Saison: Ganzjährig begehbar
In der Ajoie ist der Jura so flach wie sonst nirgends, denn die nordwestliche Ecke des Kantons Jura liegt abseits des gleichnamigen Gebirgszugs. Die Wanderung von Coeuve nach Vendlincourt bietet eine gute Möglichkeit, die Gegend zu erkunden. Etwas getrübt wird das Vergnügen durch den hohen Hartbelagsanteil: Mehr als 50% der Tour verlaufen auf Asphaltstrassen oder Betonpisten.
Detaillierte Routenbeschreibung
Die Ajoie unterscheidet sich von den anderen Landschaftsformen des Kantons Jura markant. Anders als auf der felsigen Hochebene der Freiberge oder im Hügelland des Clos du Doubs und des Delsberger Beckens gibt es hier kaum markante Geländeerhebungen. Die Gegend ist vielmehr weitgehend flach und von einem grossen, weiten Himmel überwölbt. Weil sie von einem Netz von Kies- und Asphaltsträsschen durchzogen ist, eignet sie sich gut für Velotouren und auch für die dort beliebten Ausfahrten mit Pferd und Planwagen. Just dieser Umstand reduziert ihre Attraktivität für das Wandern. Dennoch lassen sich auch hier interessante Touren unternehmen.
Die Wanderung von Coeuve nach Vendlincourt etwa verbindet hübsche Bauerndörfer und führt über weitgehend menschenleere Fluren und durch stille Wälder. Ein grosser Teil der Strecke verläuft auf geschotterten Feld- und Waldsträsschen. Immer wieder gibt es auch asphaltierte Abschnitte; manche davon sind im Sinne eines faulen Kompromisses so angelegt, dass zwischen zwei Belagsstreifen ein schmales Schotterband übriggelassen wurde.
Zwei kulturgeschichtliche Besonderheiten bietet der Ausgangspunkt Coeuve: In unmittelbarer Nachbarschaft des stattlichen, auf das Mittelalter zurückgehenden Schlosses stehen mehrere Lavoirs; die teilweise durch Blechdächer geschützten Steinbrunnen wurden früher zum Waschen genutzt und stehen heute unter Denkmalschutz.
Trotz des insgesamt hohen Hartbelagsanteils gibt es im Laufe der Tour auch ansehnliche Teilstücke auf Naturwegen. Der schönste solche Abschnitt verbindet die Dörfchen Damphreux und Lugnez: Hier bummelt man auf einem einfachen Pfad entlang von Wiesenland und Gehölzen. Reizvoll ist auch die Passage entlang des Waldrands zwischen Lugnez und Beurnevésin; sie beginnt kurz nach der Chapelle de St-Imier, die einsam auf freiem Feld zwischen zwei brutal zurrechtgestutzten uralten Lindenbäumen steht. Danach folgt ein Abschnitt, bei dem die Situation punkto Wegoberfläche leider recht arg ist: Vom Anfang von Beurnevésin bis ans Ende des Nachbardorfs Bonfol marschiert man eine volle Stunde durchwegs auf Hartbelag.
Umso angenehmer ist dafür das letzte Viertel der Wanderung von Bonfol bis Vendlincourt. Es verläuft praktisch durchwegs im Wald. Besonders attraktiv sind die Uferpromenaden entlang von zwei Teichen: Zu Beginn passiert man den Etang du Milieu, gegen Ende den Etang de Vendlincourt. An beiden Orten stehen Holzbänke für eine Rast am Wasser zur Verfügung. Die lauschigen Gewässer sind Teil einer im Mittelalter angelegten Gruppe von Wasserbecken, in denen Karpfen für den im nahen Porrentruy residierenden Fürstbischof von Basel gezüchtet wurden.











