Tiefblick vom Aussichtspunkt «Belvédère du CAS»

Wanderung Les Planchettes - Saut du Doubs

Klippen hoch über dem Doubs

  • Les Planchettes

  • Roches de Moron

  • Les Recrettes

  • Saut du Doubs


REGION: Jura
MARSCHZEIT: 3 h
AUFSTIEG: 320 m
TIEFSTER PUNKT: 739 m
VERPFLEGUNG: Picknick aus dem Rucksack
ANREISE: Mit dem Postauto nach Les Planchettes/village
MERKMALE:
Schwierigkeit: T4 Alpinwandern
Streckenlänge: 9,8 km
Abstieg: 630 m
Höchster Punkt: 1130 m
Ideale Jahreszeit: Mitte Mai bis Ende Oktober
Rückreise: Ab Saut-du-Doubs mit dem Schiff
   

Mehrere hundert Meter tief hat sich der Doubs ins Juragebirge eingegraben. Die mehrere Dutzend Kilometer lange Schlucht ist grösstenteils bewaldet und deshalb nur schlecht einsehbar. Bei den Côtes de Moron geniesst man jedoch einen grossartigen Tiefblick in die Flusslandschaft. Die Wanderung von Les Planchettes zum Saut du Doubs verläuft durchwegs auf Naturwegen.

In geografischer Hinsicht ist der Doubs ein merkwürdiges Gewässer. Er ist über 450 Kilometer lang, doch die Quelle in der Nähe von Pontarlier und die Mündung bei Chalon-sur-Saône liegen bloss 90 Kilometer auseinander. Der Blick auf die Karte zeigt einen Verlauf, den man als reichlich unentschlossen bezeichnen muss: Der Fluss zieht sich zuerst zielstrebig Richtung Nordosten, um dann bei St-Ursanne einen Haken um fast 180 Grad zu schlagen und nahezu dorthin zurückzukehren, wo er hergekommen ist.
Einen ungewöhnlichen Einblick in die Landschaft, die der Doubs geschaffen hat und durchfliesst, bietet die Wanderung entlang der Côtes de Moron. Ausgangspunkt ist das Dörfchen Les Planchettes. Von hier könnte man gleich in direkter Linie auf einem Asphaltsträsschen nach Roches de Moron hinüberwandern. Schöner und abwechslungsreicher ist es, auf das Schottersträsschen Richtung Le Châtelot einzuschwenken. Es führt über Weideland und durch den Wald zunächst leicht abwärts, später dann sanft aufwärts.
Die Roches de Moron sind dank einfacher Zugänglichkeit ein beliebtes Ausflugsziel. Es gibt dort ein Restaurant, einen Spielplatz und etwas weiter oben auch einen gedeckten Rastplatz mit Feuerstelle. Vor allen Dingen ist der Ort ein vorzüglicher Aussichtspunkt, der eine grandiose Sicht auf den Doubs bietet. Der Grenzfluss ist hier zu einem künstlichen See aufgestaut, dem Lac de Moron. Auf Schweizer Seite fällt die Hochebene jäh fast einen halben Kilometer tief zum Stausee ab.
Die teilweise senkrechten Kalksteinklippen sind grösstenteils unzugänglich, lassen sich aber auf einem Wanderweg problemlos umgehen. Dieser führt durch den Wald nach Les Recrettes. Etwa in der Mitte befindet sich die Côte de l’Escarpineau, von wo man zum Lac de Moron hinuntersieht. Für trittsichere und schwindelfreie Wanderer steht eine rund hundert Höhenmeter tiefer verlaufende, sehr attraktive Alternative zur Verfügung: Ein Bergwanderweg schlängelt sich den abschüssigen Flühen entlang und vermittelt einen eindrücklichen Einblick in diese urtümliche Landschaft. Etwa in der Mitte ist ein Stichweg signalisiert, der einige Dutzend Meter abwärts zu einem stark exponierten, jedoch mit einem Geländer gesicherten Felsvorsprung führt. «Belvédère du CAS» heisst der einmalige Aussichtspunkt. Er gewährt einen atemberaubenden Ausblick auf den Doubs, der in der Tiefe einen mächtigen Bogen durch die hügelige Landschaft zieht.
Der weiss-rot-weiss signalisierte Pfad ist teilweise sehr schmal und ausgesetzt. Früher war er mit Geländern gesichert, die jedoch im Laufe der Zeit abgerutscht sind. Es empfiehlt sich dringend, diese Variante nur bei trockener Witterung zu begehen. Die heikelste Passage liegt im Bereich eines abschüssigen Grabens, der auf einer schmalen Brücke überwunden wird. «Le trou sans fin» heisst die Stelle passenderweise.
Beim Belvédère des Recrettes, einer weiteren schönen Aussichtskanzel, stossen der Bergwanderweg und der gelb signalisierte Wanderweg wieder zusammen. Über Weideland geht es an den Höfen Les Recrettes und Le Cernil-Girard vorbei zur Klus bei Haut des Roches, einer märchenhaften Landschaft. Zwischen senkrechten Felswänden liegt ein urtümlicher Wald.
In steilem Abstieg gelangt man hinunter zum Saut du Doubs. Der Fluss stürzt hier über einen 27 Meter hohen Wasserfall in die Tiefe. Die Kraft des Wassers wurde früher intensiv genutzt: An mehreren Stellen standen Kornmühlen am Fluss. Bei niedrigem Wasserstand sind davon heute noch Ruinen zu sehen.
Ein Spazierweg führt an einem Picknickplatz vorüber zum Restaurant Saut-du-Doubs, wo sich auch die Anlegestelle des Schiffs befindet, das nach Les Brenets fährt. Das Dorf kann man natürlich auch zu Fuss erreichen. Davon ist allerdings abzuraten: Der Wanderweg verläuft auf der rund 3 Kilometer langen Strecke durchwegs auf Hartbelag.