Panorama beim Aussichtspunkt Roches de l’Ermitage

Wanderung Savagnier-Chaumont-Neuchâtel

Zeitreise über den Chaumont

  • Grand-Savagnier

  • Petit Chaumont

  • Chaumont

  • Neuchâtel


REGION: Jura
MARSCHZEIT: 3 h 40 min
AUFSTIEG: 470 m
TIEFSTER PUNKT: 482 m
VERPFLEGUNG: Petit Hôtel de Chaumont
ANREISE: Mit dem Bus nach Savagnier/Grand Savagnier
MERKMALE:
Schwierigkeit: T1 Wandern
Streckenlänge: 12,2 km
Abstieg: 760 m
Höchster Punkt: 1161 m
Ideale Jahreszeit: Anfang Mai bis Mitte November
Rückreise: Ab Neuchâtel mit der Bahn
   

Der Chaumont ist der südwestliche Ausläufer des Chasseral. Mit einer Standseilbahn gelangt man bequem hinauf. Der Hausberg der Stadt Neuchâtel lässt sich aber auch gut zu Fuss erkunden. Der Abstieg verläuft auf dem «Sentier du temps» und führt quer durch die Erdgeschichte. Kaum Hartbelag ausserhalb des Siedlungsgebiets.

Das Dörfchen Savagnier im Val de Ruz liegt am Nordfuss des langgezogenen Kalkrückens des Chaumont. Es gliedert sich in die beiden Ortsteile Petit- und Grand-Savagnier, die sich in ihrer Winzigkeit kaum voneinander unterscheiden. Von Grand-Savagnier führt die Wanderroute Richtung Chaumont zuerst auf einem Strässchen hinauf zum Waldrand, wo beim Wegweiserstandort Savagnier in ein Kiessträsschen eingeschwenkt wird.
Etwas mehr als eine halbe Stunde lang geht es nun aufwärts – nur mässig aufsteigend zwar, aber annähernd schnurgerade und wegen der Bäume ohne Aussicht, also insgesamt etwas monoton. Das ändert sich beim Erreichen der Strassen-/Wegkreuzung Chaumont de Bosset. Jetzt verlässt man den Wald und durchstreift typische Juralandschaft: Weiden, Hecken und Baumgruppen formen ein abwechslungsreiches Mosaik.
Ohne nennenswerte Höhendifferenzen geht es über den Chasseral-Ausläufer voran. Über Les Trois Cheminées gelangt man zur Ferienhaussiedlung Petit Chaumont. Die Wanderweg-Signalisation ist hier etwas lückenhaft: Es geht weder links noch rechts auf dem Strässchen weiter, sondern geradeaus auf einem kaum sichtbaren Wiesenpfad.
Entgegen der im Jura gebräuchlichen Bezeichnung ist die Métairie d’Hauterive keine Gaststätte, sondern nur ein ehemaliger Bauernhof. Einkehren lässt sich dafür bei der Bergstation der Standseilbahn, die vom Neuenburger Stadtquartier La Coudre auf den Chaumont fährt. Auf der Ostseite des Stationsgebäudes befindet sich ein Aussichtsturm, der einen ungehinderten Ausblick über den Neuenburgersee hinweg zur Alpenkette freigibt.
Der Abstieg nach Neuchâtel ist als Themenweg ausgestaltet: Der «Sentier du temps» ist der Zeit gewidmet. Doch obwohl die Uhrmacherei im Kanton Neuenburg auch heute über einen grossen Stellenwert verfügt, geht es dabei nicht um Zeitmessung. Vielmehr erlebt man beim Beschreiten des zuweilen praktisch ebenaus verlaufenden, dann wieder ordentlich steil abwärts führenden Pfads die Dimension historischer Epochen: Mit einem einzigen grossen Schritt lässt man einen Zeitraum von einer Million Jahre hinter sich.
Der mit blauen Holzpfosten markierte, rund 4,5 km lange Lehrpfad führt somit durch einen 4,5 Milliarden Jahre langen Zeitabschnitt, der mit der Entstehung des Sonnensystems (Bergstation) beginnt. 17 Posten entlang der Route repräsentieren bedeutende Stationen der Entwicklung irdischen Lebens – von den Stromatolithen über erste einfache Pflanzen und Fische bis zu den Sauriern und schliesslich dem Homo erectus. An jedem Standort wird das fragliche Objekt mit einer Holzstatue dargestellt, die eine Tafel mit knappen Informationen trägt. Wer mehr wissen will, besorgt sich vorgängig bei Neuenburg-Tourismus die Gratisbroschüre «Funi-Nature» (auf Französisch und Deutsch erhältlich), die zu jeder Station ergänzende Informationen bietet.
Der «Sentier du temps» verläuft fast durchwegs auf dem gelb signalisierten Wanderweg; einzig im unteren Teil gibt es einen kurzen Abschnitt abseits des Wanderroutennetzes. Der Themenweg endet beim Parkplatz Ermitage. Für den Abstieg nach Neuchâtel steht eine Wanderroute zur Verfügung, die in einem relativ grossen Umweg über den Jardin botanique in die Stadt führt. Kürzer ist die Variante über die Roches de l’Ermitage. Der Zugang zum Aussichtspunkt ist als Wanderweg signalisiert, der schmale Pfad, der von dort Richtung Stadt abwärtsführt, hingegen nicht. Man kann ihn aber gleichwohl problemlos begehen und gelangt auf diese Weise am Rande des botanischen Gartens vorüber mehr oder weniger direkt zum Bahnhof.