Blick zurück in die Schweiz vom Gipfel des Mont Châteleu

Schneeschuhtour Mont Châteleu

Über die sibirische Grenze

  • La Brévine

  • Chobert

  • Vieux Châteleu

  • Mont Châteleu

  • La Brévine


REGION: Jura
MARSCHZEIT: 3 h 45 min
AUFSTIEG: 320 m
TIEFSTER PUNKT: 1042 m
VERPFLEGUNG: Picknick aus dem Rucksack
ANREISE: Mit dem Postauto nach La Brévine/poste
MERKMALE: Rundwanderung / Auch/nur im Winter / Aussichtsberg
Schwierigkeit: WT1 Schneeschuhtour
Streckenlänge: 8,9 km
Abstieg: 320 m
Höchster Punkt: 1295 m
Ideale Jahreszeit: Dezember bis März
Rückreise: Ab La Brévine/poste mit dem Postauto
   

Die mittelschwere Schneeschuhtour auf den Mont Châteleu ist perfekt für Einsteiger geeignet: Sie führt durch wundervoll einsame Tannenwälder und weist kaum steile Passagen auf. Der höchste Punkt der Tour liegt jenseits der Landesgrenze in Frankreich. Von dort geniesst man eine eindrückliche Fernsicht.

Gemütlich warm ist es in einer Tiefkühltruhe, wenn man mit den Verhältnissen vergleicht, die am 12. Januar 1987 in La Brévine herrschten: Minus 41,8 Grad zeigte das Thermometer damals an. Das Dorf im Neuenburger Jura hält damit den Schweizer Kälterekord. Immer wieder sinkt hier die Temperatur im Winter auf minus 30 Grad oder noch weniger. Die Gegend gilt deshalb als «Sibirien der Schweiz» – und empfindet diesen Ruf nicht etwa als zweifelhaft. Im Gegenteil: La Brévine wirbt aktiv mit dem Erlebnis intensiver Kälte. Das Dorf liegt in einer natürlichen Senke, über die der Wind oft hinwegstreicht. Ein Kaltluftsee kann sich hier deshalb viel besser erhalten als anderswo.
Zu den Höhen, die das Dorf umgeben, zählt auch der Mont Châteleu. Die Anhöhe erhebt sich bloss rund 300 Meter über die Ebene, ist also eher ein Hügel. Dank des mässigen Gefälles sind diese Verhältnisse aber für eine Schneeschuhtour ideal.
Zum Ausgangspunkt gelangt man, indem man von der Postauto-Endstation in La Brévine einige Schritte westwärts zur Hauptstrasse marschiert und dieser kurz in nördlicher Richtung folgt. Eine Flagge mit der Aufschrift «Raquettes» signalisiert den Beginn der Route. Es handelt sich um einen signalisierten, aber nicht gepfadeten Trail. Oft ist schon von anderen Schneeschuhläufern eine Spur gelegt worden. Ansonsten erleichtern die in regelmässigen Abständen in den Schnee gesteckten pinkfarbigen Stangen die Orientierung. Im Wald übernehmen pinkfarbige Markierungen mit aufgemaltem weissem Schneeschuhläufer-Piktogramm diese Aufgabe.
Zunächst geht es querfeldein über verschneites Weideland zum bewaldeten Hügelzug im Norden des Dorfs. Dort geht es in den Wald. In leichtem Anstieg gelangt man zur Wegverzweigung Chobert. Zwei verschiedene Routen Richtung Mont Chateleu stehen hier zur Auswahl. Es handelt sich allerdings nur um zwei Äste, die je etwa einen Kilometer lang sind. Dort, wo die Grenze nach Frankreich überschritten wird, treffen sie wieder zusammen. Wer die nach rechts führende Variante einschlägt (sie folgt zunächst der Schneeschuhtour Richtung Meix Lagor), gelangt nach wenigen hundert Metern zur Landesgrenze. Auf dem Grenzpfad «Sentier des Bornes» geht es von dort in weiterhin mässigem Anstieg direkt der Grenzlinie entlang nach Westen. Wer es geschickt anstellt, kommt mit dem einen Schneeschuh in Frankreich, mit dem anderen in der Schweiz voran. Die Landesgrenze bildet hier übrigens zugleich eine etwas kuriose Wasserscheide: Das Wasser, das nach Norden abfliesst, strömt via Doubs, Saône und Rhone ins Mittelmeer, während das in südlicher Richtung abfliessende Wasser über Areuse, Aare und Rhein in die Nordsee gelangt.
Nachdem man die Landesgrenze endgültig überschritten hat, geht es für eine Weile praktisch ebenen Wegs weiter bis zum Gehöft Vieux Châteleu. Dann beginnt die Route erneut zu steigen. Sie verläuft nun mehrheitlich ausserhalb des Waldes, so dass sich die Sicht zusehends weitet. Die Signalisation ist jetzt ziemlich spartanisch. Teilweise markieren hohe gelbe Stäbe, später dann weiss-rote Holzpfosten den Routenverlauf.
Vom Geländesattel Châteleu-Loge an windet sich die Route in zunächst leichtem Anstieg im Gegenuhrzeigersinn rund um die Kuppe des Mont Châteleu voran. Im Norden schweift der Blick frei über das sanft gewellte Hügelland der Franche Comté. Das letzte Stück bis zum Gipfel ist der mit Abstand steilste Abschnitt der ganzen Tour. Wenn viel Pulverschnee liegt, kommt man hier ganz schön ins Schwitzen. Die Anstrengung lohnt sich jedoch, denn oben erwartet einen eine grossartige Aussicht: Über die Höhen des Neuenburger und des nahen Waadtländer Juras hinweg sieht man die Alpenkette von den Zentralschweizer Alpen bis zum Mont Blanc.
Der Rückweg verläuft auf gleicher Route: Über Châteleu Loge und Vieux Châteleu kehrt man zurück zur Grenze. Dort kann man diesmal die südliche Variante einschlagen, um nach Chobert zu gelangen. Danach geht es auf demselben Trassee wie beim Hinweg zurück nach La Brévine.