Beim Saut de Brot

Wanderung Les Ponts-de-Martel-Noiraigue-Boudry

Wildnis und Weite rund um die Areuse

  • Les Ponts-de-Martel

  • Noiraigue

  • Champ-du-Moulin

  • Boudry


REGION: Jura
MARSCHZEIT: 5 h 25 min
AUFSTIEG: 280 m
TIEFSTER PUNKT: 446 m
VERPFLEGUNG: Hôtel-Restaurant La Truite
ANREISE: Mit der Bahn oder mit dem Postauto nach Les Ponts-de-Martel
MERKMALE: Am Wasser
Schwierigkeit: T1 Wandern
Streckenlänge: 20,5 km
Abstieg: 840 m
Höchster Punkt: 1103 m
Ideale Jahreszeit: Mitte Mai bis Mitte Oktober
Rückreise: Ab Boudry Littorail mit der Bahn oder mit dem Tram
   

Eine wunderbare Vielfalt bietet die Wanderung über die aussichtsreiche Moorebene des Vallée des Ponts ins Val de Travers und anschliessend durch die teilweise wilde Schlucht der Areuse Richtung Neuenburgersee. Der Weg durch die Schlucht verläuft streckenweise auf Asphaltsträsschen, mit denen die Elektrizitätswerke am Fluss erschlossen sind. Sonst fast durchwegs Naturbelag.

Die Tour von Les Ponts-de Martel nach Boudry gliedert sich in zwei deutlich unterschiedliche Abschnitte. Im ersten Teil wird die weite Hochebene des Vallée des Ponts durchquert. Nach der letzten Eiszeit bildete sich hier eine der grössten Moorlandschaften der Schweiz. Zwar wurden im 19. und 20. Jahrhundert riesige Torfbestände in geradezu industriellem Ausmass abgebaut. Doch noch immer zeugen ausgedehnte Moorgebiete davon, wie diese Landschaft früher ausgesehen haben muss. Dazu gehören etwa der Marais Rouge, an dem der Wanderweg vorbeiführt, oder der Marais de Brot, den die Route auf einem kleinen Teilstück durchquert. Zwischen den beiden Mooren kommt man sowohl an einem Brunnen mit Schwefelwasser als auch an einer eisenhaltigen Quelle vorbei.
Von Brot-Dessus bis Pkt. 985 (südlich des Weilers Joratel) verläuft die Wanderung gemäss Ausschilderung direkt der zwar nicht dicht, aber mitunter ziemlich schnell befahrenen Strasse entlang. Man kann aber einen guten Teil der Asphaltstrecke umgehen, indem man einen kleinen Umweg über das Gehöft bei Pkt. 1042 einschlägt.
Auf dem steilen Fusspfad, der nach Noiraigue hinunterführt, zeigen die mitunter locker herumliegenden Steine, dass das Terrain nicht besonders stabil ist. Wegen der latenten Steinschlaggefahr empfiehlt es sich daher, zumindest den ersten Teil des Abstiegs zügig und ohne unnötige Zwischenhalte zu absolvieren.
In Noiraigue zeigt sich der Weg durch die Areuse-Schlucht zunächst ausgesprochen harmlos, ja langweilig: Das Trassee verläuft auf einem Asphaltsträsschen, das mit wenig Gefälle zwischen Bahnlinie und Fluss angelegt ist. Fast gewinnt man den Eindruck, man bewege sich auf einem kinderwagengängigen Spazierweg. Unterhalb des ersten Kraftwerks (Plan de l'Eau) ändert sich diese Einschätzung indessen rasch. Das breite Tal verengt sich zu einer tiefen Schlucht, das Flüsschen (respektive dessen eher spärliches Restwasser) sucht sich zwischen senkrechten Kalkwänden seinen Weg, und aus der breiten Piste wird ein schmaler Pfad, der sich über Stock und Stein dahinschlängelt.
Doch nur wenig unterhalb des Saut de Brot geht die Route erneut in ein Strässchen über, mit dem die nächsten Kraftwerksanlagen erschlossen sind. In Champ-du-Moulin weilte während einigen Spätsommertagen des Jahres 1764 Jean-Jacques Rousseau, um in der Umgebung botanische Exkursionen vorzunehmen. Am Hôtel La Truite vorüber geht es weiter flussabwärts, nach einer Weile auch wieder auf Naturbelag.
Schon bald folgt das nächste Kraftwerk, und damit geht der Wanderweg auch wieder in eine Asphaltpiste über. Vom Pont de Vert an ist es jedoch zu Ende mit Hartbelag. Die Strecke bis zum Pont des Clées ist der wildeste und eindrücklichste Abschnitt des Schluchtwegs. Der schmale Pfad windet sich zwischen mächtigen Felsblöcken, hohen Felswänden und urwüchsigen Bäumen dahin, zieht sich auf spektakuläre Weise einen Steilhang hoch, überquert dort die Schlucht auf einem schmalen Steg und führt danach hoch über dem Abgrund weiter.
Allmählich beginnt sich das Gelände zu weiten, und die Schlucht läuft in die Ebene von Boudry und Cortaillod aus. Durch Wohnquartiere von Boudry erreicht man das hübsche Ortszentrum des Neuenburger Vororts, von wo man mit dem Tram in die Kantonshauptstadt gelangt.