Auf dem Weg nach Vermes

Wanderung Vicques-Corban

Durch das Delsberger Becken

  • Vicques

  • Tiergarten

  • Vermes

  • Corban


REGION: Jura
MARSCHZEIT: 3 h 45 min
AUFSTIEG: 550 m
TIEFSTER PUNKT: 456 m
VERPFLEGUNG: Auberge du canon d’or, Vermes
ANREISE: Mit dem Postauto nach Vicques/poste
MERKMALE: Familientauglich
Schwierigkeit: T1 Wandern
Streckenlänge: 11,8 km
Abstieg: 490 m
Höchster Punkt: 767 m
Ideale Jahreszeit: Mitte März bis Mitte Dezember
Rückreise: Ab Corban/place du 23 juin mit dem Postauto
   

Abwechslungsreiche Wanderung durch die Jura-Senke des Delsberger Beckens. Am Weg liegen eine reizvolle Klus, ein hübsches Kirchlein sowie ein liebevoll eingerichteter Pflanzenlehrpfad. Zu Beginn und am Ende der Tour je 1,1 km auf Asphalt, sonst ausserhalb des Siedlungsgebiets fast durchwegs Naturwege.

Rund um Delsberg macht der Jura Pause: Die Hügelzüge des Faltenjuras laufen in einer weiten Senke aus. Die Gegend weist keine grossen Höhendifferenzen auf, ist aber dennoch vielfältig und abwechslungsreich gestaltet. An der in Spannbeton konstruierten, anfangs der 1960-er Jahre erbauten katholischen Kirche Notre-Dame du Rosaire im Dorfzentrum von Vicques vorbei gelangt man auf eine betonierte Landwirtschaftsstrasse, die in leichtem Aufstieg zu den Prés Godats am Waldrand führt. In leichtem Auf und Ab zieht sich der Weg durch schönen Mischwald bis zur Tiergarten-Klus.
Hier wird das Terrain deutlich felsiger, der Wanderweg verengt sich zu einem schmalen Pfad, der stellenweise mit Geländern gesichert ist und über Treppen und Leitern verläuft. 1793 blockierten oberhalb der engen Schlucht die Einwohner des angrenzenden Dorfs Vermes einen Vorstoss der anrückenden französischen Revolutionstruppen, indem sie ein Bombardement von Baumstämmen und Felsbrocken in die Tiefe niedergehen liessen. Die Franzosen rächten sich für die jurassische Morgarten-Version mit einem fürchterlichen Massaker an der Bevölkerung.
Das Gehöft südlich der Klus trägt ebenfalls den Namen Tiergarten, was im französischsprachigen Kanton Jura einigermassen befremdlich ist. Tatsächlich wird der Begriff gemäss einer Informationstafel auf die reiche Fauna der Gegend zurückgeführt. In den Wäldern tummeln sich Rehe, Hasen, Füchse, Wildschweine und Dachse, über den sonnigen Höhen ziehen Falken und Mäusebussarde ihre Kreise.
Bei prachtvoller Aussicht auf die Hügelzüge des nahen Berner und Solothurner Juras erreicht man das Dörfchen Vermes. Die Pfarrkirche Saint-Pierre-et-Paul ist einen Besuch wert; das Gotteshaus geht auf einen romanischen Bau zurück und birgt im Kirchenschiff Fresken aus dem 16. Jahrhundert. Gleich dahinter steigt der Weg zum Hügelrücken Plain Fayen hoch. Der im Zickzack angelegte Pfad ist als «Sentier botanique» ausgeschildert. Die Informationen entlang des Lehrpfads werden ausnahmslos auf handbeschrifteten Holztafeln vermittelt. Auch die Exponate (etwa zu Tierspuren, Waldfrüchten und Pilzen) bestehen ausschliesslich aus Naturmaterialien.
Viel Sonne bieten die Picknickplätze in der Waldlichtung oben auf dem Plateau. Von dort geht es durch schattigen Wald steil abwärts. Über offenes Weideland erreicht man danach in leichtem Abstieg das Dorf Corban.