Sonne, Schnee, Berge, Stille. Piz Beverin (links) und Bruschghorn.

Winterwanderung Tschappina-Glaspass

Weisse Wege am Heinzenberg

  • Obertschappina

  • Glaspass

  • Obergmeind

  • Oberurmein

  • Obertschappina


REGION: Graubünden
MARSCHZEIT: 5 h 30 min
AUFSTIEG: 610 m
TIEFSTER PUNKT: 1554 m
VERPFLEGUNG: Berggasthaus Glaspass
ANREISE: Mit dem Postauto nach Obertschappina
MERKMALE: Rundwanderung / Auch/nur im Winter / Höhenweg / Passwanderung
Schwierigkeit: W2 Winterwandern
Streckenlänge: 16,3 km
Abstieg: 610 m
Höchster Punkt: 1943 m
Ideale Jahreszeit: Dezember bis März
Rückreise: Ab Obertschappina mit dem Postauto
   

Am Heinzenberg stehen mehrere gepfadete Winterwanderrouten zur Verfügung. Sie lassen sich sowohl für kürzere Wanderungen nutzen als auch zu ausgedehnten Touren kombinieren. Die längste und landschaftlich attraktivste Tour führt zum Glaspass und nach Obergmeind. Sie quert einzelne Skipisten, verläuft aber mehrheitlich ausserhalb des Skigebiets.

Von einer wohltuend beschaulichen und gemütlichen Seite zeigt sich Graubünden am Heinzenberg. Pistenflitzer und Partylöwen machen um den ausgedehnten Osthang oberhalb von Thusis gerne einen Bogen, denn dort läuft aus ihrer Sicht nicht viel. Es gibt zwar ein kleines Skigebiet, doch das Angebot richtet sich vornehmlich an Familien. An der richtigen Adresse ist hier, wer die Stille der winterlichen Bergwelt auskosten will. Eine Winterwanderung ist dafür bestens geeignet.
Während besonders in grossen Tourismusregionen gepfadete Winterwanderwege oft als Pflichtangebot erscheinen, das mit entsprechend geringem Enthusiasmus bereitgestellt wird, spielen sie hier eine Hauptrolle. Am Heinzenberg besteht ein veritables Netz von Strecken, die ausschliesslich dem winterlichen Wandern zugedacht sind. Es setzt sich aus verschiedenen Schlaufen und Ästen zusammen, die sich auf unterschiedliche Weise zusammenstellen lassen.
Am höchsten hinaus gelangt man auf einer Tour zum Glaspass. Der Übergang zwischen dem Hinterrheintal und dem Safiental wird zwar auch im Winter von einzelnen Postautokursen bedient. Wegen der wunderschönen Aussicht zum Piz Beverin, die man unterwegs geniesst, empfiehlt es sich aber, ihn zu Fuss aufzusuchen.
Ausgangspunkt ist das Dörfchen Obertschappina. Zum Einstieg kann man sich auf der «Stutz-Runde» auf sanfte Weise warmlaufen: Ebenen Wegs geht es zum Waldrand, dann leicht aufsteigend in einer weiten Kehre durch den stillen Bergwald und erneut ohne Steigung zurück zur Passstrasse. Jetzt beginnt der Weg deutlich zu steigen – der Aufstieg nach Bruneir und einem Skilifttrassee entlang ist jedoch bereits der steilste Abschnitt der Wanderung. Nach knapp einem Kilometer zieht sich die Route erneut ebenen Wegs zum Waldrand. In einem weiteren grossen Bogen geht es über den Oberbutzweg zur Waldgrenze hoch. Jetzt öffnet sich eine grossartige Rundsicht talwärts ins Domleschg; im Süden ragt majestätisch der Piz Beverin in den Himmel. Zusammen mit seinem Nachbargipfel, dem Bruschghorn, prägt er von nun an das Panorama bis zum Zwischenziel Glaspass.
In sanftem Auf und Ab schlängelt sich der gepfadete Winterwanderweg über verschneite Alpweiden dahin. Für das letzte Teilstück bis zum Berggasthaus nahe der Passhöhe stehen zwei Varianten bereit, die sich zu einer Schlaufe zusammenfügen. Winterliche Ruhe gibt es hier à discrétion, denn in dieser Ecke des Heinzenbergs tummeln sich weder Skifahrer noch Langläufer oder Schlittler – die Gegend wird einzig von Wanderern und Schneeschuhläufern aufgesucht.
Wer nicht im Restaurant einkehren mag, kehrt zum Kreuzungspunkt 1909 m.ü.M. zurück, wo eine Holzbank zur aussichtsreichen Rast einlädt. Von dort schlägt man die als «Höhenweg Glaspass» ausgeschilderte Route ein. Sie führt zunächst sanft aufsteigend, dann in einer längeren Passage ebenen Wegs und schliesslich mit einem kurzen, aber recht steilen Abstieg nach Obergmeind. Der Alpweiler ist das Zentrum des kleinen Skigebiets. Hier kreuzen sich die Skilifte, zugleich gibt es mehrere Restaurants.
Die Wanderung wird danach Richtung Oberurmein fortgesetzt. Zwischendurch kreuzt man mehrmals Skipisten und das eine oder andere Skilifttrassee. Erneut gibt es viel Weite und Aussicht, am Schluss wird in einigen grosszügigen Kurven tüchtig Höhe abgebaut. Zurück nach Obertschappina gelangt man dann praktisch ohne Gefälle. Bei der reformierten Kirche oberhalb der Postautohaltestelle lädt eine lange Holzbank dazu ein, die Wartezeit bis zur Rückfahrt ins Tal an sonniger und aussichtsreicher Lage zu verbringen.
Wer gerne zu Beginn bzw. am Schluss einkehrt, um z.B. nicht im Freien auf das Postauto warten zu müssen, sollte die Tour in Oberurmein beginnen. Die Anreise ist einfach etwas umständlicher (keine Direktverbindungen ab Thusis, 1 km zusätzlich zwischen der Postautohaltestelle Oberurmein/Skilift und dem Ausgangs-/Zielpunkt des Winterwanderwegs).