Zwischen Curschellas und Schlareins, Blick zu Signina (links) und Crap Grisch (rechts)

Winterwanderung Vella-Lumbrein

Wintersonne im Tal des Lichts

  • Vella

  • Davos Munts

  • Patiarm

  • Schlareins

  • Lumbrein


REGION: Graubünden
MARSCHZEIT: 4 h 10 min
AUFSTIEG: 590 m
TIEFSTER PUNKT: 1241 m
VERPFLEGUNG: Picknick aus dem Rucksack
ANREISE: Mit dem Postauto nach Vella/posta
MERKMALE: Auch/nur im Winter / Höhenweg
Schwierigkeit: W1 Winterwandern
Streckenlänge: 11,1 km
Abstieg: 430 m
Höchster Punkt: 1739 m
Ideale Jahreszeit: Dezember bis März
Rückreise: Ab Lumbrein/vitg mit dem Postauto
   

Die Val Lumnezia ist ein Geheimtipp für Winterwanderungen: An sonniger Aussichtslage steht dort eine interessante Vielfalt an Routen bereit. Paradestück ist die Wanderung von Vella über winterliches Alpgebiet nach Lumbrein. Wer die Wanderung mit einem leichten Schlitten unternimmt, kann die Abstiege auf Kufen verkürzen.

Früher sprach man vom Lugnez, doch die deutschsprachige Bezeichnung ist heute eher verpönt, denn die Gegend gilt als rätoromanische Hochburg. «Tal des Lichts» wird die Val Lumnezia jetzt oft genannt. Tatsächlich sind die Dörfer, die auf mehreren südwestlich orientierten Terrassen hoch über dem Glennerbach liegen, von der Sonne verwöhnt. Das kommt der Gegend und ihren Besuchern auch im Winter zugute. An den Hängen der Piz-Mundaun-Kette stehen nicht nur sonnig und aussichtsreich gelegene Skipisten bereit. Wanderer finden hier auch eine ansprechende Auswahl an gepfadeten und signalisierten Routen, die je nach Wahl von Dorf zu Dorf führen oder das Tal auf hochgelegenen Strecken oberhalb der Siedlungen durchmessen.
Den höchstmöglichen Punkt erreichen Winterwanderer im Alpgebiet Curschellas weit oberhalb von Vignogn. Die Wanderung dorthin führt durch unberührte Winterlandschaften und bietet grossartige Tiefblicke ins gesamte Lugnez. Ausgangspunkt ist das Dorfzentrum des Talhauptorts Vella. Ohne nennenswerte Steigung geht es oberhalb der Autostrasse dem Hang entlang zum (zugefrorenen) Badesee Davos Munts. Das gleichnamige Restaurant ist auch im Winter offen.
Danach beginnt ein recht langer, kontinuierlicher, aber nur mässig steiler Aufstieg. In grossen Schwüngen windet sich die verschneite Alpstrasse den Hang hoch zum Langlaufgebiet Parsiras. Von dort geht es am Rande einer blau signalisierten Skipiste durch Maiensässgebiet noch ein Stück weiter hinauf bis Patiarm. Hier beginnt die Schlittelabfahrt hinunter nach Vignogn.
Die Winterwanderer nutzen zunächst den breiten und nur mässiges Gefälle aufweisenden Schlittelweg, zweigen bei Bars aber bereits wieder hangwärts ab und steigen nochmals eine Weile auf. Den Kulminationspunkt der Wanderung erreicht man auf Curschellas. Hier liegt zugleich zugleich einer der aussichtsreichsten Punkte der Route: Praktisch die ganze Val Lumnezia liegt einem zu Füssen – der Blick schweift von der Signina-Gruppe am Taleingang bis zum markanten Felszahn des Piz Terri zuhinterst im Tal.
Nur mässig steil, aber kontinuierlich absteigend geht es nun ins Tal hinunter. Wer einen Schlitten dabei hat, kann den Abstieg schwungvoll auf Kufen bewältigen: Ab der Wegverzweigung Schlarains verläuft der Winterwanderweg auf dem Trassee der Schlittelpiste, die nach Lumbrein hinunterführt. Im Dorf lohnt es sich, den schlossähnlichen Wohnturm Chisti südwestlich der markanten Pfarrkirche in Augenschein zu nehmen. Das über 700 Jahre alte Bauwerk wurde vom bekannten Architekten Peter Zumthor 1970 restauriert, wird nach wie vor bewohnt und birgt unter anderem eine mietbare Ferienwohnung.