Ual da Flem (links), Scheune bei Ladinas im Schneegestöber: Auch bei «Hudelwetter» kann Winterwandern ein grosses Vergnügen sein.

Winterwanderung Andiast-Brigels

Echt wandern in der winterlichen Surselva

  • Andiast

  • Ual da Ladral

  • Spinatsch

  • Ual da Flem

  • Brigels


REGION: Graubünden
MARSCHZEIT: 4 h 20 min
AUFSTIEG: 520 m
TIEFSTER PUNKT: 1185 m
VERPFLEGUNG: Picknick aus dem Rucksack
ANREISE: Mit dem Postauto nach Andiast/posta
MERKMALE: Auch/nur im Winter
Schwierigkeit: W1 Winterwandern
Streckenlänge: 12 km
Abstieg: 420 m
Höchster Punkt: 1540 m
Ideale Jahreszeit: Dezember bis März
Rückreise: Ab Breil-Brigels/posta mit dem Postauto
   

Quer durch das Skigebiet und doch meist ausserhalb des Pistenraums verläuft die Winterwanderung von Andiast nach Brigels. Die Route führt in zwei weiten Bogen in die Täler der Wildbäche Ladral und Flem, dazwischen schmiegt sie sich in den Sonnenhang hoch über Brigels. Es handelt sich um eine relativ lange Tour, die sich aber bei Bedarf gut verkürzen lässt.

Die Kleinen machen vor, wie es geht: Das Wintersportgebiet Brigels-Walternsburg-Andiast mag jenen Skifans, die möglichst viele Kilometer abspulen wollen, wegen seiner familiär-überschaubaren Verhältnisse wohl eher nur ein mildes Lächeln zu entlocken. Was das Angebot für Winterwanderer betrifft, trumpft die Region jedoch gewaltig auf und schlägt grosse Destinationen mit klingenden Namen um Längen. Hier gibt es nicht bloss einzelne Alibi-Pfade für ein paar Querulanten, die partout nicht auf die Latten steigen mögen, sondern eine erstaunliche Vielfalt von gepfadeten Routen, die sich mit etlichen Ästen und Querverbindungen zu einem veritablen Netz zusammenfügen.
Manche dieser Strecken sind pfannenfertige Menüs, die man quasi ab der Stange konsumieren kann. Wer will, kann sich seine Route aber auch à la carte zusammenstellen. Zu diesem Zweck kombiniert man einfach Abschnitt um Abschnitt. Auf diese Weise kommt man zu Routen, die längst nicht mehr als Spaziergang gelten, sondern als echte Tageswanderungen.
Es besteht ein kleiner Wermutstropfen: Die meisten Verzweigungen und Kreuzungen in diesem stattlichen Winterwandernetz sind derzeit (Stand Januar 2018) eher rudimentär markiert. Man kann sich also nicht wie im Sommer auf eine lückenlose Signalisation verlassen, sondern muss sich selbst orientieren. Das ist allerdings kein grosses Problem, weil für das ganze Gebiet eine kostenlose Faltkarte verfügbar ist, auf der die Verläufe aller Winterwanderwege perfekt eingezeichnet sind.
Die vorliegende Route ist eine der längsten der Region. Sie führt von Ost nach West quer durch das Wintersportgebiet, kreuzt aber nur an einigen wenigen Stellen Skipisten. Wer sich gerne abseits des Pistenrummels bewegt, kommt hier somit voll auf seine Kosten. Die Medaille hat allerdings auch ihre Kehrseite, denn an der Strecke liegen auch keine Bergbeizen und Pistenbars. Somit gilt es, vorgängig ein Picknick einzupacken.
Von der Endstation des Postautos in Andiast marschiert man einige Schritte zurück und steigt die Via Camenisch hoch. In mässigem Anstieg folgt man der gelb signalisierten Sommerwanderroute in Richtung Ladinas/Alp Dado; die beiden Abzweigungen Richtung Alp Miez ignoriert man. Nahezu ebenen Wegs gelangt man ins bewaldete Ladral-Tal. Auf der gegenüberliegenden Seite des Bergbachs steht eine historische Sägemühle.
Danach geht es dem Waldrand entlang gleich wieder auf offenes Alpgelände. Bei zwei kurz aufeinanderfolgenden Winterwanderweg-Verzweigungen hält man jeweils rechts und steigt unverwandt im Hang leicht an. Kurz nach der Unterquerung des Trassees der Sesselbahn Waltensburg-Alp Dado hat man den höchsten Punkt der Wanderung erreicht. Während einigen Minuten wandert man einer Skipiste entlang; es handelt sich um eine blau signalisierte Piste mit minimalem Gefälle, so dass die Passage für Wanderer unproblematisch ist. Danach schwenkt man in einen Schlittelweg ein, der ebenfalls nur mässig steil talwärts führt. So wandert man unbeschwert und bei prachtvoller Aussicht auf Brigels und zu den umliegenden Bergen in sanftem Abstieg nach Spinatsch und weiter zum Trassee der Sesselbahn Brigels-Burleun.
Wer genug hat, kann hier auf einem weiteren Schlittelweg bereits direkt nach Brigels absteigen. Andernfalls empfiehlt sich der reizvolle Abstecher ins Flem-Tal. In kaum merklichem Anstieg zieht sich der gepfadete Winterwandweg über offenes Gelände zur Alp da Stiarls, wo der Bergbach überquert wird. Auf der anderen Seite des Tälchens folgt eine lange Passage ebenen Wegs durch stillen Tannenwald. Nach einer Spitzkehre wendet sich die Route mit sanftem Gefälle Richtung Osten und führt an den Wohn- und Ferienhäusern von Campliun und Mirada vorbei zur Kapelle Sogn Giacun und von dort ins Dorfzentrum von Brigels.