Spektakuläre Passage: Auf halbem Weg zwischen Waltensburg und Brigels wird eine überhängende Felswand unterquert.

Winterwanderung Waltensburg-Brigels

Am Sonnenhang über dem Vorderrhein

  • Waltensburg

  • Brigels

  • Curtginet

  • Waltensburg


REGION: Graubünden
MARSCHZEIT: 3 h 40 min
AUFSTIEG: 340 m
TIEFSTER PUNKT: 999 m
VERPFLEGUNG: Diverse Gaststätten in Brigels
ANREISE: Mit dem Postauto nach Waltensburg-Vuorz/Cadruvi
MERKMALE:
Schwierigkeit: W1 Winterwandern
Streckenlänge: 11 km
Abstieg: 340 m
Höchster Punkt: 1286 m
Ideale Jahreszeit: Dezember bis März
Rückreise: Ab Waltensburg-Vuorz/Cadruvi mit dem Postauto
   

Viel Sonne und Aussicht geniesst man auf dieser Winterwanderung in der Surselva. Die Rundtour von Waltensburg nach Brigels führt durch stille Wälder und über einsames verschneites Weideland. Unterwegs geniesst man zudem immer wieder schöne Ausblicke ins Tal des Vorderrheins.

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu dieser Rundwanderung anreist, kann sich den Marsch durch Waltensburg entlang der Hauptstrasse sparen und steigt stattdessen erst bei der Haltestelle Sumvitg aus. Während das Postauto rechts in Richtung Andiast abzweigt, hält man geradeaus und erreicht in wenigen Minuten den oberen Dorfrand. In leichtem Anstieg geht es nun der Hangkante entlang durch Tannenwald. Unterwegs passiert man einen spektakulären Durchgang: Der Weg führt unter einer überhängenden Felswand hindurch. Gleich danach wird es etwas steiler. Nach einigen engen Kurven verlässt man das Waldgebiet und hat nun eine schöne Sicht ins Vorderrheintal sowie hinüber nach Obersaxen und zum Piz Mundaun.
Schon bald erreicht man das Dorf Brigels. Der Rückweg Richtung Waltensburg beginnt beim Brigelser See (der im Winter natürlich meist zugefroren und von einer dicken Schneeschicht bedeckt ist). Zunächst praktisch ebenen Wegs geht es im weiten Tälchen des Flem-Bachs voran.
Im Süden liegt zwar die bewaldete Kuppe des langgezogenen Felsrückens Tschuppina, doch er ist recht weit weg und vermag den Sonnenschein nicht fernzuhalten. Umso besser, dass die Bauern hier im Unterschied zu anderen Regionen Graubündens ihre Ställe nicht mit Stacheldraht umzäunt, sondern im Gegenteil mit einfachen, aber einladenden Holzbänken ausgestattet haben. Einer Rast an der milden Wintersonne, mit dem Rücken zu einer wärmenden Wand aus sonnengegerbtem Holz, steht somit nichts im Weg.
Allmählich geht es nun leicht abwärts. Bei Curtginet (Talstation der Sesselbahn von Waltensburg zur Alp Dado) erreicht man die Strasse, die von Waltensburg heraufführt, folgt dieser aber nur einige hundert Schritte und zweigt dann in den Feldweg Via Surpunt ein. Bei schönen Tiefblicken talauswärts ins Vorderrheintal und zum kompakten Dorfkern von Waltensburg gelangt man in weiten Kehren und bei entsprechend geringem Gefälle zur Kirche von Waltensburg.
Ein Besuch des Gotteshauses ist unbedingt zu empfehlen. Dieses ist mit herausragenden mittelalterlichen Wandmalereien ausgestattet, die als bedeutendste hochgotische Werke dieser Art in der Schweiz gelten. Der Schöpfer der Wandbilder hat auch andere Kirchen in Graubünden mit seinen Gemälden geschmückt; sein Hauptwerk aber ist der gut erhaltene Passionszyklus an der Nordwand der Kirche von Waltensburg. Der unbekannte Künstler wird deshalb als Waltensburger Meister bezeichnet.