Der Lagh da Saoseo

Wanderung Saoseo-See

Blaues Juwel im grünen Bergwald

  • Camp

  • Lagh da Saoseo

  • Lagh da Val Viola

  • Camp


REGION: Graubünden
MARSCHZEIT: 2 h
AUFSTIEG: 340 m
TIEFSTER PUNKT: 2029 m
VERPFLEGUNG: Picknick aus dem Rucksack
ANREISE: Mit dem Postauto nach Alp Camp (Reservationspflicht!)
MERKMALE: Rundwanderung / Familientauglich / Am Wasser
Schwierigkeit: T2 Bergwandern
Streckenlänge: 5,4 km
Abstieg: 340 m
Höchster Punkt: 2266 m
Ideale Jahreszeit: Anfang Juni bis Mitte Oktober
Rückreise: Ab Alp Camp mit dem Postauto (Reservationspflicht!)
   

Einer der schönsten Bergseen im ganzen Alpenraum liegt im südbündnerischen Val da Camp. Zum Lagh da Saoseo führt eine einfache, abwechslungsreiche Bergwanderung. Wenn man sie als Rundwanderung ausgestaltet, gewinnt sie zusätzlich an Attraktivität: Am Weg liegt dann mit dem Lagh da Val Viola noch ein zweites Bergsee-Juwel. Durchwegs Naturwege.

Für den motorisierten Privatverkehr ist das Val da Camp nahezu tabu: Beim Eingang ins Tal nahe der Postauto-Haltestelle Sfazù steht ein Fahrverbot, von dem nur landwirtschaftliche Fahrzeuge und die schmalen, kleinen Postautos ausgenommen sind, die es schaffen, die steile Kiesstrasse zu meistern. Der Verkehr auf der Strecke hält sich in Grenzen, und weil die Strasse nicht asphaltiert ist, gilt sie eigentlich als gut geeignet für Wanderer.
Trotzdem raten einheimische Kenner davon ab, auf diesem einfachsten und naheliegend erscheinenden Weg ins Tal zu gelangen, denn es gibt dort noch viel Besseres. Die Top-Route im Gebiet ist ein einfacher Rundgang, der sich ausgezeichnet auch für Familien mit Kindern eignet. Ausgangspunkt ist die Alp Camp, Endstation der Postautolinie. Eine vorgängige Sitzplatzreservation beim Postautohalter ist unbedingt zu empfehlen, weil man sonst in den kleinen und engen Fahrzeugen entweder stehen muss und während der holprigen Fahrt arg durchgeschüttelt wird – oder dann gleich gar nicht erst mitgenommen wird.
Im Laufe der Jahrtausende haben Bergstürze das Tal an verschiedenen Stellen verschüttet, so dass sich die Bergbäche zu Seen aufstauten. Mehrere davon können auf Wanderwegen erreicht werden. Ein richtiges Schmuckstück ist der Lagh da Saoseo. Er wird weitherum als einer der schönsten Bergseen der Schweiz, wenn nicht sogar des gesamten Alpenraums gerühmt. Von weitem schimmert sein Wasser kobaltblau, doch wenn man am Ufer steht, erweist es sich als dermassen klar, dass man fast jeden einzelnen Stein am Seegrund erkennen kann. Auf der glatten Wasseroberfläche spiegelt sich der Wald, der den See umgibt. Der Schauplatz ist paradiesisch schön und entsprechend beliebt als Picknickgebiet.
Obwohl am Ufer mehrere befestigte Feuerstellen bereitstehen, empfiehlt es sich, den Imbiss noch etwas aufzuschieben, denn der nächste Abschnitt der Wanderung besteht in einem recht steilen Aufstieg von 200 Höhenmetern. Anfänglich verläuft er im Wald, später oberhalb der Baumgrenze. Schliesslich erreicht man den Lagh da Val Viola, ein weiteres Juwel von einem Bergsee. Über die türkisblaue Wasseroberfläche hinweg sieht man talauswärts bis zur vergletscherten Südflanke des Piz Palü hinüber.
Der Hang am Ostufer des Viola-Sees ist relativ abschüssig, so dass der Zugang zum Wasser hier nicht so einfach ist. Es lohnt sich deshalb, den See zur Hälfte zu umrunden und die Rast auf der grossen, praktisch flachen Weide am westlichen Ende des Sees vorzusehen. Im Mündungsbereich des Bergbachs kann vortrefflich gespielt, gestaut und geplanscht werden. In leichtem Abstieg geht es danach zurück zur Alp Camp.
Wem die gut zweistündige Rundtour zu kurz ist, kann sie zu einer rund fünfeinhalbstündigen Tageswanderung ausbauen. Ausgangspunkt ist das Restaurant bzw. die Postautohaltestelle Pozzulasc. Der Aufstieg ins Val da Camp führt durch den Bosch da la Crota und über Suracqua und Terzana. Vorbei an Poz da Rügiul und Saoseo gelangt man zum Lagh da Saoseo, danach geht es wie oben beschrieben zum Lagh da Val Viola und nach Camp. Auf der Kiesstrasse/Postautostrecke wandert man von da talauswärts am Rifugio Saoseo vorüber nach Motti und Salina, zweigt dort hangwärts ab und wandert via La Tunta nach Salva Daint. Hier geht's nochmals ein kurzes Stück der Strasse entlang, danach dem Hang entlang über Lagüzzon zum Restaurant bzw. zur Postautohaltestelle La Rösa.