Der Silsersee mit dem Schwemmgebiet Isola

Wanderung Sils-Maloja

Sanfte und wilde Wasser

  • Sils-Maria

  • Isola

  • Maloja


REGION: Graubünden
MARSCHZEIT: 1 h 50 min
AUFSTIEG: 130 m
TIEFSTER PUNKT: 1797 m
VERPFLEGUNG: Hotel Restaurant Lagrev, Isola
ANREISE: Mit dem Postauto nach Sils/Segl-Maria/Posta
MERKMALE: Am Wasser
Schwierigkeit: T2 Bergwandern
Streckenlänge: 6,4 km
Abstieg: 140 m
Höchster Punkt: 1845 m
Ideale Jahreszeit: Mitte Mai bis Mitte Oktober
Rückreise: Ab Maloja/See mit dem Schiff
   

Viele abwechslungsreiche Landschaftseindrücke bietet die leichte Wanderung am Südufer des Silsersees. Zuweilen verläuft der Weg direkt dem Wasser entlang, dazwischen geht es aber immer wieder auch an erhöhter Lage voran, was malerische Tiefblicke auf die Oberengadiner Hochebene ermöglicht. Wenig Hartbelag.

Uferwege gelten zuweilen als simple, mitunter gar etwas langweilige Spazierwege. Tatsächlich kann der konstante Ausblick aufs Wasser auf Dauer ermüdend sein, insbesondere wenn der Weg keinerlei Höhendifferenzen aufweist. Solcher Monotonie begegnet man am Silsersee jedoch keinesfalls. Der Uferweg an der Südseite des tiefblauen Bergsees verläuft nämlich nicht durchwegs direkt dem Wasser entlang. Vielmehr gibt es insbesondere in der ersten Hälfte der Wanderung immer wieder kleinere Auf- und Abstiege. Das ermöglicht schöne Ausblicke zwischen den Lärchen und Arven hindurch auf den See.
Etwa auf halbem Weg liegt die Schwemmebene Isola. Der gleichnamige Weiler war noch im 20. Jahrhundert ganzjährig bewohnt. Heute ist dort immerhin noch ein Restaurant in Betrieb. Es lohnt sich, bei der Mündung des Bergbachs Aua da Fedoz den Wanderweg kurz zu verlassen und dem Wasserlauf bachaufwärts zu folgen. Der Abstecher endet nach wenigen Dutzend Schritten bei einer Verengung des Bachbetts, von der aus man einen ziemlich ungewöhnlichen Wasserfall sieht: Der Fedozbach donnert hinter einem gewaltigen Felsriegel in die Tiefe, der sich zwischen den hohen Felswänden verkeilt hat.
Wenige hundert Meter vor dem Campingplatz Plan Curtinac lädt eine zauberhafte Bucht zu einem Zwischenhalt ein. Das Ufergelände ist hier praktisch flach. Auf der grossen Wiese stehen Picknicktische und -bänke sowie eine befestigte Feuerstelle bereit. Ein kleiner Kiesstrand eignet sich zum Planschen, und wer das kalte Wasser nicht scheut, kann an heissen Sommertagen gar ein erfrischendes Bad nehmen.
Nach dem Campingplatz bleibt man auf dem Waldweg etwas oberhalb der Strasse und gelangt so ans westliche Ende des Sees. Auf herkömmliche Weise wird der Ausflug beendet, indem man von dort in den Dorfkern von Maloja wandert und mit dem Bus zum Ausgangspunkt zurückkehrt. Wesentlich attraktiver ist indessen eine Schiffspartie. Auf dem Silsersee ist nämlich die höchstgelegene Kursschifflinie Europas in Betrieb. Während der Sommersaison tuckert Familie Giani mit ihrem Kleinboot mehrmals am Tag über den See. Der Betrieb wird schon in dritter Generation von der Familie geführt, die am Comersee ansässig ist, aber den Sommer jeweils im Engadin verbringt, um dort Gäste über den landschaftlich reizvollsten der Oberengadiner Bergseen zu befördern.