Kleinode am Weg: Teichlandschaft bei Rutisc, Kirche Santa Maria bei Poschiavo

Wanderung San Carlo - Poschiavo - Miralago

Ebene Wege im bergigen Land

  • San Carlo

  • Poschiavo

  • Li Curt

  • Le Prese

  • Miralago


REGION: Graubünden
MARSCHZEIT: 3 h 10 min
AUFSTIEG: 170 m
TIEFSTER PUNKT: 962 m
VERPFLEGUNG: Diverse Gaststätten in Poschiavo
ANREISE: Mit dem Postauto nach San Carlo
MERKMALE: Familientauglich / Am Wasser
Schwierigkeit: T2 Bergwandern
Streckenlänge: 11,8 km
Abstieg: 290 m
Höchster Punkt: 1172 m
Ideale Jahreszeit: Anfang Mai bis Mitte November
Rückreise: Ab Miralago mit der Bahn
   

Im gebirgigen Puschlav gibt es nicht viele Wanderrouten mit geringen Höhendifferenzen. Eine davon verläuft im mittleren Teil des Tals. Sie führt im Talboden unter anderem durch den schmucken Hauptort Poschiavo, über heckengesäumte Alpwiesen und zu einer idyllischen Teichlandschaft. 1,5 km Asphaltstrasse zwischen Poschiavo und Li Curt.

Im Grunde können sie einpacken, all die Geografielehrer, die ihre Klassen mit der Gotthardbahn traktieren und dabei betonen, die Kirche von Wassen sehe man dreimal aus unterschiedlicher Perspektive. Das Kirchlein von San Carlo zeigt sich nämlich gleich fünfmal, wenn sich die Berninabahn von Cavaglia nach Poschiavo hinunterschraubt. Umgekehrt gilt: Für eisenbahn-affine Menschen ist San Carlo ein ultimativer Schauplatz, weil man hier stets irgendeinen roten Zug sieht, der sich im steilen Hang hin und her, auf und ab bewegt.
Das von schroffen Hängen umgrenzte, nach Süden steil abfallende Puschlav eignet sich hervorragend für ausgedehnte Bergwanderungen abseits der Zivilisation. Dünn gesät sind im Tal jedoch Wanderrouten, die nur wenige Auf- und Abstiege aufweisen. Am besten eignet sich dafür das Gebiet zwischen San Carlo und Miralago. Die Wanderung durch den flachen Talboden verläuft hier stracks Richtung Süden und führt damit nicht nur der Sonne entgegen, sondern bietet auch schöne Ausblicke talauswärts. Ausserhalb des Siedlungsgebiets wandert man fast durchwegs auf Naturwegen.
Ausgangspunkt ist die Postautohaltestelle des Dörfchens San Carlo. An der Kirche vorüber steigt man auf Kies- und Asphaltsträsschen nach Somaino und danach noch ein paar Dutzend Höhenmeter weiter aufwärts, um dann auf einem aussichtsreichen Schottersträssschen ebenen Wegs Richtung Süden abzuzweigen. Bei Mulinel verengt sich der Weg zu einem Pfad, der im Wald sanft abwärtsführt, bis er am Nordeingang von Poschiavo in die Hauptstrasse mündet. Hier empfiehlt sich, nicht der signalisierten Wanderroute zum Poschiavino-Flüsschen zu folgen, sondern den Hauptort des Tals auf der verkehrsberuhigten Dorfstrasse zu durchqueren, die von prachtvollen Palazzi gesäumt ist.
Am südlichen Ende des Dorfs zweigt man Richtung Spital und wechselt danach gleich wieder nach Süden. Auf einem verkehrsarmen Strässchen geht es zur Kirche Santa Maria und durch eine anmutige, von Wiesen, Hecken und Trockenmauern geprägte Kulturlandschaft nach Li Curt. Ab hier verläuft die Wanderung bis kurz vor Le Prese direkt dem Poschiavino entlang. Zwischendurch passiert man bei Rutisc eine idyllische Wasserlandschaft mit Teichen und kristallklaren Bächlein.
Le Prese wird parallel zum Trassee der Berninabahn durchquert, die hier sozusagen als Tram direkt auf der Strasse fährt. Vom Strandbad an verläuft der Weg unmittelbar dem Lago di Poschiavo entlang; einzig beim Kieswerk beschreibt er einen kleinen Umweg durch ein Wäldchen. Der östliche Uferweg bietet viel Abwechslung, verläuft er doch nicht nur auf aussichtsreichen Naturpfaden, sondern zwischendurch auch über Stege, durch Galerien und sogar durch zwei kurze Tunnels. Die Wanderung endet bei der Bahnstation Miralago.