Aussicht vom Vesuv auf den Thunersee und zum Niesen

Wanderung Steffisburg-Vesuv-Thun

Vulkanisches Abenteuer

  • Steffisburg

  • Rabeflue

  • Goldiwil

  • Vesuv

  • Thun


REGION: Berner Oberland
MARSCHZEIT: 5 h 30 min
AUFSTIEG: 770 m
TIEFSTER PUNKT: 558 m
VERPFLEGUNG: Picknickplatz Vesuv
ANREISE: Mit der Bahn nach Steffisburg oder mit dem Bus nach Steffisburg/Zulgbrücke
MERKMALE: Aussichtsberg
Schwierigkeit: T1 Wandern
Streckenlänge: 17,8 km
Abstieg: 770 m
Höchster Punkt: 1125 m
Ideale Jahreszeit: Anfang April bis Ende November
Rückreise: Ab Thun mit der Bahn
   

Oberhalb von Thun liegt der Vesuv. Der Hügel erinnert mit seiner symmetrischen Kegelform tatsächlich an einen Vulkan. Auf seiner Kuppe geniesst man ein eindrückliches Panorama. 2 km auf Hartbelag im Raum Goldiwil, am Schluss der Tour nochmals 3 km auf Hartbelag.

Zum Einstieg gibt’s eine ordentliche Portion Pathos: «Brügg us Holz – Bärnerstolz», so lautet die Inschrift auf der Holzbrücke über die Zulg bei Steffisburg. Das Flüsschen zieht meist ruhig und träge dahin, hat aber zuweilen auch ein ganz anderes, wildes Gesicht. Davon zeugen das breite Bett und die hohen Dämme. Der Wanderweg folgt dem Wasserlauf flussaufwärts. Bei der ersten Wegverzweigung wird abgezweigt, in Steffisburg Bösbach überquert man die Hauptstrasse, beim Wegweiserstandort Erlen schlägt man den Weg Richtung Rabenflue ein.
Jetzt beginnt der Weg zu steigen. Im Raum Schwandenbad geht es in den Wald. Bei der Wegverzweigung Brändlisberg, lohnt sich ein kurzer Schwenker zur nahen Wiese. Sie fällt steil in die Tiefe ab und bietet eine schöne Aussicht auf die Stadt Thun und zur Stockhornkette.
Noch eindrücklicher ist der Tiefblick von der Rabeflue. Vom vorderen Rand der Hangkante stürzt das Gelände nahezu senkrecht in die Tiefe. Ein Geländer gewährleistet, dass man den aussichtsreichen Picknickplatz auch mit Kindern unbeschwert nutzen kann. Sollte es regnen, steht für die Rast fünf Minuten entfernt ein Blockhaus mit gedeckten Sitzplätzen zur Verfügung.
Über offenes Gelände wandert man anschliessend leicht absteigend nach Geissital, dessen hügeliges Terrain ein wenig ans Emmental erinnert. Danach geht es steil hinauf und durch den Wald nach Goldiwil. Erneut wandert man leicht abwärts, auf der anderen Seite des Hünibachs dafür dann recht steil aufwärts. Die Richtung Schwendi beibehaltend, gelangt man am Schulhaus vorbei nochmals in den Wald. An dessen Ende rückt der Vesuv ins Blickfeld.
Mit seiner kegelförmigen Kuppe erinnert der Hügel ein wenig an den Vulkan im Golf von Neapel. Allerdings passt der Vergleich weder von der Grösse noch von der Oberfläche her, sondern einzig aufgrund der Form: Der Berner Oberländer Vesuv ist kein gefährlich rauchender Gesteinsschlot, sondern ein harmloser und kleiner, grasüberwachsener Hügel. Immerhin bietet er aber eine aussergewöhnlich schöne Aussicht auf den Thunersee, zum Niesen und zu den Berner Hochalpen. Zu ihrem Namen kam die früher anonyme Anhöhe in den 1930er-Jahren dank Gästen der nahen Kurklinik (heute: Rehaklinik), denen die markante optische Parallele auffiel.
So abwechslungsreich wie der bisherige Verlauf zeigt sich auch der Abstieg. Wald und offenes Gelände wechseln sich mehrmals ab. Das ist sehr kurzweilig. Jedenfalls merkt man kaum, dass es zwischendurch ziemlich steil abwärts geht. Über Oberi Halte und Haltenegg gelangt man nach Trachtwegen, von dort weiter über Eichholzweid und Chelli nach Hünibach. Dem sich zur Aare verengenden Thunersee entlang geht es schliesslich ins Thuner Stadtzentrum.