Weinstöcke, See und Schneeberge: Herbstlicher Farbenzauber in Spiez

Wanderung Thun-Spiez

Alpensicht am Thunersee

  • Thun

  • Gwatt

  • Einigen

  • Spiezberg

  • Spiez


REGION: Berner Oberland
MARSCHZEIT: 3 h 50 min
AUFSTIEG: 230 m
TIEFSTER PUNKT: 558 m
VERPFLEGUNG: Restaurant Deltapark, Gwatt
ANREISE: Mit der Bahn nach Thun
MERKMALE: Auch/nur im Winter / Am Wasser
Schwierigkeit: T1 Wandern
Streckenlänge: 14,4 km
Abstieg: 160 m
Höchster Punkt: 661 m
Ideale Jahreszeit: Ganzjährig begehbar
Rückreise: Ab Spiez mit der Bahn
   

Die Wanderung an der Südwestseite des Thunersees verbindet reizvolle Kontraste: Es geht durch städtische Parks, naturnahe Uferlandschaften, Wälder und zum Abschluss durch einen aussichtsreichen Rebberg. Rund ein Drittel der Route verläuft auf Hartbelag.

Nur wenige Minuten sind es vom belebten Thuner Bahnhofplatz zum Schadaupark am Ufer des Thunersees. Die Parkanlage wurde als Englischer Garten gestaltet; sie umgibt ein um die Mitte des 19. Jahrhunderts im Neorenaissance-Stil erbautes Schloss. Im Park steht auch das Thun-Panorama; der Rundbau birgt ein Panoramagemälde der Stadt Thun, das anfangs des 19. Jahrhundert vom Basler Künstler Marquard Wocher angefertigt wurde.
Der nachfolgende Abschnitt der Wanderung führt auf Quartiersträsschen, teilweise auch der Hauptstrasse entlang durch das Stadtquartier Dürrenast. Erst beim Strandbad und der Stadionanlage Lachen verdient der Uferweg wieder seinen Namen, indem er tatsächlich dem Wasser entlang verläuft. Schon bald wird die Landschaft sehr reizvoll: Das flache Ufergebiet erinnert an eine Lagune; der Weg führt über Brücken und Stege an kleinen Wasserbecken und Tümpeln vorüber. Über die offene Wasserfläche des Thunersees hinweg erblickt man den Niesen und die Berner Hochalpen.
Durch den Bonstettenpark gelangt man ins Naturschutzgebiet Gwattlischenmoos. Schilfgebiete und Flachmoore sind Reste von einst ausgedehnten Feuchtgebieten am Thunersee. Nach dem Kanderdelta endet die Idylle einstweilen. Zwar besteht im Kanton Bern schon seit 1982 ein Gesetz, wonach die Ufer der grossen Berner Seen sowie der Aare der Allgemeinheit zugänglich zu machen sind. Doch verschiedenenorts haben es die zuständigen Behörden trotz der jahrzehntelangen Frist nicht fertiggebracht, diese Bestimmung auch tatsächlich umzusetzen, weil sich Anwohner mit Zähnen und Klauen gegen den Bau eines Uferwegs vor ihrem Privatgrundstück wehren. Auch in Einigen führt die «Uferwanderung» deshalb nicht dem Wasser entlang, sondern auf Strassen durch das Dorf – zwei Kilometer Hartbelag insgesamt, davon als krönender Tiefpunkt sogar ein halber Kilometer direkt an der Hauptstrasse.
Umso mehr empfiehlt es sich, ein besonderes Juwel am Weg zu geniessen. Bis zur Reformation war die dem Heiligen Michael geweihte Kirche von Einigen ein bedeutender Wallfahrtsort. Unter dem romanischen Bau aus dem 10./11. Jahrhundert konnten Fundamente aus dem 7. Jahrhundert nachgewiesen werden. Das schmucke Kirchlein ist gemäss Legende die Mutterkirche der sogenannten «zwölf Thunerseekirchen»; der Burgunderkönig Rudolf II. soll das Dutzend Kirchen rund um den See als Filialen der Einiger Pilgerkirche gestiftet haben.
Sobald man die Hauptstrasse über- und die Bahnlinie unterquert hat, wandert man wieder auf angenehmem Trassee und durch naturnähere Landschaft. Sehr reizvoll ist das Teilstück durch den Eggliwald ins Spiezmoos, ebenso der nachfolgende Abschnitt über den Spiezberg mit Blick auf die Rebberge, das Schloss Spiez und den Thunersee. Im Sommer lässt sich die Wanderung auf erfrischende Weise beim Badeplatz Wallrain nördlich des Schlosses abschliessen. Oberhalb des Kiesstrands steht eine ausgedehnte Liegewiese mit grossen Bäumen bereit.