Vom Wald umgebene Mähwiesen: Die Kulturlandschaft Schwendlen.

Wanderung Meiringen-Brienzwiler

Verborgenes Paradiesgärtchen

  • Meiringen

  • Funtenen

  • Schwendlen

  • Brienzwiler

  • Ballenberg West


REGION: Berner Oberland
MARSCHZEIT: 3 h
AUFSTIEG: 340 m
TIEFSTER PUNKT: 582 m
VERPFLEGUNG: Ballenberg-Gastronomie (April-Oktober)
ANREISE: Mit der Bahn nach Meiringen
MERKMALE: Auch/nur im Winter
Schwierigkeit: T1 Wandern
Streckenlänge: 10,6 km
Abstieg: 290 m
Höchster Punkt: 720 m
Ideale Jahreszeit: Ganzjährig begehbar
Rückreise: Ab Ballenberg West mit dem Postauto
   

Zwei kleine Landschaftsjuwelen liegen am Wanderweg von Meiringen zum Freilichtmuseum Ballenberg; Das Naturschutzgebiet Funtenen umfasst reizvolle Seelein und Tümpel, die Kulturlandschaft Schwendlen setzt einen zauberhaften Kontrast zum umliegenden Wald. 1,8 km Hartbelag zwischen Hausen und Funtenen, sonst meist Naturwege.

Vom Bahnhof Meiringen geht es in direkter Linie an den nördlichen Dorfrand. Beim ehemaligen Amthaus zweigt der Wanderweg Richtung Hausen links ab. Zwischen Siedlungsgebiet und Wald kommt man auf dem Kiesweg zügig in westlicher Richtung voran. Ausserhalb des Eyelti-Quartiers, das zum Meiringer Dorfteil Hausen gehört, gelangt man zum Hüsenbach. Schon bald schwenkt de Wanderroute auf ein pfeifengerades und entsprechend langweiliges Strässchen ein, führt aber immerhin weiter dem Gewässer entlang.
Im Gebiet Funtenen wechseln sowohl die Landschaft als auch der Wegcharakter. Das Naturschutzgebiet ist am Rande eines grossen Kiesabbaugebiets entstanden. Die ehemaligen Kiesgruben haben sich mit Wasser gefüllt und bieten heute nicht nur einen hübschen Anblick, sondern eignen sich auch zum Baden und Planschen. Bei der Wegverzweigung am grösseren der Seelein wählt man die rechts aufwärts in den Birglenwald führende Route.
Nach einer Weile gelangt man zu einer ausgedehnten Lichtung. Während das Gelände am Südhang des Brünigpasses an manchen Orten sehr steil, ja ausgesetzt ist, zeigt es sich hier im Gebiet Schwendlen nur mässig geneigt. Dichter Wald umgibt die Wiesenfläche und lässt sie als kleines, geschütztes Versteck erscheinen. Auf dem weitläufigen Areal stehen einige Scheunen, ein Bienenhaus sowie ein altes, heute nicht mehr genutztes Wohnhaus, ferner gibt es Obst- und Nussbäume. Der Wanderweg führt mitten durch dieses Paradiesgärtchen hindurch. Der reizvolle Flecken wurde 2016 mit dem Kulturlandschaftspreis der Region Oberland-Ost ausgezeichnet.
Am westlichen Ende der Lichtung öffnet sich die Sicht zur gegenüberliegenden Seite des Aaretals. Zwischen dem Wandelhorn und der Oltschiburg liegt das Hochtal von Oltscheren, das über den unverbauten Oltschibach entwässert wird. Wenn er viel Wasser führt, ist das Tosen seines Wasserfalls über den Talboden hinweg selbst in Schwendlen deutlich zu hören.
Erneut auf einem Waldweg wird die Wanderung fortgesetzt. Dieser verengt sich schon bald zu einem schmalen, sich in den Hang schmiegenden Pfad. Mehrere Abzweigungen in den Talboden ignorierend gelangt man über den Beerihubel nach Brienzwiler. Nach der Durchquerung des alten Dorfkerns kann man links Richtung Aaretal abzweigen und gelangt am Dorfschulhaus vorüber zum Osteingang des Freilichtmuseums Ballenberg. Das Museumsareal lässt sich aber auch auf direktem Weg erreichen, indem man den Kilchstalden hochgeht und auf einem Kiessträsschen den Toggelerwald umgeht. Das Freilichtmuseum ist jeweils ab ca. Mitte April bis Ende Oktober geöffnet; der Eintritt ist in dieser Zeit kostenpflichtig. Ausserhalb der Saison sind die Gebäude zwar geschlossen, das Gelände ist aber zugänglich und kann frei betreten werden – eine beschauliche Atmosphäre ruht auf der malerischen Landschaft mit den alten Häusern.