Abstieg über den Grüenenberg ins Eriz

Wanderung Habkern-Grüenenbergpass-Eriz

Über den Grüenenbergpass an die Zulg

  • Habkern

  • Grüenenbergpass

  • Innereriz/Säge

  • Eriz/Linden


REGION: Berner Oberland / Mittelland
MARSCHZEIT: 4 h 15 min
AUFSTIEG: 550 m
TIEFSTER PUNKT: 955 m
VERPFLEGUNG: Gasthof Säge, Innereriz
ANREISE: Mit dem Postauto nach Habkern/Zäundli
MERKMALE: Am Wasser / Passwanderung
Schwierigkeit: T1 Wandern
Streckenlänge: 14,7 km
Abstieg: 670 m
Höchster Punkt: 1555 m
Ideale Jahreszeit: Anfang Mai bis Ende Oktober
Rückreise: Ab Eriz/Linden mit dem Bus
   

Der Grüenenbergpass ist zwar kein schillernder Alpenpass mit viel Gestein und Gipfelpanorama – dem Namen entsprechend verläuft der Passweg hauptsächlich durch Wälder und über Weiden. Mit dem Habkerntal und dem Eriz verbindet er gleichwohl zwei Landschaften, die auf reizvolle Weise miteinander kontrastieren. Zu Beginn und am Schluss der Route je ca. 3 km auf Hartbelag.

Technisch einfach und konditionell wenig anstrengend ist die Passwanderung vom abgeschiedenen Habkerntal ins benachbarte Eriz. Dennoch bietet sie eine reiche Fülle von schönen Eindrücken. Der Einstieg ist aus Wandersicht allerdings etwas unerfreulich: Dreiviertel Stunden lang wandert man auf einer asphaltierten Fahrstrasse – zunächst praktisch ebenen Wegs durch offenes Gelände nach Blossmoos, später mässig ansteigend im Wald nach Kaltenbach.
Für den Hartbelag entschädigen immerhin eine reiche Flora und schöne Ausblicke voraus ins Hohgantgebiet, zurück zu den Berner Hochalpen. Beim Trogenmoos geht die Wegoberfläche in Kies über. Der Weg streift nun das ausgedehnte Naturschutzgebiet Seefeld–Hohgant, das von Kalkfelsen, Karrenfeldern, Tümpeln und einer vielfältigen Flora geprägt ist. Durch die zauberhafte, zuweilen nordisch anmutende Landschaft gelangt man zum wenig höher gelegenen, waldumschlossenen Grüenenbergpass.
Wenige Minuten nach der «Passhöhe» lädt ein kleiner Picknickplatz mit Feuerstelle zur Rast. Zwischen den Bäumen öffnet sich ein prächtiger Ausblick in das waldreiche Eriz und zur Honegg. Bald senkt sich der rauhe Weg im Zickzack durch einen locker bewaldeten, später offenen Hang in die weite Mulde des Grüenenbergs.
Durch das Tälchen des Fallbachs geht es an der Wegverzweigung Arni vorüber hinunter nach Fall. Weiter absteigend gelangt man auf einem gut ausgebauten Waldweg zu den von prächtigen Ahornen beschatteten Hütten von Hindere Sol. Ein abwechslungsreicher, bei Nässe allerdings glitschiger Pfad mündet in einen Fahrweg, der zum Talboden des Innereriz führt.
Vom Gasthof Säge an wandert man vorerst einige hundert Schritte auf der talauswärts führenden Strasse, um dann auf den Uferweg abzuzweigen, der direkt dem Talflüsschen Zulg entlang angelegt ist. In sommerlichen Trockenperioden fliesst oft nur ein schmales Rinnsal durch das breite, steinige Flussbett. Wenn indessen eines der gefürchteten Hohgant-Gewitter losbricht, kann das harmlos scheinende Wässerchen innert Kürze zu einem reissenden Wildbach anschwellen, der sich als zerstörerische Wasserwalze den Graben hinunter Richtung Steffisburg voranschiebt.
Zwischen diesen Witterungspolen finden Badefreunde und Sonnenanbeter an der Zulg reichlich Gelegenheit, ihrer Leidenschaft zu frönen. Geschützte Plätzchen mit seichtem Wasser bieten auch Kindern Gelegenheit, gefahrlos am Wasser zu spielen und zu planschen. Wer sich lieber abseits des Wassers aufhält, kann sich auf einem Spielplatz im Wald austoben. Kurz nach der Wegverzweigung Bödeli geht der mit Kies befestigte Fussweg in eine asphaltierte Strasse über. Diese verläuft weiterhin der Zulg entlang talauswärts. Ein kurzer Anstieg führt zum Weiler Linden, dem Ziel der Wanderung.