Ausblick vom Nordhang des Gemmenalphorns zum Hardergrat und zu den Berner Hochalpen

Wanderung Niederhorn-Gemmenalphorn-Habkern

Gratwege hoch über dem Thunersee

  • Niederhorn

  • Gemmenalphorn

  • Bäreney

  • Habkern


REGION: Berner Oberland
MARSCHZEIT: 3 h 45 min
AUFSTIEG: 310 m
TIEFSTER PUNKT: 1113 m
VERPFLEGUNG: Picknick aus dem Rucksack
ANREISE: Mit der Gondelbahn von Beatenberg/Station auf das Niederhorn
MERKMALE: Höhenweg / Aussichtsberg
Schwierigkeit: T2 Bergwandern
Streckenlänge: 9,7 km
Abstieg: 1120 m
Höchster Punkt: 2061 m
Ideale Jahreszeit: Anfang Juni bis Ende Oktober
Rückreise: Ab Habkern/Zäundli mit dem Postauto
   

In einem weiten Bogen führt diese Bergwanderung vom Niederhorn nach Habkern. Unterwegs geniesst man eine grossartige Aussicht ins Justistal und zur Jungfrau-Region. Verschiedene Passagen verlaufen auf Gratwegen, sind aber kaum ausgesetzt und bieten deshalb geübten Wanderern kaum Schwierigkeiten. Durchwegs Naturbelag.

Es ist ein Weg vom Trubel in die Stille, der vom Niederhorn nach Habkern führt. Beim Ausgangspunkt herrscht oft reichlich Betrieb. Wie vielerorts in der Region Interlaken hissen auch hier asiatische Gäste ihre Nationalflaggen und vollführen für die allgegenwärtigen Kameras seltsame Luftsprünge. Der Aussichtsberg ist mit einer Seilbahn erschlossen und entsprechend leicht erreichbar.
Auch auf dem ersten Teilstück der Wanderung fühlt man sich kaum je einsam, jedenfalls an sonnigen Wochenendtagen. Der Höhenweg über den Güggisgrat bietet wie jeder Gratweg wohl Ausblicke zu beiden Seiten (hier ins Justistal und ins weite Tal des Lombachs), doch das Gelände fällt nirgends steil ab und stellt deshalb kaum Ansprüche an Schwindelfreiheit.
Nach der ersten Anhöhe, dem Burgfeldstand, rät eine Tafel zwar davon ab, den Spaziergang mit Halbschuhen fortzusetzen, doch weiterhin tummeln sich viele Ausflügler auf dem Weg. Erst auf dem Gemmenalphorn beginnt sich die Spazierstreu vom Wanderweizen zu trennen. Das Gelände wird rauer, das Trassee ruppiger, Stille kehrt ein auf den Wegen und über der Landschaft.
Im Abstieg zur Bäreney wird ein eindrückliches Karstfeld durchquert. Die weiss-rot-weisse Bergweg-Markierung ist dicht genug, dass man sich nicht verläuft. Zuweilen gilt es die Schritte bedachtsam zu wählen, denn die Route schlängelt sich zwischen schmalen Rinnen hindurch und quert stattliche Gräben. Die bewaldete Anhöhe des Guggihürli umgeht man schattseits in sanftem Gegenanstieg.
Bei der Bröndlisegg fällt das Gelände beidseits des Wegs ordentlich steil ab – erneut stellt sich Gratwegfeeling ein, erneut in harmloser Feldstärke, weil der Weg auch hier nur wenig exponiert ist. Die nun folgenden 400 Meter Höhendifferenz bis nach Habkern bringt man zwar in ziemlich steilem Abstieg hinter sich, doch weil die Route fast durchwegs auf Weideland verläuft, ist das gleichwohl nicht unangenehm. Obendrein geniesst man schöne Ausblicke ins weite Lombachtal, dessen Hänge in charakteristischer Weise von Streusiedlungen strukturiert sind, sowie zur Augstmatthornkette und zum Hardergrat. Die Wanderung endet beim Sporthotel Habkern. Die nächste Postautohaltestelle liegt einige Dutzend Schritte weiter taleinwärts.