Tiefblick zu Oberaar- (links) und Unteraargletscher im Abstieg vom Sidelhorn

Wanderung Grimselpass-Sidelhorn-Grimselpass

Zu den Ursprüngen der Aare

  • Grimselpass

  • Husegghütte

  • Sidelhorn

  • Pkt. 2689

  • Grimselpass


REGION: Berner Oberland / Wallis
MARSCHZEIT: 3 h 15 min
AUFSTIEG: 610 m
TIEFSTER PUNKT: 2163 m
VERPFLEGUNG: Hotel Grimsel Passhöhe
ANREISE: Mit dem Postauto bis Grimsel Passhöhe
MERKMALE: Rundwanderung
Schwierigkeit: T3 Bergwandern
Streckenlänge: 6,7 km
Abstieg: 610 m
Höchster Punkt: 2754 m
Ideale Jahreszeit: Anfang Juni bis Mitte Oktober
Rückreise: Ab Grimsel Passhöhe mit dem Postauto
   

Spröde und karg ist die Landschaft an der Grimsel. Just dies macht den grossen Reiz des Gebiets aus. Die Bergwanderung auf das Sidelhorn führt quer durch dieses Eldorado von spärlich mit Flechten bewachsenem Fels und kulminiert mit einer grossartigen Aussicht zu Unteraar- und Oberaargletscher, den beiden Ursprüngen der Aare. Zu Beginn 0,6 km auf Hartbelag, dann durchwegs Naturwege.

Von der Postautohaltestelle auf der Grimsel-Passhöhe marschiert man einige Schritte auf der Berner Seite der Passstrasse entlang, schlägt dann die Abzweigung zur Panoramastrasse Oberaar ein und folgt dieser einige Minuten in leichtem Aufstieg. Bald zweigt ein schmaler, aber gut ausgebauter Bergweg von der Strasse ab und führt in mässig steilem Anstieg über Alpweiden und an Felshalden vorbei zur Husegghütte und auf einem breiten Felsrücken zum Sidelhorn. Der Aufstieg zum 2764 Meter hohen Gipfel bietet technisch keine Schwierigkeiten. Auf den letzten hundert Höhenmetern verläuft er deutlich steiler und schlängelt sich zwischen grossen Felsblöcken aufwärts.
Auf der breiten Gipfelkuppe erwartet einen eine grandiose Rundsicht. Im Osten erstrecken sich über dem Totensee die Gipfel der Urner Alpen, aus denen prominent der Galenstock hervorsticht. Im Süden prägen der Pizzo Rotondo, der Pizzo Gallina und weitere Höhen des Bedrettotals und des Goms das Panorama. Im Westen erkennt man bei guter Sicht das Matterhorn und die umliegenden Viertausender von Saastal und Mattertal.
Am spektakulärsten ist die Sicht jedoch Richtung Nordwesten: In der Tiefe schimmert blaugrün der Trüebtensee, dahinter ragt mächtig das Finsteraarhorn auf, von dessen Flanken zwei gewaltige Hochtäler ausgehen, deren höherliegende Partien vergletschert sind. Der Oberaar- und der Unteraargletscher speisen die junge Aare und gelten deshalb als Ursprung des wasserreichsten Flusses der Schweiz. Ihr Schmelzwasser wird im Oberaarsee und im Grimselsee gefasst. Die zwei Stauseen sind Teil eines der grössten Komplexe der Schweiz zur Produktion von Strom aus Wasserkraft: Die Kraftwerke Oberhasli stellen elektrische Energie für rund eine Million Haushalte bereit.
Der Abstieg vom Sidelhorn-Gipfel beginnt etwas beschwerlich, denn die Route führt quert über wild durcheinandergeworfene riesige Gneisblöcke. Bei Pkt. 2689 wird südwärts auf einen schmalen Bergweg mit griffiger Oberfläche abgezweigt, der mässig steil abwärts führt; diese Strecke ist zwar im Gelände signalisiert, nicht jedoch auf SchweizMobil (Stand Oktober 2018). Es folgen einige Wegverzweigungen, bei denen man sich durchwegs an die in Richtung Grimselpass signalisierte Route hält. Das Gefälle nimmt zusehends ab, so dass der Abstieg schliesslich in eine annähernd flach verlaufende Wanderung übergeht. Am Totensee vorüber gelangt man zurück zum Ausgangspunkt Grimselpass.