Auf dem Weg zur Tschingelsee-Ebene im hinteren Kiental

Schneeschuhtour Kiental

Arktis am Fusse der Blüemlisalp

  • Kiental

  • Lengschwendi

  • Tschingelsee

  • Fulbrunni

  • Kiental


REGION: Berner Oberland
MARSCHZEIT: 4 h 30 min
AUFSTIEG: 360 m
TIEFSTER PUNKT: 922 m
VERPFLEGUNG: Picknick aus dem Rucksack
ANREISE: Mit dem Postauto nach Kiental/Ramslauenen
MERKMALE: Rundwanderung / Auch/nur im Winter
Schwierigkeit: WT1 Schneeschuhtour
Streckenlänge: 11,7 km
Abstieg: 360 m
Höchster Punkt: 1202 m
Ideale Jahreszeit: Dezember bis März
Rückreise: Ab Kiental/Ramslauenen mit dem Postauto
   

Ein schön angelegter, gut markierter und herrlich sonniger Schneeschuhtrail führt vom Dorf Kiental zur tief winterlichen Ebene des Tschingelsees. Unterwegs geniesst man eine zauberhafte Stille und wunderbare Ausblicke zur Blüemlisalp-Gruppe.

Logisch, der Name sagt es ja schon: Zum Schneeschuhlaufen braucht es Schnee. In schneearmen Wintern ist es nicht besonders witzig, mit Schneeschuhen und Stöcken über eine dünne Schicht von vereistem Schnee zu zockeln – geradesogut könnte man die Tour ja in normalen Wanderschuhen unternehmen.
Doch Vorsicht, der erste Eindruck trügt oft, wie sich etwa im Kiental zeigt. Dort gibt es einen lohnenden Schneeschuhtrail, der in den Talhintergrund führt. Er beginnt bei der Talstation der Sesselbahn nach Ramslauenen. Wer die Route in Angriff nimmt, wird sich je nach Schneeverhältnissen anfänglich fragen, ob es nicht bequemer wäre, die Schneeschuhe auf dem Rücken zu tragen oder sie gleich am Ausgangspunkt zu deponieren. Die Strecke ist bei klarem Wetter bereits vom Morgen an wunderbar besonnt, so dass sich frisch gefallener Schnee jeweils innert kurzer Zeit verdichtet. Wenn nur schon ein Dutzend Schneeschuhläufer über diese Unterlage schreitet, entsteht eine kompakte Spur, die nahezu turnschuhtauglich ist.
Die Illusion ist allerdings von kurzer Dauer. Nach wenigen hundert Metern teilt sich die Route. Der eine Ast verläuft in direkter Linie weiter taleinwärts. Die Abzweigung dagegen führt in pulstreibendem Aufstieg den Hang hinauf nach Lengschwendi. Im steilen, unebenen Gelände erkennt man ziemlich rasch, welch probate und nützliche Fortbewegungshilfen Schneeschuhe eben doch sind.
Bei prachtvoller Aussicht zum Blüemlisalpmassiv geht es in leichtem Auf und Ab taleinwärts weiter nach Faulbrunni und zum Tschingelsee. Der See ist im Winter zugefroren. Während mehrerer Monate liegt ein grosser Teil der Ebene im Schatten von Dündenhorn und Bundstock. Das macht die Schlaufe rund um den See zu einer geradezu arktischen Tour durch eine tief verschneite Winterlandschaft.
Die Rückkehr erfolgt zunächst auf gleicher Route. Kurz nach dem Wegweiser zum Restaurant Alpenruhe wird Richtung Gornerewasser abgezweigt. Danach kehrt man mehr oder weniger dem Flüsschen entlang zurück zum Ausgangspunkt. Zu beachten ist, dass diese Route in einer Schutzzone liegt. Das Jagdbanngebiet Kiental bietet verschiedenen bedrohten Tierarten wertvolle Rückzugsräume. Damit die Tiere im Winter nicht unnötigen Stress erleiden, darf der markierte Trail auf keinen Fall verlassen werden.